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Oktober 2010

Veröffentlicht in Oktober 2010 am November 2, 2010 von crossamerika

Oktober und wir haben nur noch 6 Wochen Kanada, dann ist das erste halbe Jahr schon vorbei. In New Brunswick möchten wir den Fundy National Park besichtigen, dort ist Lothar vor 4 Monaten mit MANni zum Duschhaus gefahren, so hat es gegossen. Diesmal regnet es auch und die Vorhersagen sind weiterhin schlecht. Ist der Park nicht sehenswert oder warum präsentiert er sich immer mit schlechtem, nassem Wetter wenn wir ankommen? Aber jetzt sind wir stur und fahren nicht weiter. Der Morgen beginnt mit Regen und wir schlafen lang, Lothar überlegt schon was er alles um- ein- oder ausbauen könnte. Zum Glück kommen Conny und Hubert aus Liechtenstein vorbei als die Sonne es mal versucht. Die Zwei sind seid einem halben Jahr unterwegs und auf dem Weg nach Halifax. Der Nachmittag vergeht im Sonnenschein und es ist 18:30 Uhr als uns auffällt, daß wir mal wieder den Tag verquasselt haben.

Der nächste Tag wirft uns mit blauen Himmel aus dem Bett. Sturheit scheint sich auszuzahlen. Wir machen uns wanderfertig, müssen allerdings MANni mitnehmen, der Startpunkt ist über 10 km weit weg. Ich überlege kurz, meine Fahrstunden sind etwas zu kurz gekommen. Die Strecke ist nicht sehr befahren, aber hat viele Anstiege und Gefälle, also viel rauf- und runterschalten üben. Unterwegs merke ich, daß meine größte Angst den niedlichen Rothörnchen gilt, die immer wieder todesmutig die Straße queren. Wenn ich die unter die großen Reifen bekomme….. Es geht aber alles gut und wir wandern einige Stunden bei bestem Wetter nahe der Küste. Während des 2. Teils meiner Fahrstunde auf dem Rückweg bleiben die lustigen Kerlchen alle in Deckung. Vor etwa einer Woche hatten wir mal wieder so einen kleinen Einbrecher unter der offenen Dachhaube auf unserem Mückennetz. Dieser war sogar so rabiat, er hat versucht das Mückengitter zu zerbeißen. Da hörte dann doch der Spaß auf und wir haben ihn erbost vertrieben.

 

 

 Als wollte der Park es beweisen scheint am nächsten Tag wieder die Sonne. Es ist zwar kalt, aber wir beschließen die Fahrräder mal wieder auszufahren. Schnell stellt sich heraus, daß wir seid Monaten durch PS und nicht durch eigene Muskelkraft bewegt wurden, die Steigungen werden zur Tortur. Wir schaffen allerdings unser Ziel 10 km steil bergauf und bergab und genießen ein paar Stunden am Point Wolfe Beach. Zurück geht es erstaunlicherweise besser.

Der Abschied naht, der Park gibt alles um uns dort zu behalten aber jetzt müssen wir los. Vorher sieht Lothar nochmal nach der Wasserpumpe und dem Ausgleichsbehälter. Die Pumpe macht seit mehreren Tagen gequälte Geräusche, der Ausgleichsbehälter ist voller Wasser, was er eigentlich nicht sein darf. Wir entleeren ihn, nun hat er wieder Luft über dem Wasser und mir ist rätselhaft warum, aber alles hört sich wieder ordentlich an und das Wasser “spuckt” nicht mehr aus den Armaturen. Bei “Indian Summer” Wetter fahren wir einige Stunden, ich sehe nahe der Straße einen Kojoten oder vielleicht doch einen Wolf? Nachträglich bekomme ich Respekt, denn auf Cape Breton Island wurde vor Antritt jeder Wanderung eindringlich vor Kojoten gewarnt und Handzettel mit Verhaltensregeln verteilt. Diese mageren Gesellen, was sollen die schon anrichten? Ich hatte sie augenscheinlich mit den artverwandten traurigen Gestalten im Death Valley, USA verwechselt. Auch ein Elch zeigt sich zum Abschied aus dem “Niemandsland”. Von nun an fahren wir quer durch New Brunswick und dann in Quebec den St. Lorenz Strom flußaufwärts. Wunderschöne Villen mit traumhaften Lagen sowie richtig schönes “Indian Summer” Wetter begleiten uns.

 

Am späten Nachmittag kommen wir in Levis an, der Ort liegt gegenüber Quebec City und wir wissen daß es eine Fähre direkt in die “Old Town” gibt. Der Parkplatz am Anleger ist schnell gefunden, 5 $ pro Tag. Wir fragen, ob wir auch über Nacht stehen dürfen? Klar, 10 $ für 2 Nächte nur am Sonntag müssen wir morgens bis 9:00 Uhr weg sein. Da haben wir in Düsseldorf am Rhein schon deutlich mehr für eine Nacht bezahlt! Das Wetter ist wunderschön, allerdings glauben wir für die Jahreszeit zu kalt, 9°C nachmittags um 16:00 Uhr? Egal, der Ausblick auf die Stadt ist irre und wir freuen uns über diesen tollen Platz und genießen den Sonnenuntergang.

 

Am nächsten Morgen setzen wir mit der Fähre über, 10 Minuten selbst für mich nun nicht mehr der Rede wert. Sonnenschein, aber immer noch so kalt. Einige haben bereits Mützen und Handschuhe an. Die “Old Town” ist wunderschön, allerdings sind wir diese vielen Menschen nicht mehr gewöhnt, Busladungen mit Deutschen und Asiaten, sowie ein großes Kreuzfahrtschiff am Ufer, über 3000 Passagiere und 1000 Mann/Frau Besatzung. Es hat etwas von Rüdesheim oder Königswinter am Rhein. Wir besichtigen das historische und wohl berühmteste Hotel der Welt Fairmont Château Frontenac. Charles Lindbergh checkte 1928 nach einer Landung auf einem nahen Feld ein. Er hatte noch seinen Fallschirm dabei. Während des zweiten Weltkrieges trafen sich hier Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt & Mackenzie King um die D-Day Invasion in der Bretagne zu planen. Gebaut wurde das Hotel im späten 19. Jahrhundert von der Canadian Pacific Eisenbahngesellschaft um den Reisenden eine komfortable Unterkunft zu bieten.

Thanksgiving und Halloween sind nicht mehr weit, so sind viele Gebäude schon entsprechend geschmückt. Die ganze Stadt wirkt französisch, aber so ganz ist es dann doch nicht Frankreich. Um 18:00 Uhr wird es bereits dämmrig und ein interessanter und trotz der vielen Menschen wunderschöner Tag geht zu Ende. Wir genießen abends die Ruhe am anderen Ufer.

 

 

 

 

 

Genug Stadt, in kurzer Entfernung gibt es einen kleinen Park “la Chute-Montmorency” mit einem 83m hohen Wasserfall und damit 30m höher als die Niagara Falls, den wollen wir uns ansehen. Das Wetter ist immer noch meist sonnig, aber kalt. Mir reicht es, ich frage eine Dame, die sich mal wieder nach unserem MANni erkundigt, ob es hier im Oktober immer so kalt ist, ja sagt sie, manchmal schneit es sogar schon. O.K., wir werden die Wintersachen aus- und die Sommersachen wegräumen müssen. MANni darf im Park für kleines Geld übernachten und wir gehen den Wasserfall besichtigen. Ich bin leider nicht nur nicht seefest sondern mit der Höhe hapert es auch. Zu meinem Trost sehe ich aber sowohl auf der Treppe (ca. 500 Stufen) zum Wasserfall und erst recht auf der Brücke über den Wasserfall Menschen die noch mehr “Respekt” haben. Auf der Brücke laufen sie genau in der Mitte und schauen nicht rechts und nicht links. Wir können den Ausblick allerdings genießen und gehen bei Dunkelheit noch einmal hin um den angestrahlten Wasserfall zu sehen.

Der nächste Morgen ist mit 4°C noch kälter, aber die Sonne scheint. Wir fahren zum Canyon Ste-Anne. Wieder ein eindrucksvoller Wasserfall (74 Meter) und für mich kleine Mutproben, wie eine Suspension Bridge 60 Meter über dem Wasserfall ober eine zweite Brücke mit durchsichtigem Gitterboden. Zur Belohnung gibt es von mir selbstgebackenen Pflaumenkuchen mit Sahne!

 

 

Der Mont Sainte-Anne ist nicht weit und wir wollen schauen ob wir dort morgen wandern und heute übernachten können. Im Parkplatz Office verneint die junge Dame letzteres aber wandern könnten wir morgen, allerdings wäre dann der “Mountain closed”. Wie kann ein ganzer Berg geschlossen sein? Heute ist `Thanksgiving` und der letzte Tag der Saison und daher noch geöffnet. Lassen wir uns morgen überraschen. Zurück in Sainte-Anne-de-Beaupré schauen wir uns einen Platz, den wir auf dem Hinweg gesehen haben, genauer an. Es stehen ein paar große RV’s und auch einige kleinere Camper auf einer riesigen Wiese am St. Lorenz Strom. Gegenüber ist eine wunderschöne große Basilika, die Wiese gehört dazu. Wir lesen erstaunt, daß Besucher und Pilger willkommen sind und kostenlos bis zu 4 Nächten hier übernachten können. Natürlich sehen wir uns die Basilika an und sind beide sprachlos, so eine schöne und freundliche Kirche haben wir lange nicht gesehen. Nun sind wir Besucher und bleiben mit gutem Gewissen über Nacht.

 

Das Wetter am nächsten Morgen sollte sonnig sein, ist aber eher bedeckt, wir gehen los obwohl der Mountain eigentlich

geschlossen ist. Das erste Anzeichen ist eine nicht mehr aktive Seilbahn. Weiter merken wir nichts und gehen 2 Stunden bergauf durch den schönen Laubwald. Zwei kleine Chipmunks laufen uns über den Weg, vollgepackt mit Laub um das Winterquartier warm zu polstern. Bis ich die Kamera schußfertig habe, hat das Fotomodel vor Schreck seine Winterausstattung fallen gelassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oben angekommen gibt es weitere Anzeichen, kein Restaurant mehr auf, auch der Sessellift fährt nicht mehr und fast keine Menschen zu sehen. Aber die Schlittenhunde können wir hören, sie sind noch da! Vorsichtig gehen wir näher, ob die wohl friedlich sind? Schließlich kommt eine junge Frau, sagt wir können näher heran und sie sogar knuffeln. Es sind insgesamt 63 Hunde und morgen werden auch sie vom Berg gebracht. Glück gehabt! Wir kraulen hier und kraulen da, einer schöner als der andere. Die junge Dame erklärt uns es gibt Huskies, sie haben einen Streifen auf der Stirn und Malamuts, die sind größer und ohne Streifen. Manche haben ein blaues und ein braunes Auge. Egal, ein paar von ihnen würden wir einfach gerne mitnehmen! Schweren Herzens gehen wir weiter und genießen den Ausblick auf den St. Lorenz Strom. Die Skipiste bietet sich als alternativer Rückweg an, steiler aber kürzer, wir nehmen sie und übernachten wieder bei der Basilika.

 

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir weiter den St. Lorenz Strom entlang. Die Landschaft erinnert ein wenig an das Stück Rheinufer zwischen Düsseldorf und Köln. Im Hintergrund der Fluß, dann Bäume und bis zur Straße Weiden oder Wiese. Uns fällt spontan das kölsche Lied ein “nee do sieht et wirklich us, wie bei uns zu Hus”, (nur den Rheinländern bekannt J ). Zugegebenermaßen ist allerdings der St. Lorenz Strom deutlich breiter als der Rhein, hier fahren sogar Seeschiffe. Wir übernachten in Trois Rivierès und damit nicht alle glauben wir übernachten immer im Paradies hier ein Foto von unserem Übernachtungsplatz bei WalMart aus dem “Wohnzimmer”.

 

Allerdings haben wir WIFI und ich suche ein wenig ob es etwas es in der Umgebung zu sehen gibt und finde wieder eine Basilika, mit Wohnmobil Stellplatz, kostenlos für Pilger und Besucher. Gleich suche ich weiter ob es in Kanada noch mehr solcher Übernachtungsmöglickeiten gibt, aber leider scheinen diese beiden einzig zu sein. Am nächsten morgen finden wir die Basilika schnell, leider ist der Platz offiziell seid gestern geschlossen. Schade, traumhaft am Ufer gelegen. Der Wächter schickt uns freundlicherweise auf einen Parkplatz hinter der Basilika, dort dürfen wir stehen und haben gar keinen so schlechten Ausblick. Wir besuchen die Basilika, die uns allerdings gegenüber der wunderschönen in Sainte-Anne-de-Beaupré gar nicht gefällt.

 

 Dafür begegnet uns “Badman” im Park.

 

Er ist nicht der Einzige und wir sehen eine Menge von diesen schwarzen Hörnchen, alle nicht so hübsch wie die Kleinen, die wir vorher in den Atlantic Provinzen gesehen haben. Es sind halt Stadthörnchen und bei weitem mutiger !

 

Nachmittags rüste ich auf und bringe unsere Halloween Deko an!

In der Nacht beginnt es zu regnen und zu stürmen, wir beschließen einen Haushaltstag einzulegen und fahren zur Wäscherei. Ich glaube Lothar hat den ganzen Tag MANni nicht verlassen. Am nächsten Morgen wollen wir trotz dieses schönen Stellplatzes weiter Richtung Montreal. Wir sind am Montag mittag mit Jacques und Diane, die wir ebenfalls auf Neufundland kennengelernt haben und in Montreal wohnen, verabredet. Die Fahrt geht wieder entlang am St. Lorenz Strom. Sie ist schön, aber nicht aufregend. Den Sonntag haben wir frei, stellen MANni auf einem RV Park gegenüber der City Montreal ab und fahren mit den Fahrrädern los, die Fähre über den St. Lorenz Strom ist um diese Jahreszeit leider nicht mehr in Betrieb! Bei bestem “Indian Summer” Wetter geraten wir mit den Fahrrädern auf die Formel 1 Grand Prix Rennstrecke von Montreal und Lothar ist so schnell, er landet im Kiesbett. Beide, Fahrrad und Lothar kommen zum Glück unbeschädigt wieder heraus J !

Eine schöne Sache, die Rennstrecke ist für Sportler jeglicher Art geöffnet. Ambitionierte Rennradfahrer, Läufer, Skater, Sonntagsausflügler und auf einer Spur sogar Autos. Alle nehmen gegenseitig Rücksicht, es scheint zu funktionieren. Nur einer paßt nicht auf, er oder sie ist grau und gut genährt, rennt einfach über die Bahn und bringt einen Rennradfahrer beinahe zu Fall. Es ist ein Stadt-Grauhörnchen und kommt, genau wie der Radler, so gerade mit dem Schrecken davon. Wir besichtigen die “old Town” und die Skyscraper der City und sind gegen 18:00 Uhr wieder zu Hause. Gut so, denn die Sonne geht mittlerweile um diese Uhrzeit unter.

 

Am nächsten Morgen rufen wir Jacques an, wir wären auf dem Weg zu ihm und Diane. Damit wir sein Haus nicht verfehlen hat er zur Erkennung seinen blauen Wasserkanister herausgestellt. An diesem haben wir auf den Campgrounds immer erkannt daß Jacques und Diane schon da sind!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Danach haben wir einen privaten Taxifahrer und Fremdenführer in Montreal. Jacques (Diane muß arbeiten) fährt mit uns zu Orten, die wir selber nicht gefunden hätten. Stromschnellen im St. Lorenz River, Eishockeystadion der Canadian Habs in Montreal (leider mitsamt der “Hall of Fame” montags geschlossen) Basilika von Montreal, Mount Rouge mit wunderschönen Blicken auf die Stadt, sowie einfach nur Eindrücke bei der Fahrt durch die Stadt. Die Shopping Meile lassen wir aus, was soll ich dort mit 2 Männern?

Abends kommen wir zurück und kochen gemeinsam das Abendessen. Am nächsten Morgen ist früh aufstehen angesagt, Jacques spielt in der Oldtimer Liga für Männer über 60 Eishockey. Das Spiel wollen wir uns nicht entgehen lassen. Die echten Profis spielen im Eishockey-Stadion von Montreal erst am Donnerstag, solange wollen wir nicht bleiben. Um 9:15 Uhr sind wir abfahrbereit, warm angezogen und fahren los. Wir sehen fasziniert zu wie diese Männer zwischen 60 und 80 Eishockey spielen. Es geht gesitteter zu als bei den Profis, aber wir sind über die Wendigkeit und Beweglichkeit mehr als erstaunt und in ihren Anzügen sehen alle aus wie junge Flitzer. Jacques Mannschaft gewinnt 8 zu 2 und der Tag ist gerettet.

 

 

Diane hat heute frei genommen und Mittagessen gekocht. Sie stellt uns vor die Wahl entweder die große “unterirdische” Shopping-Mall zu besichtigen oder einen Park außerhalb. Wir wollen natürlich lieber noch mehr Natur sehen als unterirdische Stadt, also fahren wir zum “Parc Bruno” und genießen die Herbststimmung. Als outdoor Freaks war das den Beiden wohl auch viel lieber.

 

 Abends zeigt uns Jacques Bilder von Northern Quebec und den Torngat Mountains in Labrador. Er hatte früher hier Camps für Abenteurer, Jäger, Angler und hartgesottene Wildnis Fans, er war ein sogenannter “Outfitter”. Das hatte er seinem erlerntem Beruf Rechtsanwalt vorgezogen. Die Landschaft dort oben im Norden ist so wild, unberührt und wunderschön, ich bekomme eine Gänsehaut nach der anderen. Das Gebiet ist nur mit Helicopter oder Float Plane (Wasserflugzeug) zu erreichen, nichts für uns, wir sind nicht trainiert genug und unser Reisebudget würde leiden. Ich habe schon in Labrador im Internet nachgesehen, über 6000$ für zwei Personen, noch nicht einmal eine Woche und leben im Zelt unter schwersten Bedingungen!

Wie immer verlassen wir auch Jacques und Diane schweren Herzens, versorgt mit einem großen Lunchpaket Räucherlachs, Creamcheese und Bagels. Wir erreichen Ottawa, die Hauptstadt Kanadas am späten Nachmittag.

Am nächsten Tag sehen wir uns die Stadt an und dürfen in das Parlamentsgebäude und sogar eine Sitzung des Senats beobachten. Wir verstehen nicht alles auf der Galerie, aber es wird wohl über eine Company in Sasketchewan debattiert. Den Peace Tower mit Rundblick über den Ottawa River und die Stadt müssen wir natürlich auch (mit dem Aufzug) erklimmen.

Der historische Byward Market ist ein Stadtteil mit kuriosen Boutiquen und außergewöhnlich vielen Pups. Für Bier ist es viel zu kalt, uns zieht es zum Aufwärmen in ein großes Kaufhaus, “The Bay”. Ich habe ein bestimmtes paar Schuhe im Auge (ganz legt man alte Gewohnheiten nicht so schnell ab) und lotse Lothar hinein. Die Stiefel sehen zwar wirklich sehr warm aus, aber der Preis ist mehr als heiß! Verschieben wir dieses bis wir in die sogenannten Outlets in USA kommen. Zum Trost gehen wir auf die Dachterrasse um noch etwas von der Stadt zu sehen. Oben finden wir auf dem Dach einen kleinen wilden Zoo, Chipmunks, kleine Hasen und mal wieder einen “Badman”. Uns ist es unerklärlich wie sie alle hier rauf gekommen sind und wir drücken die Daumen, daß sie im Winter genug Futter bekommen.

 

 

Der Wetterbericht sagt noch einen Tag gutes Wetter voraus, wir wandern im Parc de la Gatineau. Es ist noch kälter geworden und die meisten Bäume haben keine Blätter mehr. So sind wir fast alleine unterwegs. Abends gibt es den ersten Schnee! Morgens ist alles wieder weg und wir wollen weiter. Vorher müssen wir allerdings eine Post finden um die Dokumente für unsere Anschluß KFZ Haftpflichtversicherung schnellstens auf den Weg zu bringen. Gestern sind sie per e-mail angekommen, wir haben sie ausgedruckt und unterschrieben. Nun heißt es flott sein, unsere bisherige Versicherung läuft am 18.11. aus. Die Post hat Samstags zu, also versuchen wir es bei UPS, die sind sowieso schneller und sicherer. Als wir bezahlen trifft uns der Schlag, 60$ für einen Brief nach Deutschland! Es ist nicht zu ändern, wir brauchen die Versicherung wenn wir in die USA einreisen. Diese kostet im Jahr soviel wie wir bisher für 2 Monate bezahlt haben, dann sind 60$ zu verschmerzen. Leider haben wir dieses Angebot vor unserer Abfahrt nicht gefunden, Reisende haben uns unterwegs den Tip gegeben. Es ist zwar nur eine KFZ Haftpflicht und nicht wie eine Vollkasko für MANni, aber daß die Versicherung hier irgend etwas im Kaskofall bezahlt, ist sowieso nur Augenwischerei.

Wir fahren weiter über den 1000 Island Parkway bis Kingston in Ontario. Leider regnet es, aber wir können uns gut vorstellen wie es hier bei gutem Wetter aussieht. Eine Villa grenzt an die nächste und die edelsten und größten Motorboote liegen mittlerweile winterfest an Land. Manche Inseln sind so klein, es paßt gerade mal ein Haus darauf oder ragt sogar über.

 

 

 

Die Stadt Kingston hat viele historische Gebäude, aber so richtig begeistert sind wir nicht. Allerdings haben wir endlich in einem Computerladen eine neue Internet Antenne gefunden. Unsere “Importierte” hatten wir ja in Neufundland auf dem Dach bei Regen vergessen. Lothar probiert die Neuanschaffung während ich erneut die Parkgebühr bezahle. Auf dem Parkplatz treffe ich Reiner Meutsch aus Remagen am Rhein, er steckt gerade seine Visitenkarte hinter die Scheibenwischer von MANni. Er hat mit einem Sportflugzeug die Welt umrundet (Fly-and-Help.de) und eine Stiftung gegründet. Sein Geld hat er mit Reisenden verdient und baut jetzt in den entsprechenden Ländern Schulen für die Armen. Ein sehr sympathischer Mann. Wir beide unterhalten uns eine Weile, leider führen unsere Wege dann in verschiedene Richtungen, vielleicht sieht man sich später in Deutschland wieder, die Welt scheint klein zu sein!     

Weiter geht es über “Prince Edward County”, schön aber mit viel Farmland und ein paar Wineyards nicht besonders aufregend. Genauso sieht es auf der Strecke entlang des Ontario Sees bis Toronto aus. Immer wieder große Felder, Silos und riesige Farmen.

In der fast 3 Millionen Stadt Toronto angekommen ist das Großstadtfeeling sofort wieder da. Mehr als sechsspurig geht es in die Innenstadt. 

 

Wir haben laut Internet-Recherche einen zentralen WalMart in das Navi eingegeben. Nach etlichem “Traffic” kommen wir an und wie fast befürchtet “No overnight parking”. Aber einen Camping oder ähnliches gibt es weit und breit nicht. Ich gehe also fragen, wir sind Deutsche und wollen doch sooo gerne Toronto sehen, wo sollen wir denn stehen? Dieser WalMart gehört zu einer Mall, also gehört auch das Gelände zu eben dieser und damit ist es verboten lautet die Antwort. Ich könnte allerdings in der Mall die Security selbst befragen. Gesagt getan, ein netter junger Mann erklärt mir zwar das Gleiche aber 4km weiter sei ein weiterer WalMart, dieser erlaube das Parken über Nacht. Er malt mir sogar eine Skizze, ich bedanke mich und skeptisch fahren wir los. Auf dem Parkplatz ist kein Schild und wir bleiben. Wieder stellen wir fest: Fragen lohnt sich! Bis auf den Sturm, der eigentlich bereits für den Nachmittag angekündigt war, uns aber in der Nacht durchschüttelt sowie die 5 Meter entfernte Eisenbahnlinie schlafen wir gut. Lothar hat am Abend auf dem WalMart Parkplatz mit Juri! aus Chile gesprochen, er wohnt jetzt hier, seine Freundin kommt aus Polen. Er sagt, es sind von hier nur ca. 4 km bis Down Town, das wäre ja prima! Morgens geht es mit dem Fahrrad genau in diese Richtung. Wir fahren los und merken schnell, das stimmt ganz und gar nicht. Wie konnten wir auch einem gebürtigem Südamerikaner glauben. Egal, das Wetter ist trocken und wir schlagen uns tapfer geschätzte 15km bis zur Waterfront. Zwischendurch halten wir am Kensington Market und in Chinatown an. Nichts Neues, haben wir alles schon vorher gesehen. Am Seeufer ist es zugig und kalt, es macht einen etwas verlassenen Eindruck weil alles “closed to saison” ist. Wir radeln weiter zum St. Lawrence Market in der ‚Old Town‘ von Toronto. Es gibt alles zu essen was das Herz begehrt. Wir kaufen nur Gouda (seit Monaten nicht mehr gegessen) und ein Baguette und essen draußen auf der Dachterasse. Der Gouda heißt aber nur Gouda, schmeckt leider wieder ähnlich wie der gewohnte kanadische “Plastik Käse”. Hätten wir besser den Räucherlachs genommen! Danach radeln wir durch den Finance District und erreichen den insgesamt 553m hohen CN Tower. Klar müssen wir rauf und haben einen wunderschönen Rundumblick auf alle Scyscraper. Eine Etage tiefer gibt es einen “Glas Floor”. Ich denke was soll’s ein Glasboden, das mache ich doch locker. Eine deutsche Frau steht bereits am Rand und sieht ihrem Mann ungläubig zu. Er springt auf dem Glasboden herum und hat seine Freude. An nichts Böses denkend will ich den Boden betreten, ach du Sch….. 365 m in die Tiefe, geht nicht, gar nicht. Selbst Lothar, der eigentlich höhenfest ist, betritt erst beim 3. Versuch und sehr zögerlich für 30 Sekunden den gläsernen Boden. Komisch was der Kopf anstellt obwohl der Verstand genau weiß daß nichts passieren kann. Ich gebe jedenfalls wie viele Andere auf und wir fahren herunter, zurück auf festen Boden. Von hier geht es nach ‚Down Town‘, Yonge Dundas Square und Yonge Street, der mit 56 km längsten Straße der Welt. Das mit 230 Geschäften bestückte `Eaton Centre‘ lassen wir lieber aus, Lothar befürchtet ich könnte wieder nach Stiefeln Ausschau halten. Genauso haben wir uns nur kurz in der Underground City aufgehalten. Hier werden auf insgesamt 27 km unterirdisch Büros, Hotels, Restaurants und besonders weitere Shops verbunden. Wir sind lieber draußen! Als es dämmrig wird fahren wir zurück, wir haben kein Licht an den Rädern. Insgesamt war die Tour sehr schön, selbst in der Innenstadt fühlten wir uns auf dem Fahrrad nicht unsicherer als in Düsseldorf, eher im Gegenteil. Aber wer mit dem Fahrrad vor ein paar Jahren um den Arc de Triomphe  in Paris gefahren ist, den schreckt so schnell nichts mehr. 
 
 
 
 
 
 
Wir haben nun mehr als genug Zeit bis wir um den 11./12. November über die Grenze in die USA müssen. Leider gibt es hier nicht mehr viel Spannendes zu tun, alle Parks haben bereits geschlossen. Früher dürfen wir nicht über die Grenze, sonst müssen wir im nächsten Jahr schon vor Mitte Mai wieder in Kanada einreisen. Wir machen uns auf den Weg zu den Niagara Falls, mal sehen was wir 10 Tage dort unternehmen können. Heute ist Halloween und wir gehen ein paar Lebensmittel einkaufen. An der Kasse sitzt der Teufel und der “echte” Badman paßt auf die Einkaufswagen auf. Einige kleine Prinzessinnen, kleine Supermänner, Darth Vader und etliche Saurier sind auch unterwegs. Karneval Ende Oktober in Kanada. Wir schalten abends unsere Deko ein und mehr bekommen wir von Halloween nicht mit.
Der Oktober war im Vergleich zu den vorherigen ein eher ruhiger Monat. Wir vermissen Neufundland und Nova Scotia schon jetzt. Die Menschen, die Freiheit und die Landschaften haben uns sehr berührt! Die Meßlatte ist für die weiter zu bereisenden Länder sehr hoch gelegt worden. Simone und Olaf sind noch auf Neufundland (siehe ihre homepage mit wunderschönen Bildern unter “Reisende unterwegs getroffen”) und ihnen geht es genauso.
 
 

Fazit des Monats: Die besonderen Menschen sind in der Masse schwer zu finden!

Reiseroute Oktober:

 
  
 

 

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