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April 2011

Veröffentlicht in April 2011 am April 30, 2011 von crossamerika

Der April startet wie der März aufgehört hat. Jeden Tag ein Highlight, welches wir entweder “erfahren” oder mit mehr oder weniger Körpereinsatz “erwandern”.

“Erfahren” haben wir diese Straßen im Capitol Reef National Park:

sowie die “Notom Bullfrog Road”

“Erwandert” haben wir:

Im Capitol Reef National Park den “Golden Throne”

sowie den “Headquarter Canyon”

Danach geht es weiter über die großartige Burr Trail Road in das “Grand Staircase-Escalante National Monument”. An einer Stelle verläuft die Straße genau auf dem Berggrat, ziemlich schmal. Zum Glück ist Lothar höhentauglich, ich lenke mich irgendwie anders ab. Das Escalante Monument ist über 7000 km² groß und zum größten Teil ursprünglich erhalten. 1996 wurde es von Bill Clinton zum National Monument ernannt. Es gibt eine Menge schlechter Straßen, MANni Sache. Außerdem darf man dort “backcountry” campen. Auf der “Hole-in-the-Rock” Road fahren wir nach Süden und übernachten. Morgens sehen wir uns zuerst den “Devils Garden” an.

 

Weiter über schlechte Lehmpiste und wandern zu den Slot Canyons, “Peek-A-Boo” und “Spooky” genannt.

Im “Peek-A-Boo” Slot Canyon:

In den “Spooky Canyon” gehe ich alleine, er ist an manchen Stellen so eng, Lothar hat nicht unbegründet ernsthafte Angst stecken zu bleiben. Ich komme manchmal nur seitwärts voran, auch die Kamera muß ich immer neben mir halten!

Wir finden wieder einen Übernachtungsplatz über einen schlechten Lehmweg.

Dafür mit viel Weitblick! Am nächsten Morgen weiter auf der “Hole-in-the-Rock” Road. Sie wird immer mehr zum “Waschbrett” und es geht steil rauf und runter. Bis zum absoluten Ende der Straße am Lake Powell eben dem “Hole-in-the-Rock” fahren wir nicht, es wird uns ein wenig langweilig. Wir wandern lieber mal wieder zu Besonderheiten:

Einfach zu erreichen “The Dance Hall Rock”

Mit deutlich mehr Anstrengung im “Willow Gulch”, ein wirklicher Frühlingstag an dem sich auch Andere aus ihrer Behausung trauen:

Wir wollen unsere Vorräte wieder auffrischen und fahren am nächsten Morgen den Rest der “Hole-in-the-Rock” Road zurück in das kleine Dorf Escalante.

Eine Straßensperre zeigt zwar Respekt vor MANni, gibt allerdings nicht allzu eilig auf.

Carsten und Esthela haben wir heute verpaßt, im Capitol Reef NP haben wir sie getroffen, vorher im Dorf Escalante und gestern ihre unverwechselbaren Michelin Reifen Spuren auf der “Hole-in-the-Rock” Road gesehen, etwas breiter als unsere!

Unser nächstes Ziel ist der Bryce Canyon National Park. Im Visitor Center sagen sie für die nächsten 3 Tage schlechtestes Wetter voraus. In ein paar Stunden kommt Sturm und Schnee! Wir kaufen mal wieder ein wenig ein und beschließen bis zum Bryce Canyon hochzufahren und uns dort für die nächsten Tage einschneien zu lassen. Danach soll es Sonnenschein geben und der freundliche Herr bei der Visitor Info meinte, dann gäbe es “Bryce at it‘s best”!

Es geht viele Höhenmeter hinauf und wir erreichen bei beginnendem Schneefall den Campground. Wer steht dort, Esthela und Carsten mit Tita. Klar wird wieder erzählt, wer wo in der Zwischenzeit gewesen ist. Wir haben uns an zwei Stellen nur knapp verpaßt. Als wir am frühen Abend zu MANni zurück gehen schneit es bereits heftig. Am nächsten Morgen ist alles weiß und es weht ein kalter Wind. Lothar und ich beschließen einen Haushaltstag einzulegen. Lothar macht Frikadellen und ich backe einen guten deutschen Streuselkuchen. Diesen verspeisen wir zu viert gemütlich am nachmittag bei einem deutschen Kaffeeklatsch in MANni. Es schneit weiter!

Esthela und Carsten fahren am nächsten Morgen ab, wir zwei bleiben und machen einen Spaziergang am “Rim”. Die Sonne kommt nicht ganz durch, aber der Anblick ist schon “breathtaking”. In der Nähe soll es eine Kolonie Präriehunde geben, die besuchen wir am nachmittag. Trotz Schnee sind sie draußen und wir können uns über eine Stunde nicht von diesen lustigen Gesellen losreißen.

Am nächsten Morgen Sonnenschein, es ist wirklich “Bryce at it’s Best”. Wir fahren alle Aussichtspunkte ab und sind begeistert. Wandern geht nicht, der Schnee liegt viel zu hoch, immerhin sind wir am höchsten Punkt auf ca. 3000 Meter.

Durch den “Red Canyon” fahren wir weiter bis Mount Carmel. Wir übernachten und haben Internet. So erfahren wir, daß die Pattis morgen im Zion National Park sind und ihre Maggie an der Visitor Information parken wollen. Klasse, das ist auch unser nächstes Ziel. Kaum fahren wir am nächsten Morgen los, sehen wir hinter uns ein deutsches Hymer Wohnmobil. Zweimal sind wir aneinander vorbeigefahren aber jetzt gibt es einen ausführlichen Schwatz mit Elke und Helmut aus München. Noch ein paar Fotos, dann fahren wir hintereinander in den Zion NP. Am Visitor Center steht tatsächlich die Maggie, das ist was für unseren MANni! Hoffentlich hecken die Zwei nicht wieder etwas aus.

Wir warten auf Simone und Olaf, durch das viele Erzählen mit den Münchnern lohnt es sich nicht mehr mit dem Shuttle Bus in den Park zu fahren. Als die Beiden wieder bei ihrer Maggie ankommen ist die Freude nicht nur bei Hund Paco groß, er mußte Maggie bewachen, Hunde sind im National Park verboten! Wir fahren gemeinsam zu einem schönen Platz in der Wildnis außerhalb des NP.

Die Männer hacken Holz (Edit Lothar: von wegen, Olaf hat eine Motorsäge :=) ) und der Grill wird vorbereitet. Grillgut aufgetaut, u. A. auch fünf von Lothar mit Liebe zubereitete Frikadellen. Als der Grill heiß ist, sind die Frikadellen weg! Ich sehe gerade noch wie Paco sich genüßlich das Maul leckt, gut waren sie………………………………..Wir können dem charmanten Dieb nicht böse sein aber am nächsten Tag passen wir besser auf!

Einen Tag genießen wir hier oben das wunderschöne Wetter, dann trennen sich unsere Wege wieder. Wir beide fahren in den Park, wandern, die Pattis in die Richtung aus der wir gekommen sind.

Mit dem Shuttle Bus geht es in 15 Minuten zum ausgesuchten Stop. “Angels Landing” heißt der “Hike” den wir uns vorgenommen haben. Im Bus wird gewarnt, nichts für kleine Kinder und Menschen mit Höhenangst, ich lasse mich überraschen.

Naja, so schlimm ist es nicht, aber wir kommen ziemlich schnaufend oben an. Die letzte Kletterpartie an der Kette lassen wir aus. Muß nicht sein und die Aussicht ist auch so wunderschön.

Noch eine Nacht in der Wildnis, dann trennen wir uns mit gemischten Gefühlen von den roten Felsen und geben Gas Richtung Salt Lake City. Einerseits ist diese Landschaft in Utah und Arizona wunderschön aber nach über einem Monat ist es genug der roten Steine. Nur noch 3 1/2 Wochen USA sind mittlerweile übrig!

In Salt Lake City kaufen wir ein. IKEA in außergewöhnlicher Lage, das Angebot ist in etwa vergleichbar. Wie immer ist mehr im Einkaufswagen als beabsichtigt, selbst für einen so kleinen Haushalt. Kerzen und Teelichter sind wieder aufgefüllt und Hering im Glas gibt es, 4 Portionen müssen mit! MANni bekommt hier einen neuen Namen. Eine junge Frau läuft lachend vorbei, sagt MANni gefalle ihr und fragt ob es ein “End of the world RV” sei. Das kann nicht ins Deutsche übersetzt werden J .

Den Mormonen Temple Square in der Innenstadt können wir nicht auslassen und zwei nette junge Damen von den Philippinen, die hier für 18 Monate freiwillig arbeiten führen uns durch die Anlage. Wir zwei erzählen von unserer Reise und da wir “homeless people” sind, möchten sie uns gleich bekehren, bieten nett ihre Hilfe an und geben uns sogar ihre Telefonnummern. Ihre Aufgabe ist zu missionieren und wir zwei nur auf Reisen, ohne Haus, das war ihnen wohl nicht geheuer.

Antelope Island im Great Salt Lake ist unser nächstes Ziel. Über eine Art Deich geht es auf die Insel auf der ca. 600 –700 Bisons frei leben. Ein primitiver Camping wunderschön gelegen ist ebenfalls vorhanden.

Wir mieten uns für zwei Nächte ein. Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach den Riesen. Erstmal Fehlanzeige, also gehen wir wandern. Immer höher geht es an einer Traumkulisse vorbei.

Von dort oben sehen wir auf der anderen Seite des Berges einige Bisons. Wieder bei MANni angekommen machen wir uns schnell auf den Weg dorthin und da sind sie:

Zwei Tage immer weiter nach Norden, wir kommen im Schnee in Jackson in Wyoming an. Morgen wollen wir in den Grand Teton National Park. Leider sind noch viele Straßen gesperrt, so auch der weiterführende Highway 89 in den Yellowstone NP. Wir fahren zum Visitor Center und wollen wissen, ob wir in den National Forest zum übernachten fahren können oder sonst irgendwo ein Stellplatz ist. Nur KOA Camping für 40 $ die Nacht, der National Forest ist wegen Schnee noch unbefahrbar und im NP ist alles geschlossen. Andrea aus dem Nachbarort Wilson hört dies und bietet spontan an wir können bei ihr auf dem Hof übernachten. Gesagt, getan und am nächsten Morgen fahren wir in den tiefverschneiten Grand Teton NP.

Man hat uns Elche, Rehe, Wapiti Hirsche und Bären versprochen. Vorsorglich habe ich ein Bärenspray gekauft, welches den Namen auch verdient. Es ist so groß wie ein kleiner Feuerlöscher. Außer den Bären bekommen wir auch alles zu sehen, sogar die große Wapiti Hirschherde die von hier aus weiter in den Yellowstone zieht. Die Tiere haben Glück, sie brauchen nicht auf die gesperrten Straßen zu achten.

Lange haben wir davon gesprochen, jetzt fahren wir hinein in den Yellowstone NP. Kaiserwetter und direkt am Eingang Bisons die durch den Schnee stapfen.

Wir halten noch für jeden Büffel an, bis plötzlich eine ganze Herde die Straße kreuzt und die Letzten angstvoll MANni beäugen. Kaum weiter sehen wir einen Kojoten oder Wolf.

Später als geplant treffen wir auf unserem Campground ein und Tiere sind immer noch unfaßbar nah.

Am nächsten Morgen schneit es wieder. Die armen Büffel staksen durch den Schnee, eine ganze Herde zieht über den Camping. Weiter oben sehen wir diese armen Kreaturen in noch tieferem Schnee, wir dachten der Winter wäre ausgestanden, wie haben sie erst im Januar ausgesehen?

Am nachmittag werden wir im “Lamar Valley” Zeuge einer kleinen Zankerei. Ein Grizzly Bär hat wohl Aas gefunden und kämpft mit zwei Wölfen um die Beute. Die erste Wolf gibt schnell auf, ein Zweiter ist geduldiger und wartet bis der Bär satt ist. Ca. 1 1/2 Stunden beobachten wir mit mehreren Touristen das Geschehen. Leider brauchen wir alle ein Fernglas und das Aas liegt in einer Senke. Trotzdem sind wir zwei mehr als dankbar dieses Schauspiel beobachten zu dürfen. Vorteil eines Winterbesuches im Yellowstone NP.

Auf dem Rückweg sehen wir noch einen Schwarzbär, er sieht im Vergleich zum Grizzly richtig niedlich aus.

Neuer Tag, neuer Schnee. Wir fahren zum “Old Faithful” (der alte Getreue), dem wohl bekanntesten Geysir im Yellowstone NP. Verläßlich wie sein Name sagt, bricht er ca. alle 90 Minuten aus. Für uns ist es heute zwischen 14:50 und 15:10 Uhr. Wir sind um 14:40 Uhr an Ort und Stelle und warten frierend. Um 15:08 Uhr geht es los. Wie ein Springbrunnen schießt das Wasser aus dem kleinen Loch. Mit einer 30-55 m hohen Wassersäule die zwischen 1 und 5 Minuten anhält und durchschnittlich rund 41.000 Liter Wasser verspritzt hat er eine beachtliche Höhe und entwickelt dabei eine beeindruckende Geräuschkulisse.

Leider hat heute der Himmel die gleiche Farbe wie der Wasserdampf und der böige Wind weht die Wasserwolke schnell weg.

Trotzdem war es ein besonderes Schauspiel. Weiter geht’s zum Midway Geysir Basin. Die Farben hier scheinen aus einer anderen Welt.

Den gleichen Eindruck haben wir am Norris Geysir Basin.

Ebenfalls nicht von dieser Welt:

Mittlerweile sind wir vollends der Büffel-Mania verfallen. Überall laufen sie über die Straße und selbst die Kleinen und Kleinstkinder leben schon auf der Straße. Im Gegensatz zu den Alten sind sie oft neugierig und kennen weniger Furcht.

Der nächste Tag bringt Sonnenschein und wir gönnen MANni eine Ruhepause. Der Camping ist nahe bei den Mammoth Hot Springs und wir laufen den kurzen Trail. Wieder sind die Farben faszinierend und zum Glück ist noch keine Saison. Hier wie überall im Park ist es im Sommer wohl unerträglich voll.

Abends feiern wir unser Jubiläum. Genau vor einem Jahr haben wir unsere Wohnung verlassen und sind mit MANni und dem Mietmobil Richtung Hamburg gestartet. Mit Ausnahme von 7 Nächten (zwei Nächte bei Freunden vor dem Abflug und 5 in Halifax im Hotel) schlafen wir nun 365 Tage auf der “Straße”. Wir sind uns einig, besser hätte es nicht werden können, es war ein tolles und ereignisreiches Jahr. Ein Glas Sekt rundet diesen Tag ab.

Es wird Zeit, wir verlassen den Yellowstone NP und fahren nach Bozeman in Montana. Der Schnee hat uns fest im Griff und wie es im Mai wird ?—– Lothars Sache. Er darf zum zweiten Mal den Grenzwechsel beschreiben, diesmal umgekehrt von den USA nach Kanada. Alpträume wegen Spritmangel wird es nicht geben, wir tanken ganz sicher vorher noch einmal voll.

Fazit: Es war der rot/weiße National Park Monat (Felsen in Utah/Schnee im Rest).

Reiseroute:

 

 

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