Es ist der erste Mai, “Tag der Arbeit”, also … arbeiten wir. Die 30.000er Inspektion ist seit 500km überfällig und der berühmte Frühjahrsputz steht auch an. Da kommt uns ein Home Depot (der US amerikanische Obi) Parkplatz und steigende Temperaturen gerade recht. Martina schafft im Auto, ich darunter. Alles läuft wie geschmiert, (kein Wunder, der größte Teil ist ja auch Abschmierarbeit) und ich fluche nur ein ganz klein wenig. Wie immer werde ich des öfteren durch einen kleinen Schnack aufgehalten. “What a biest”, “I love your truck”, “What is that?” oder noch besser “What does that do?”. Man kennt es ja mittlerweile und bei dem vierten oder fünften Frager innerhalb von zwei Stunden kann es dann vorkommen, daß die Antworten ein wenig einsilbig und in noch schlechterem Englisch als üblich vorgetragen werden. Erschwerend kommt hinzu, daß der Anteil an jungen, hübschen US Girls, die mit solchen Fragen kommen, doch eher im Promillebereich liegt.
Am nächsten Tag bewegen wir uns nach Norden in Richtung des Glacier National Park. Auf dem Weg haben wir Ausblicke auf Montana aus dem Bilderbuch.
Unterwegs übernachten wir wie schon so oft auf einem Campingplatz im National Forest. 50 Plätze und keiner außer uns da. Und weil noch “Off season” ist er sogar kostenlos.
Die von den Winterstürmen umgefallenen Bäume wurden von den Rangern schon in handliche Stücke zersägt. Holz sammeln ist hier erlaubt und die neu erstandene Axt muß sowieso mal getestet werden. Ich bereite alles für ein “Turbo Camp fire” am Abend vor.
Auf unserer Weiterfahrt nach Norden passiert es dann mal wieder. Plattfuß hinten links. Dort hatten wir noch keinen J .
Wir sind in Übung, also geht es nach kaum 80 Minuten schon weiter. Es haben in der Zeit übrigens 4 Leute angehalten und ihre Hilfe angeboten. Scheint also nur auf den Interstates schwierig zu sein. (wer hält auf einer deutschen Autobahn an, wenn man eine Panne hat?)
Direkt im nächsten Ort ist ein Reifenhändler der sich sofort an die Arbeit macht. Wieder ist der Schlauch geplatzt und nichts steckt im Reifen, auch kein Dreck. Wir sind ratlos. Allerdings ist das Felgenband an den Rändern ziemlich ausgefranst. Wir lassen lieber unser neues Reserveband einsetzen. Es ist mittlerweile spät geworden. Wir schlagen uns in die Büsche (National Forest) und fahren am nächsten Tag die beiden Straßen im Glacier Nationalpark ab, die zumindest teilweise geöffnet sind. Das Wetter ist leider schlecht, grau in grau und ständig Regen, so daß wir keinen schönen Blick auf die Berge bekommen.
Am Abend finden wir mal wieder einen Übernachtungsplatz mit “million dollar view”. Wir parken sozusagen in einem halb leeren Stausee.
MANni ist auf dieser “Dirt Road” allerdings leicht verdreckt. So kommen wir nicht über die Grenze.
In Kalispell, einem nichtssagenden Ort, der wegen der Nähe zu Kanada aber alle Einkaufsmöglichkeiten bietet (so ähnlich wie für uns NRWler Venlo in Holland) bunkern wir noch einmal alles, was unserer Erinnerung nach in Kanada teurer und dessen Einfuhr nicht unbedingt verboten ist J . Martina beehrt noch einmal einen Waschsalon “Wischwasch Wischwasch” und MANni und ich trollen uns zur Truck-Waschanlage. Macht richtig Spaß, dem ganzen Modder mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe zu rücken.
Den letzten Abend in Montana verbringen wir kostenlos ca. 30km südlich der kanadischen Grenze auf einem offiziell noch geschlossenen Camp Ground. Die Ranger räumen gerade auf und so ist Feuerholz nicht knapp. Wir dürfen alles verbrennen, wenn wir es denn an kriegen. Haha, da kennen die mich nicht. Mein Vorrat an Brandbeschleunigern ist unermeßlich und wir steigern unser Campfire Maximum noch einmal um 100%.

Heute ist der 10. Mai und wir müssen die USA verlassen. Es war ein tolles halbes Jahr und wir haben viel gesehen und erlebt.
Unsere Route von Montana nach British Columbia führt uns über den kleinen Grenzübergang Roosville und wir schaffen den Wechsel in maximal 5 Minuten. US-amerikanische Grenzer gibt es überhaupt nicht und die kanadischen sind nett und völlig unkompliziert. Im Gegensatz zur ersten Einreise am Flughafen von Halifax bekommen wir jetzt aber auch den Ausreisezeitpunkt in den Paß gestempelt. 09.11.2011! Hach, das klingt gut, das nächste halbe Jahr Kanada ist gesichert.
Wie es in British Columbia weitergeht erfahrt ihr wie immer am Ende des Monats.
Fazit der ersten 10 Tage Mai:
Montana lohnt sich, … und wie!
Reiseroute:








