Am ersten März verabschieden wir uns von André und seiner Familie sowie von Simone, Olaf und Paco. Bei den dreien sind wir relativ sicher, daß wir sie irgendwo wiedersehen. Sind doch unsere Routen sehr ähnlich. Wir machen uns auf den Weg nach Südwesten. Die Landschaft hier ist schon sehr eintönig. Links und rechts nur eingezäuntes Raketentestgelände. Endlich, nach über 90km und 2 Kurven in der Autobahn erreichen wir Las Cruces und gehen Lebensmittel shoppen. Wir sind vielleicht 20 Kilometern wieder auf der Interstate als MANni plötzlich ungewohnte Geräusche von sich gibt. Noch bevor ich rechts heran fahren kann, herrscht jedoch wieder Ruhe. Naja, vielleicht eine flatternde Plastiktüte unter dem Wagen denke ich mir, werde aber schon 3-4 Minuten später eines Besseren belehrt. Mit Mühe und Not bekomme ich den plötzlich extrem nach links ziehenden MANni auf der Standspur zum Halten. Der linke Vorderreifen ist völlig platt. Ich fluche erst einmal nicht druckreif in deutsch und englisch, schließlich habe ich dieses Rad erst gestern mit Olaf montiert. Vorher hat es sich die ganze Zeit als Reserverad durch die Gegend schaukeln lassen und kaum soll es arbeiten……!
Es hilft also nichts. Reifenwechsel ist angesagt. Hab ich ja auch gerade erst geübt und Gott sei Dank eben bei WalMart die fehlenden Montiereisen gekauft. So vergeht kaum mehr als eine Stunde und der Reifen ist gewechselt. Nur alleine bekommen wir den platten Reifen noch immer nicht auf den Reserveradhalter. Ich hab zwar eine Idee wie das zukünftig klappen soll, aber die nötigen Teile gab es bei WalMart nicht. Martina versucht also jemanden anzuhalten und ich räume schon einmal alles zusammen. Ca. 20 Minuten und ein selbstgemaltes “Help” Schild später hält auch tatsächlich jemand und in 10 Sekunden ist das Rad sicher verstaut.
Wie geplant verbringen wir die Nacht bei Flying J´s Truckstop und erreichen am frühen Nachmittag Tombstone.
Wir besorgen uns ein Plätzchen auf dem RV-Park direkt im Ort (Martina hat den Preis kräftig herunter gehandelt) und schlendern durch das wirklich sehr gut erhaltene Cowboystädtchen. Überall wird an die berühmte Schießerei am O.K.Corral zwischen den Earp Brüdern und Doc Holiday auf der einen Seite und dem Clan der Clanton-Brüder auf der anderen Seite erinnert. Mehrmals am Tag wird dieser “Show down” life aufgeführt. Uns scheinen allerdings 10$ pro Nase für dieses Touristenspektakel etwas happig. So genießen wir die Mainstreet und bummeln durch Geschäfte mit allem was der Cowboy braucht, wie Hüte, Stiefel, Pistolen und Gewehre, ja sogar Sättel sind im Angebot. Die Saloons und auch das Theater mit dem schönen Namen “The Birds cage” sind im alten Stil erhalten.
An nächsten Tag wollen wir uns nachmittags mit Maria und Ingo treffen. Das sind die Beiden mit dem “Lebkuchenstand” auf dem New Yorker Weihnachtsmarkt. Sie sind im Januar nach Mexiko geflogen um ihr dort abgestelltes Toyota Buschtaxi abzuholen und damit durch den Westen der USA zu touren. Zufällig sind sie in der Nähe und so haben wir dieses Treffen per e-mail verabredet.
Vorher besuchen wir aber noch den Friedhof von Tombstone. Eine etwas skurrile Angelegenheit, wie gleich das Schild am Eingang beweist.
Um 1880 war Tombstone dank einiger Silberminen mit ca. 16.000 Einwohnern die größte Stadt im Westen der USA und, den Grabkreuzen und Steinen nach, wohl auch die gefährlichste.
Vom tragischsten Fall zeugt dieser Grabstein
Unser Treffen mit Maria und Ingo verlagern wir nach kurzer gemeinsamer Stadtrunde in die Prärie. Leider sind wir auch da nicht ungestört. Zuerst besucht uns die Bordercontrol, dann die Ranger um zu guter letzt noch der Rancher von nebenan. Trotzdem tauschen wir viele Erfahrungen aus, wir aus dem Norden, die beiden aus dem Süden. Um 18:00 machen Martina und ich uns dank Tipp der Bordercontrol auf in einen nahegelegenen State Forest zum campen. Maria und Ingo fahren zurück zu ihren Freunden, bei denen sie gerade wohnen.
Von den 10 Meilen Schotterpiste bis zum State Forest haben wir vielleicht 8 hinter uns, als MANni plötzlich extrem nach rechts zieht. Ich ahne Böses und halte so schnell es geht. Ein kurzer Blick genügt, Reifenpanne hinten rechts. Ist das `ne Seuche?
Kurz ein paar (man kennt es schon) nicht druckreife aber für den Blutdruck äußerst hilfreiche Flüche und ich mache mich an die Arbeit. Leider dämmert es schon, und die Dunkelheit wird schneller sein als ich schrauben kann. Mittlerweile bin ich geübt. Fahrräder und Sandbleche runter, Hebekissen raus und so weiter …..
Ein netter Rancher hält mit seinem Pferdetransporter und bietet Hilfe an. Darauf würde ich gerne in einer Stunde zurückkommen, wenn ich den Platten wieder aufs Auto hieven muß. Kein Problem, meint unser nichtgelber Engel, er fährt seine Pferde abladen und kommt später zurück.
Leider bin ich dann doch noch lange nicht fertig als er ohne Pferde wieder da ist, aber mit seiner Hilfe geht es jetzt schnell. Er bietet uns an, auf seiner Ranch zu übernachten. Er hätte auch einen Service Truck und morgen früh könnten wir zusammen die beiden Reifen flicken. Diesem Angebot können wir natürlich nicht widerstehen und richten uns nach kurzer Fahrt auf seinem Hof ein. Noch ein kühles Bierchen mit Carlo und Marsha, seiner Frau, sowie eine kleine Warnung vor dem freilaufenden Esel (will nur spielen) und wir fallen müde ins Bett.
Der nächste Morgen bringt uns (bald muß man es nicht mehr erwähnen) wieder Sonnenschein pur. Carlo ist schon seit 6:00Uhr bei der Arbeit. Pferde füttern usw. Gegen 9:00 Uhr kommt sein Sohn vorbei und zu dritt zerlegen wir die “Plattfüßler”.
Bei dem Hinterreifen (Plattfuß Nr.2) ergibt sich folgende Diagnose: Schlauch geplatzt auf Grund von irgend etwas Spitzem, was den dicken Michelin Reifen durchbohrt hat und ein völlig zerfetztes Felgenschutzband, wohl eine Folge des Fahrens mit dem Plattfuß (dauert ja bis man steht).
Beim anderen Platten ergibt sich eine andere Diagnose: Schlauch geplatzt auf Grund der Montage eines viel zu schmalen Felgenbandes. Dadurch Scheuerstellen am Schlauch, Überhitzung und Peng. Der Reifenhändler in Deutschland kann froh sein, daß ich mir in New Orleans die Voodoopuppe NICHT gekauft habe!
Jetzt stehen wir doof da, Schläuche hab ich ja zwei in Reserve, aber Felgenbänder? Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich bis zu der Aktion mit Olaf nicht einmal gewußt habe, daß es so was überhaupt gibt.
Carlo telefoniert und, alles klar, ein Reifenladen in Tucson hat angeblich passende vorrätig. Martina und Marsha machen sich in ihrem Privatwagen auf den Weg. Zwei Stunden hin und zwei wieder zurück. Ich bastle mittlerweile an allen Stellen herum und bekomme von Carlo zwei selbstgeschweißte Ösen für den Flaschenzug am Reserveradhalter geschenkt. Die halten nicht lange, meint er, aber zum Testen wird es reichen. Leider erreichen uns aus Tucson schlechte Nachrichten. Die vorrätigen Bänder haben doch nicht die richtige Größe, aber ein anderer Händler im Ort hat zumindest ein solches Band. Okay, damit können wir leben, haben wir doch somit wieder ein funktionsfähiges Reserverad.
Leider stirbt auch diese Hoffnung durch einen weiteren Anruf bald. Dieses Band ist auch zu schmal. Aber sie schicken 3 Stück nach Tombstone. Kommen am Montag an, und heute ist Freitag – super!
Wir freunden uns mit dem Esel, den beiden Hunden und der Katze an, besichtigen jedes auf der Farm stehende alte Auto, Carlo hat eine Menge davon und kennen schon bald alle Pferde beim Namen. Sonntag machen wir einen Fahrradausflug (ohne Plattfuß) zu den Bergen, in denen wir campen wollten. Es gibt hier wirklich viele herrliche “camp spots” und später können wir zuschauen, wie ein Pferd neu beschlagen wird. Ist eine Höllenarbeit aber “Billy the good boy” hält erstaunlich still. Ich möchte diese Arbeit nicht an einem Pferd erleben, daß an den Füßen genauso kitzlig ist wie ich.
Endlich naht der Montag, und mit ihm unsere Felgenbänder. Gegen 14:00 Uhr bekomme ich den Karton, um 14:01Uhr weiß ich: Immer noch zu schmal! Südamerika läßt grüßen. Mit Carlos Hilfe und seinem Service Truck bauen wir ein Rad wieder mit dem alten zu schmalen Band zusammen.
So haben wir für Notfälle ein Reserverad und machen uns auf den Weg nach Tucson zum Reifenhändler. Der telefoniert und: ja, die richtigen sind in Phoenix vorrätig und morgen hier. Ich kann´s zwar nicht glauben, aber eine Wahl haben wir nicht. Wir lassen die beiden Räder da und sollen sie morgen gegen 14:00Uhr wieder abholen können.
Heute hat Martina Geburtstag. Unser Frühstück fällt daher etwas ausgiebiger aus (nicht von der Menge, von der Zeit). Danach besuchen wir den riesigen Flugzeugfriedhof von Tucson. Hier auf der Davis Monthan Air Force Base werden alle ausrangierten Militärmaschinen der USA abgestellt und dienen fortan als Ersatzteillager. Leider stehen hier keine MANnis!
Über 5000 Maschinen sollen es sein, wir hätten noch viel höher geschätzt.
Punkt 14:00Uhr sind wir beim Reifen-Dealer. Sie fangen gerade mit der Montage an und so kann ich noch mal schnell die neuen Bänder mit unserem Musterstück vergleichen. Passt! Pahaaaasst! Geht doch, na also, bekommt Tina doch noch ihr Geburtstagsgeschenk. Auf meine Reifen Frage erhalte ich sogar eine freudige Nachricht. Unsere Michelin Reifen sollen in den USA vorrätig sein. Jeder in Deutschland hat uns gesagt, daß es diese hier in Nordamerika überhaupt nicht gäbe, völlig unübliches Maß usw.. Um ein paar Sorgen und einige Dollar erleichtert machen wir uns wieder auf den Weg. Wir besichtigen noch eine wunderschöne Missionskirche und bleiben für die Nacht auf dem Parkplatz eines Spielcasinos in einer Indianerreservation 15 km südlich von Tucson.
Am nächsten morgen erhalten wir unerwarteten Besuch.
Es sind zwei nordamerikanische Wildschweine, Javelinas genannt. Sie sind höchstens halb so groß wie unsere einheimischen, aber ähnlich gefräßig. Sie machen sich über Pecan Nüsse her, die hier mengenweise vom Baum gefallen sind. Nach ungefähr 20 Minuten sind alle Nüsse aufgefuttert und die Schweinchen wieder weg. Wahrscheinlich kommen sie jeden Morgen hierher um zu fressen, was in den letzten 24 Stunden vom Baum gefallen ist.
Wir besuchen ein Mahnmal der jüngsten Geschichte. Eine stillgelegte Abschußbasis für eine Titan II Interkontinentalrakete mit atomarem Sprengkopf ist als Zeugnis für den kalten Krieg erhalten und zum Museum umfunktioniert worden (natürlich ohne Sprengkopf). Wir sehen die gesamte Anlage inkl. des Kommandoraums und des Silos mit der über 30m hohen 2 stufigen Rakete. Uns überläuft jetzt noch, 28 Jahre nach Stillegung, eine Gänsehaut. Über 20 Jahre hat dieses Monstrum hier vollbetankt in seinem Betonloch gestanden (wie übrigens noch 53 andere in den USA) und auf den Befehl des amerikanischen Präsidenten gewartet um dann innerhalb von 3 Minuten zu starten.
Wir machen uns nun endgültig auf den Weg nach Norden. Nach den vielen Pannen der letzten Wochen rennt uns die Zeit davon. Am 10. Mai müssen wir an der kanadischen Grenze sein und es gibt noch so unendlich viel zu sehen.
Nach zwei Tagen Fahrt durch immer grüner werdende Prärie erreichen wir Kingman an der historischen Route 66.
“Get your kicks on Route Sixty-Six”
Wir fahren auf dieser alten Traumstraße ungefähr 130 Meilen nach Osten bis nach Williams. Von dort biegen wir nach Norden zum Grand Canyon Nationalpark ab.
“Kicks” bekommen wir hier wirklich, denn auf der alten 66 gibt es herrlich viel Kitsch, alte Autos, ebenso alte Tankstellen und allen möglichen Kram anzuschauen. Nach mehreren Wochen Wüste macht uns das ungemein Spaß.
Ich bin bei meiner Prinzessin abgemeldet. Sie hat nur noch Augen für den “King”.
Macht aber nichts. Ich halte mich an die jüngere Schwester von Janis Joplin.
Besonders gefallen haben uns die “Restrooms” im Cruisers 66. Hier wurden alte Autotüren und Heckklappen einem neuen Zweck zugeführt. Der eingefleischte VW-Bus Fan Olaf wird weinen, wenn er sieht, daß eine T1 Beifahrertür nun als Pissoirtrennwand dient.
Auch ein Grab der besonderen Art hat speziell mir gut gefallen.
Martina hat´s nicht verstanden, da sie nicht wußte was ein Edsel ist. Dabei steht der direkt vor dem Grab.
Aber Martinas Interessen waren kurzfristig sowieso ganz anders gelagert. Zum ersten Mal wurde nicht ich, sondern MANni eifersüchtig.
Hat MANni ja auch recht! Wie und wo soll denn da eine Wohnkabine drauf passen? Und Allrad? Differentialsperren? (Unter uns: Ich fand die Corvette auch supertoll.)
Auch den alten Knasttransporter fanden wir wert, von uns getestet zu werden. Entsprach dann aber doch nicht unserem Wunsch nach Komfort. Die Isolation war verbesserungswürdig und der Plattfuß weckte in mir unangenehme Erinnerungen.
Am frühen Abend erreichen wir den Campingplatz am Grand Canyon. Hier liegt noch an jeder Ecke Schnee. Der ganze nächste Tag vergeht bei einer Wanderung entlang des South Rims, also des südlichen Randes des GC (Grand Canyon). Immer wieder ist der Ausblick so toll, daß man mit fotografieren nicht mehr aufhören kann. Leider ist es etwas dunstig, daher nur 3 Fotos.
Als wir diese Reise planten, war es unser Traum, auf dem “Bright Angel Trail” in den GC hinab zu wandern (15km und ca. 1000 Höhenmeter pro Strecke). Unten am Grund fließt der Colorado River, und dort liegt die Phantom Ranch, neben der man sein Zelt aufschlagen kann um dort zu übernachten. Leider wird aus diesem Traum vorerst nichts. Viel zu viel haben wir in MANni gesessen, meist vorn, aber auch hinten und unsere Kondition ist miserabel. Wir beschließen aber am nächsten Tag zumindest an diesem Weg zu schnuppern und die ersten 2-3 Meilen bergab und wieder bergauf zu laufen.
Der Weg ist zuerst richtig vereist, und wir sind froh, daß wir die Rangerwarnung ernst genommen und uns Eiskrallen unter die Wanderschuhe geschnallt haben. Was wir hier an Touristen den Weg in Stoffschühchen herunter rutschen sehen ist grotesk. Vorsicht oder gar Angst kennen die Wenigsten.
Wir machen nach ca. 1,5 Stunden eine Rast mit Picknick, genießen die Aussicht und drehen um. Jetzt geht es für mindestens 2 Stunden wieder bergauf. Martina, beim heruntergehen doch zaghaft ob der Steilheit und der Höhenangst, dreht jetzt auf. Andauernd bleibt sie stehen, macht Fotos oder quatscht mit anderen Wanderern und holt doch immer problemlos wieder auf, während ich mir wie eine bergauf rollende Dampfwalze vorkomme. Langsam und bei jedem Meter schnaufend!
Zurück auf dem Campingplatz leg ich mich erst mal eine Stunde aufs Bett und Tina dreht `ne Runde mit dem Rad (Feuerholz sammeln). Leute: Ich glaub` ich werde alt!
Am nächsten Tag führt unsere Route nach Page. Die Straße dorthin ist wieder einmal ein Traum.
Auf dem WalMart Parkplatz steht schon ein deutscher Truck. Wieder ein Magirus.
Wir warten auf die Besitzer und lernen so Esthela und Carsten kennen. Die beiden sind schon seit mehr als 2 Jahren unterwegs und haben in Buenos Aires begonnen. Klar, daß der Plan für den Abend umgeworfen wird und wir zusammen hocken. Wieder einmal sind wir gerne in der Rolle des Zuhörers, erfahren wir doch von vielen spannenden Erlebnissen der beiden in Südamerika.
Der nächste Tag vergeht mit einer Wanderung zum Horseshoe Bend, einer atemberaubenden Schleife des Colorado Rivers ca. 120 Meter unter uns.
Danach schauen wir uns die zweitgrößte Staumauer der USA an, den Glen Canyon Dam. Hier wird das Wasser des Colorado Rivers zum Lake Powell aufgestaut.
Weiter geht unsere Fahrt, allerdings verlassen wir heute Arizona und erreichen Utah. Direkt hinter der Grenze beginnt das Monument Va
lley. Es liegt mitten in der Navajo Indian Reservation und ist wirklich monumental. Dazu gibt es einen sogenannten “primitive Camping” für 5$ die Nacht. Hat absolut nichts zu bieten außer Aussicht. Aber die ist Weltklasse! Sprachlos machen wir nach unserer Ankunft ein Foto nach dem andern, nur um zu erkennen, daß die Bilder zum Sonnenuntergang noch um ein Vielfaches besser sind.
Auch bei Mondschein wirkt es toll.
Und hier noch einmal zum Vergleich ein Bild bei Sonnenuntergang und eines bei Sonnenaufgang. Fotografiert am nächsten Morgen um 06:22Uhr.
Jetzt sind wir einmal früh auf, da machen wir unsere persönliche Monument Valley Rundtour auch ganz früh und völlig ohne andere Touristen. Man darf hier mit dem eigenen Fahrzeug nämlich einen ca. 23km langen Rundtrip befahren, vorausgesetzt, das Fahrzeug ist geländegängig. Und das ohne Extrakosten! Wir können uns nicht retten vor lauter Spitzenmotiven. Daher konnte ich die Bildauswahl auch nicht kleiner machen, sorry!
Was kippt wohl zuerst um?
Von unserem motorisierten Ausflug zurück, beschließen wir noch eine 3,5 Meilen Wanderung (Wild Cat Trail) anzuhängen. Der Trail beginnt direkt am Campingplatz und verläuft als Rundweg um eines der “Monumente”.
Wieder liegt ein spannendes Ziel unserer Reise hinter uns. Es ist aber auch schon der 20. März, und das Damoklesschwert des 10.Mai schwebt über uns. Also auf zu den “Canyon Lands” dem nächsten Utah-Nationalpark. Auf dem Weg weiß unser Reiseführer aber noch von zwei kleinen Abstechern zu berichten. Zuerst kommen wir zum “Valley of the Gods”, durch das eine 27km lange Gravelstrecke führt. Phantastisch. Mir gefällt es fast noch besser als das große Monument Valley.
Wir hätten hier auch überall campen dürfen, doch es ist erst Mittag und wir wollen noch zum zweiten Abstecher, dem “Natural Bridges National Monument”. Auch hier sind wir a) sprachlos bei diesen Naturwundern und b) völlig allein unterwegs. Es ist einfach atemberaubend, diese “Brücken” aus Fels zu betrachten und unter ihnen hindurch zu wandern.
Am nächsten Tag kommen wir in den südlichen Teil des Canyonland Nationalparks, Needles genannt wegen der vielen nadelförmigen Felsspitzen. Gerade bekommen wir noch den letzten Platz auf dem einzigen Campingplatz und starten zu eine 3-4 stündigen Wanderung durch diese unbeschreibliche Landschaft.
Upps! Beinahe wäre ich stecken geblieben!
Es ist so einzigartig hier, daß wir noch einen Tag bleiben. Zwei weitere Wanderungen haben es uns angetan. Langsam stellt sich bei mir auch wieder so etwas wie Kondition ein. (Fange jetzt erst nach dem 4. Kilometer das Schnaufen an! J ).
Der nächste Morgen bringt allerdings schlechtes Wetter. Es ist kalt (unter 3°C), es stürmt und es schneit! Nicht schlimm, wir wollen sowieso unseren Standort wechseln und fahren nach Norden, nach Moab. Dieses kleine Städtchen bietet alles zur Versorgung für die nächste Woche, denn wir wollen in den “Arches” und dann in die nördliche Hälfte des Canyonlands Nationalparks.
Abends erreicht uns eine Mail von Simone und Olaf. Sie sind am Grand Canyon eingeschneit. Oweiha, da haben wir ja noch Glück, wenn auch für die nächsten Tage Regen angekündigt ist. Abwarten!
Nach dem Abendessen hat sich unser Plan schon wieder geändert. Wir brauchen einen Zahnarzt. Martina hat eine Krone verloren. Waren meine Spaghetti wohl doch nicht “al dente” sondern “al dentiste”.
Am nächsten Morgen wirkt nach längerer Pause wieder einmal unsere Glückssträhne. Obwohl freitags alle Zahnärzte geschlossen haben, ist der Arzt in der Praxis und nach 15 Minuten ist die Krone wieder eingeklebt und wir sind “on the road again”.
Die Straße in den “Arches” ist spektakulär, so wie der ganze Park. Leider können wir hier nicht über Nacht bleiben, der einzige Campingplatz ist schon bis Juni ausgebucht. Allerdings ist dieser Nationalpark relativ klein, so daß man an einem Tag alles sehen und erwandern kann.
Die Landschaft versuche ich nicht zu beschreiben, mir fehlen die Worte.
Den Abend verbringen wir mit Carsten und Esthela, die wir hier zufällig wieder getroffen haben, auf einen BLM Camp Ground direkt außerhalb der Parkgrenze am Ufer des Colorado River.
Am Morgen machen wir uns auf in den nördlichen Teil des Canyon Lands National Parks. Wir laufen fast alle Hiking Trails und halten an allen Aussichtspunkten.
Wieder einmal ist die Landschaft “breath taking”. Andererseits bemerken wir an uns langsam eine “Rote Felsen Sehmüdigkeit”. Mal sehen, wann die Landschaft wieder eine andere Farbe bekommt.
Wir übernachten auf einem fünf Sterne Campingplatz, hier ein Bild von der erstklassig belüfteten Sanitäranlage.
Heute ist der 31. März. Wir sind in Green River/Utah angekommen. Von hier geht es morgen zum Capitol Reef Nationalpark, aber davon wird Martina berichten…Ende April!
Fazit:
Bei der nächsten Gelegenheit kauf ich doch eine Voodoo Puppe!
Reiseroute:





















































































