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Dezember 2010

Veröffentlicht in Dezember 2010, USA am Januar 3, 2011 von crossamerika

Leider beginnt der 1. 12. nicht so schön wie der November aufgehört hat. Wir werden von Wind und Regen geweckt. Maria hatte uns gestern schon gewarnt, es gibt Sturm. Egal, wir wollen in die Stadt und überlegen noch was wir anziehen, da hören wir auch im Radio eine Sturmwarnung und die Ansage von heftigsten Regenfällen. So schnell wird aber nicht aufgegeben. Wir beschließen Trekking-Jacken und darüber noch die Wanderponchos anzuziehen. Schirme funktionieren nicht, das haben wir beim Frühstück bereits beobachtet. Zwei mal Regenschutz sollte für den 20 minütigen Weg bis zur U-Bahn genug sein. Während wir noch alles zusammensuchen wird MANni von einer Sturmböe hin- und hergeschaukelt. Wir sehen hinaus und der Regen kommt waagerecht auf uns zu. So kommen wir nicht bis zur U-Bahn, das Schnellboot können wir auch nicht mehr nehmen, der Ticketschalter ist bereits ab 10:00 Uhr geschlossen und es ist 10:05 Uhr. Wir bleiben wie alle Nachbarn einen Tag zu Hause und faulenzen. Schade, wenn New York City so nahe ist, aber nicht zu ändern; zumal in den Häuserschluchten der Sturm noch schlimmer sein würde.

Dafür erwachen wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein, das Unwetter ist weitergezogen. Unsere Füße sind gut erholt und wir sind dank der U-Bahn in 35 Minuten Midtown New York City. Zuerst ist der große Elektronik Laden “H&B” an der Reihe, wir brauchen einen Ersatzakku für unsere Kamera. So ein Geschäft haben wir noch nicht gesehen. An der Theke müssen Nummern gezogen werden und dann wird aufgerufen, die Ware geht auf Fließbändern zur Ausgabe. Vorher müssen wir natürlich an einer der vielen Kassen bezahlen. Das Geschäft wird von Juden geführt und die meisten Angestellten tragen jüdische Trachten und Frisuren. Danach ist das große Kaufhaus Macy’s an der Reihe. Spielwarenabteilung und Weihnachtsdeko, mehr brauchen wir nicht.

Als nächstes ist die wunderschöne New Public Library an der Reihe und der dahinter liegende Bryant Park. Hier wird Schlittschuh gelaufen wo wir vor Jahren Pizza draußen gegessen haben. Die Highlights Grand Central Station, Time Square, Chrysler Building und Empire State Building dürfen nicht fehlen.

 

 

 

 

Wir haben uns entschieden diesmal nicht auf die Empire zu fahren, sondern dem 2005 wieder eröffneten “Top of the Rock” den Vorrang zu geben. “Top of the Rock” ist die obere Plattform des Rockefeller Centers. Auf eine lange Wartezeit gefaßt, sind wir aber dank guter Organisation in 30 Minuten oben, gerade richtig zum Sonnenuntergang. Was für eine Stadt…….. die Bilder sagen alles.

 

Wieder unten besichtigen wir den Prometheus an der Eisbahn und die berühmte Weihnachtsdeko vor dem Rockefeller Center.

 

Tiffany’s für mich und den Spielwarenladen FAO Schwarz für Lothar lassen wir nicht aus. Am Central Park ist der zweite Weihnachtsmarkt von New York und dort wollen wir Ingo, den Freund von Maria treffen und eine echte importierte deutsche Bratwurst essen. Ingo weiß bereits alles über uns und wir erzählen und tauschen ein paar Infos aus. Die Bratwurst wird von …. gebraten, ebenfalls Deutscher und ….. hilft beim Kinderpunsch ausschenken.

Beides schmeckt auch uns vorzüglich! Der Weihnachtsmarkt schließt um 20:00 Uhr, schnell gehen wir noch bei Maria an einem anderen Stand “hallo” sagen und verabschieden uns. Vielleicht sehen wir uns im Sommer an der Westküste, wer weiß.

 

Dann machen wir uns auf den langen Heimweg. 26 Straßen weit herunter zur U-Bahn, 15 Minuten Fahrt und ein 20 minütiger Fußmarsch zu MANni. Wie schön, Füße hoch und man ist wieder zu Hause. Ein langer und wunderschöner Tag in einer faszinierenden Stadt.

Tag 3 in der “City”. Am Anfang ist Lothar Tag. Zuerst zu Victoria’s Secret (nur schauen J ) dann kaufen wir ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk. Ein Foto davon in Aktion gibt es später bei wärmerem Wetter. Irgendwie paßt es noch in MANni, ich habe ja extra nichts bei Victoria’s eingekauft! Von hier geht es Richtung Hudson River auf die ‚Intrepid‘, einen Flugzeugträger aus dem 2. Weltkrieg, mit Museum und vielen alten Flugzeugen. Die Küche und die Messe sowie die Schlafräume haben wir auch besichtigt. Immerhin lebten 3000 Menschen auf diesem Schiff. Trotz seiner Größe kann man kaum glauben das auf dem Schiff Flugzeuge starten und landen konnten.

 

 

Wir bleiben länger als erwartet und müssen uns schleunigst auf den Weg zum Central Park machen, denn die dortige Eislaufbahn hat besonders in der Dämmerung eine wunderschöne Häuserkulisse im Hintergrund.

Ein Besuch im Edelkaufhaus Bloomingdales, kurz Bloomies genannt darf nicht fehlen. Wir möchten nur die Weihnachtsartikel und -deko anschauen. Das kleine Klavier fanden wir so wunderschön bis gruselig kitschig. Man kann verschiedene Täfelchen mit Weihnachtsliedern auf den Notenständer des Klavieres legen und die Maus spielt dann u.A. Oh Tannenbaum oder Stille Nacht. Sogar die Tasten bewegen sich.

 

Der Weg zur U-Bahn ist wieder lang, bei Macy’s noch ein Abschiedsrundblick, dann geht es in den Untergrund. Morgen fahren wir weiter!

Übrigens, die Stiefel die ich in Kanada noch so toll fand, haben wir nicht gekauft, hier zwar 100 Dollar billiger aber an jedem dritten Paar Füße! Außerdem brauche ich sie in Florida nicht mehr!

Unser Kreditkarten Problem haben wir zwischenzeitlich auch gelöst. In Ambler bei Philadelphia hat mein ehemaliger Arbeitgeber eine Niederlassung. Dort habe ich vor 6 Jahren zwei Wochen gearbeitet. “Philly” und damit auch Ambler liegen 150 km hinter New York auf unserem Weg. Dank “alter Kollegen” sind die Kreditkarten sicher eingetroffen und glücklich holen wir sie ab. Vielen lieben Dank!

 

Wir fahren durch Lancaster County und sehen ein paar Amish People beim Einkaufen!

Es wird nun richtig kalt, nachts ist es –5°C und tagsüber geht es auch nicht über null! Hätte ich doch die Stiefel gekauft J ! Die Abwasserrohre beginnen einzufrieren und wir auch. Es gibt nun drei Möglichkeiten in den Süden: Interstate, Küste oder die Appalachian Mountains. Als wäre es nicht kalt genug entscheiden wir uns für die Mountains. Wir können nochmal alle Abwässer ablassen, nun sind wir wieder für einige Tage autark, solange die Leitungen zu den Tanks unterm Auto offen bleiben. Bei bestem Winterwetter erreichen wir den Shenandoah National Park in Virginia um den Skyline Drive zu fahren. 150 km geht es über eine traumhafte Straße mit ein bißchen Schnee, vereisten Wasserfällen und wunderschönen Ausblicken. Wir sind fast so alleine unterwegs wie in Labrador!

 

Übernachten dürfen wir nicht im Park, alle Campgrounds sind zu und auf den Rest Areas ist es verboten. So bleibt am Ende des Parks mal wieder WalMart übrig. Es ist allerdings sehr schön ruhig und die Temperaturanzeige zeigt morgens um sieben –8°C an. Wir drehen uns noch einmal kurz um, dann aber raus, die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel. Der Blue Ridge Parkway schließt sich direkt an den Shenandoah NP an, den möchten wir weiterfahren. Gut gelaunt und warm in MANni sitzend fahren wir los und dann das:

 

Enttäuschung macht sich breit, unsere Gesichter hätte ich gerne gesehen. Was nun? Wir fahren zurück zur Ranger Bude des National Parks. Die nette Dame erklärt die Straße sei zu vereist, daher gesperrt. Sie macht sich aber die Mühe uns alle offenen Teilstücke aufzuschreiben. So ganz glauben wir nicht an das Eis, sondern vermuten daß die Strecke einfach im Winter immer gesperrt bleibt. Uns bleibt nun doch nur die Interstate. Wir kommen natürlich schneller voran und die Landschaft ist mit sehr großen und schönen Farmen kurzweilig. In das nächste längere offene Parkwaystück biegen wir ein. Schon nach der ersten Kurve müssen wir gestehen der Rangerin zu unrecht nicht geglaubt zu haben.

 

Die 50 Kilometer sind dank 4×4 gut zu fahren, zumal das Eis nicht überall ist. Dort wo die Sonne hinkam ist es bereits getaut. Der Parkway ist im Vergleich zu der Strecke gestern schön, aber die Landschaft ist ein wenig eintöniger. Nach einer weiteren kalten Nacht wollen wir die Fahrt auf dem Blue Ridge Mountain Parkway fortsetzten. Bereits nach ca. einer halben Meile verliert MANni den Halt unter seinen Reifen. Er schlingert beängstigend auf dem Eis. Einstimmig beschließen wir umzudrehen und auf der geräumten Straße weiter zu fahren. Die Landschaft ist leicht verschneit aber mehr gibt sie nicht her. Plötzlich trauen wir unseren Augen nicht, eine riesige “Tannenbaum-Plantage”. Über Kilometer geht es vorbei an diesen Weihnachtsbaumfeldern. Hier muß die Produktion für ganz USA sein, in North Carolina!

 

 

Nach einer lauten Nacht, Autorennen auf dem WalMart Parkplatz, fahren wir in den Great Smoky National Park.

Vorher kommen wir an einem großen RV Dealer vorbei. Wir halten an, denn wir suchen noch einen speziellen Campgroundführer für die USA. Schnell werden wir fündig, aber danach müssen wir uns noch die 300000-600000 $ teuren Ami Camper ansehen. Nein, tauschen wollen wir nicht, obwohl sie Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner sowie die bekannten 3 Flat-Screen Fernseher an Bord haben.

 

Der Campingplatz im Great Smoky NP ist verlassen. Der Ranger kündigt uns für diese Nacht Schnee und für morgen noch mehr Schnee an und besonders extrem fallende Temperaturen. Außerdem wird er die Straße, welche weiter in den Park führt morgen schließen. Wir warten ab und genießen eine ruhige Nacht, sehr ruhig denn morgens sieht es so aus:

 

Jetzt reicht es aber, auch im Radio hören wir über den angekündigten Wettersturz. Der Ranger hat die Straße weiter in den Park tatsächlich gesperrt. Entweder einschneien oder sobald wie möglich verschwinden. Wir entscheiden uns für letzteres und fahren in den nächsten zwei Tagen ca. 580 km in den Süden. Die Interstate ist nicht gerade MANni’s Stärke also dauert es bei 75km/h etwas länger. Wir erreichen Savannah am Nachmittag. Auf Nachfrage dürfen wir auf dem Parkplatz am Museum hinter der Visitor Information für kleines Geld 48 Stunden stehen. Wir laufen bei eiskaltem Wind noch eine Stunde durch die Stadt, verspricht nett zu werden morgen. So ist es auch, Palmen und ein ganz besonderer Südstaaten Flair geben der Stadt etwas Besonderes.

 

Ein Tag ist ausreichend für das Städtchen, am nächsten Tag fahren wir noch zum Tybee Strand auf einer Halbinsel. Bei strahlendem Sonnenschein ein herrlicher Spaziergang am Strand. Wir sehen die ersten Palmen und Pelikane.

 

Florida ruft, also muß MANni arbeiten und Interstate fahren. Wir kommen spät bei Flying J an, einem riesigen Travel Stop mit RV Parkplatz und 24 Std. Service. Hinter den hier versammelten großen RVs verschwindet MANni fast. Wir schlafen gut und beschließen morgens zu dumpen und Frischwasser zu bunkern. Leider war auch hier die Wasserleitung zugefroren und es gibt dank eines Rohrbruchs kein Trinkwasser. Nicht schlimm, wir haben noch genügend, aber wenn der Tag so anfängt! Ein lästiges Übel muß vor den Weihnachtsferien erledigt werden, zum Arzt und ein paar Medikamente für das neue Jahr verschreiben lassen. Nach dem dritten Anlauf sind wir bei der “Walk-in-Clinic” endlich richtig. Einfach zu irgendeinem Arzt geht nicht! Ich warte also geduldig und bin glücklich nach einer Stunde mit den Rezepten wieder draußen. Weiter zur Post Briefmarken kaufen. Lothar kommt nach schon 45 Minuten! mit drei Briefmarken zurück, es ist Weihnachtspäckchen Hochsaison. Weit kommen wir heute nicht mehr, daher sehen wir uns, nicht mehr so richtig gut gelaunt, kurz St. Augustine an. Immerhin ist bestes Wetter.

 

 

Wir möchten die Sache zu Ende bringen, warum nicht die Medikamente abholen. In die WalMart Pharmacy, Rezepte abgegeben. “Will be ready in 50 Minutes”! Wie, für zwei Rezepte fast eine Stunde warten? Wir sind nicht mehr in Deutschland! Mittlerweile ist es 17:30 Uhr! Zwei, drei, vier, fünf Runden durch den Laden, dann stellen wir uns wieder in die Schlange. 18:20 Uhr, wir sind dran! Kreditkarte rein, Karte gesperrt. Zweiter Versuch, Karte gesperrt. Siegessicher hole ich meine Karte aus MANni, Kreditkarte gesperrt! Ein letzter Versuch mit der für Notfälle reservierten Karte einer anderen Bank: gesperrt. 19:15 Uhr und nach Bemühungen von weiteren drei WalMart Mitarbeiterinnen geben wir für heute auf und lassen die Medikamente dort, wir kommen morgen wieder! Zurück zu Flying J, das war der gefühlte Freitag der 13.

Wir finden keine Erklärung für dieses Kartendisaster! Am nächsten Morgen können wir bei Flying J mit meiner Karte wieder Internet bezahlen. Keine Nachrichten über Kreditkartenprobleme. Unserer Sache wieder sicher fahren wir zu WalMart zurück, jetzt können wir bezahlen. Leider nicht, beide Karten, gesperrt. Wir lassen uns die Rezepte wiedergeben und fahren zur nächsten “Geldmaschine”, sie spuckt ohne Murren Geld aus.

Keine Lust mehr auf Kreditkartenfrust, Geld haben wir ja wieder. Also auf zum Daytona Beach, Lothar will MANni ein wenig Spaß am Strand gönnen nach den vielen Meilen Interstate. Das Wetter ist zwar nicht mehr so schön, aber es macht Riesenspaß, zumal der Sand sehr fest ist. Ein wenig Nostalgie kommt auf, der Strand ist Teil der alten Rennstrecke von Daytona.

 

Auf zu den Raketen nach Cape Canaveral! Wir finden einen schönen Campground im Jetty Park auf dem Cape.

Am nächsten Morgen fahren wir die 30 km zum Kennedy Space Center. Ich habe mir die Bilder im Flyer angesehen, ich bin nicht der Weltraumfahrer-Fan. Lothar geht also alleine und ist ausnahmsweise Gastschreiber im Dezember:

Männersache: Raketen, Astronauten, Spaceshuttles, Mondlandefähren und vieles mehr.

Ich mache mich allein auf den Weg und bin von der ersten Minute an begeistert. Flugsimulatoren und IMAX Kinos interessieren mich zwar überhaupt nicht, aber es gibt ungeheuer viel “Echtes” zu sehen und es wird wirklich hervorragend präsentiert. Zuerst gehe ich durch den “Rocket Garden”. Hier sind bis auf die Saturn V alle Trägerraketen aufgestellt, die jemals von hier gestartet sind.

 

 

Danach klettere ich durch ein Spaceshuttle und versuche per “Remote Control” einen Marsroboter zu steuern.

 

 
Dann geht es mit einem Bus auf das echte Startgelände. Von einem Aussichtsturm aus kann man die Startrampen (2 Stück) für die Shuttles sehr gut sehen. Auf Rampe 38B steht sogar ein Shuttle, das am 3. Februar starten soll. Und ich dachte, das Shuttleprogramm sei vor kurzem eingestellt worden.

 

 
Von hier aus bringt mich ein weiterer Bus zum Saturn V Center. Dies ist eine riesige Halle, in der eine echte Mondrakete ausgestellt ist. Es ist gewaltig, unter den Triebwerken der ersten Stufe zu stehen. Ebenso spannend ist ein Blick in die original Kapsel der Apollo 14 Mission.

 

 
Gegen 16:00Uhr bin ich mit einer Kamera voller Bilder zurück bei Tina und MANni. 

Auf dem Parkplatz haben wir schon am Morgen ein deutsches Wohnmobil gesichtet, Sprinter 4×4. Während ich noch auf Lothar warte, kommt Sandra und wir erzählen mal wieder woher, wieso, warum, wo gewesen. Wir zwei tauschen Bücher und dann kommen auch die Männer dazu. Die beiden Töchter Nele und Marieke haben bevor für die Ältere die Schule beginnt viel zu sehen bekommen, sie sind wie wir seid Mai 2010 in Kanada und USA unterwegs. Irgendwann wird es leider Zeit zu fahren, wir wollen zum Jetty Park zurück, die Vier haben bereits auf einem anderen Camping gebucht. Wie verbringen eine weitere ruhige Nacht auf dem Jetty Park Campground.

 

Wir müssen weiter, MANni, immer noch kein Highway-Star, muß wieder auf die Interstate. In Fort Pierce wollen wir es nochmal mit der Abholung der Medikamente versuchen. Bei Walgreen warten wir nur 20 Minuten, dafür sind die Medikamente 100 $ teurer. Nein, die nehmen wir nicht mit. Auf dem Weg zur nächsten WalMart Pharmacy haben wir plötzlich eine Vermutung warum alle Kreditkarten nicht funktionierten. Der Betrag ist für eine Pharmacy wahrscheinlich verdächtig hoch. Bei WalMart angekommen fragen wir die Shopmanagerin ob wir übernachten dürfen. Unsere Abholung ist erst nach 19:00 Uhr oder besser erst morgen früh möglich ist. Wir bekommen eine persönliche Parkerlaubnis “overnight” für die Security! Am nächsten Morgen zahlen wir die Medikamente lieber bar.

Wieder Interstate bis Miami Beach. Erstaunlicherweise gefällt es uns hier, alles sehr gepflegt und die Häuser deutlicher niedriger als in Daytona Beach. Besonders angetan sind wir von der Art Deco Meile.

Lothar vermißt nur die im Reiseführer angekündigten Superfrauen am Strand J

Nach ein paar Stunden müssen wir weiter, eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Es dämmert bereits.

 

In Miami Beach haben wir keine gefunden. Ein uns mittlerweile fast unbekannter Stau bringt uns nach ca. 1 1/2 Stunden und 50 km hierhin:

 

Am nächsten Morgen fahren wir schnell weiter in die Everglades, Nationalpark, Camping ohne Strom, dort sollte es anders aussehen!

Kurz hinter dem Parkeingang ist gleich das erste Highlight: Royal Palm. “A lot of Birds and Alligators” sagt der Ranger, na wenn das hier so ist wie mit den Elchen auf Neufundland, dann wird es nicht viel. Aber kaum haben wir den Fotoapparat fertig sind die ersten beeindruckenden Motive zu sehen und es geht immer so weiter.

Es trennt uns kein Zaun oder ähnliches von diesen Ungetümen! Alle künstlich oder?

Anzunehmen, daß alle nur angelockt worden sind. Wir halten völlig alleine einige Kilometer weiter an einem See und ich sage noch: ” wenn jetzt hier auch so ein Monster auftaucht ……. ” und da liegt es, keine 3 Meter weg!

Es interessiert sich auch nach einer halben Stunde nicht für uns und wir fahren zu unserem gebuchten Campground. Morgen ist der 24.12.2010!

 

Die Sonne scheint, es sind 23°C und wir machen Urlaub. In und um MANni ruft allerdings einiges nach umräumen, ausräumen, putzen und sortieren. Trotz Heiligabend “arbeiten” wir ein wenig. Zwischenzeitlich kommen die Schweizer Melanie und Werner mit Land Rover und Tischer Kabine. Sie sind seid September unterwegs und in den USA fast die gleiche Route wie wir gefahren. Um 17:00 Uhr ist Bescherung, wir haben noch ein Päckchen von Freunden, es sollte erst Weihnachten geöffnet werden. Wie schön, daß wir uns daran gehalten haben. Bei einem Glas Sekt öffnen wir das Paket und finden herrliche Dinge und sogar eine Weihnachtskarte darin. Vielen Dank Petra und Stephan!

 

Um 18:00 Uhr wird es dunkel und die Mücken kommen wieder in Schwärmen. Ich habe heute morgen gezählt, 30 Stiche an einem Bein. Wir gehen herein, kochen etwas Leckeres und genießen unseren kleinen Weihnachtsbaum. Der 1. Feiertag vergeht mit “Draußenfrühstück” und einer kleinen Fahrradtour zur Flamingo Marina. Ein Eis, ein Krokodil, ein Manatee und viel Sonne. In der Visitorinformation lesen wir daß morgen ein “Manatee Talk” stattfindet. Ein Ranger wird über diese Seekuh-Art erzählen. Den Abend verbringen wir mit Lagerfeuer und Mückenabwehr.

 

Sturm weckt uns, trotzdem fahren mit den Fahrrädern zum Talk und erfahren einiges. Die Tiere sind bis zu einer Tonne schwer und fressen Gras. Man sieht immer nur die Nase auftauchen und einen Schatten im Wasser. Tatsächlich bekommen wir vier bis fünf Nasen zu sehen. Auch ein Krokodil ist wieder da! Es wird richtig kalt und es gibt Sturm Warnung, nichts mit Sunshine State. Wir verabschieden uns von Melanie und Werner, erzählen eine ganze Weile. Die Beiden fahren morgen weiter. Abwarten wann und ob wir uns wiedersehen, sie haben die gleiche Route geplant. Weihnachten ist vorbei und arbeiten angesagt. MANni bekommt eine komplette Inspektion und innen einen mehr als gründlichen Putz. Wir holen unser Kanu vom Dach, pumpen es auf auf und wollen beobachten ob es dicht ist. Wäre nicht so spannend, Auge in Auge mit einem Alligator unterzugehen! Auch der nächste Tag ist für Florida viel zu kühl, wir arbeiten noch ein wenig hier und da. Nachmittags kommen Hannie und Jean Pierre  aus den Niederlanden auf einen Schwatz vorbei. Sie sind seit  Juli unterwegs und fahren ebenfalls die gleiche Route. Das wird doch wohl keine Karawane? Wir besichtigen ihr außergewöhnliches zu Hause. Auch ein Land Rover aber mit Anhänger, aufgebaut hat er ein riesiges Platzangebot hat. Mal ganz etwas Anderes.

Am nächsten Morgen wird es ernst, die Luft wird aus dem Kanu gelassen. Wir fahren in die Marina und dank MANni’s bordeigener Preßluft pumpen wir das Boot wieder auf. Skeptisch lassen wir es zu Wasser, es sinkt nicht und wir paddeln los. Auf der Tour sehen wir weit und breit kein Krokodil oder einen Alligator. Ich bin ganz froh. Nach 4 ½ Stunden sind wir zurück in der Marina, dort schnauft gleich neben uns ein Manatee und das Hafen-Krokodil liegt auch wieder an seinem Platz.

 

Am nächsten Tag Fahrrad fahren in den Everglades, weit kommen wir allerdings nicht, denn plötzlich versperrt uns jemand den Weg. Nicht gerade ein Alligator, an die haben wir uns mittlerweile gewöhnt! Dieses Tier sieht uns trotzdem mehr als unheimlich aus.

 

Nach ein paar Schrecksekunden wird sie böse, hebt den Kopf und rasselt sehr laut. Eine Klapperschlange, stimmt, davor wurde gewarnt! Zum Glück kommt ein Auto, hupt und die Schlange schleicht gaaaanz gemächlich langsam ihrer Wege. Wir fahren weiter, der Weg endet in einer Sackgasse, uuuuh wieder zurück, hoffentlich ist die Schlange nicht wieder auf dem Weg. Ist sie nicht und wir können weiter radeln, halten aber vorerst nicht mehr an, wer weiß, wer oder was noch so alles im Gebüsch sitzt. Schwarze Witwen soll es hier auch geben!

Auf dem Rückweg noch ein paar Alligatoren am Straßenrand, sie dösen friedlich in der Sonne.

Wir haben wie fast jeden Abend den Sonnenuntergang angesehen, da kommen Rosi und Jim vorbei. Rosi ist vor 50 Jahren von Berlin weggegangen und Jim war Austauschschüler in der Schweiz. Beide sprechen hervorragendes Deutsch. Sie laden uns auf ein/zwei Glas Wein in ihr Wohnmobil ein. Wir erzählen drei Stunden mit diesen beiden außergewöhnlichen Menschen. Sie haben lange Zeit abwechselnd auf zwei Segelbooten gelebt, im Sommer an der Grenze zu Kanada, im Winter in der Karibik und sind jetzt auf ein Womo umgestiegen.

Silvester gehen wir ganz ruhig an, fahren mit den Fahrrädern in die Marina und schauen wer so kommt und geht. Gehässiger weise machen wir uns über die Paddler lustig die mit den gemieteten Booten starten. Es geht von links nach rechts und wieder zurück, nur nicht voran. Die meisten Anfänger kennen das, wir auch! Noch eine Campingplatzrunde, wir lernen Markus aus Bayern kennen. Er fährt mit seinem Motorrad und Zelt mit Unterbrechungen seit 2003 um die Welt. Wir wünschen uns gegenseitig einen guten Rutsch, er ist bereits bei seinen Zeltnachbarn eingeladen. Wir zünden unser Lagerfeuer an und erleben das wohl ruhigste Silvester so lange wir uns erinnern können. Bereits um 22:00 Uhr wird es still und um 23:30 Uhr ist niemand mehr wach, alles dunkel. Wir trinken, den Mücken sei dank, drinnen unser Glas Sekt um 24:00 Uhr und sind einfach sprachlos. So etwas haben wir noch nie erlebt, selbst nicht an so entlegenen Plätzen wie in den Bergen von Nepal.

 

Fazit:

Ein Monat der Gegensätze. 

Reiseroute:

 

 

 

 

 

 

 

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