Dezember 2011

Veröffentlicht in Dezember 2011 am Januar 2, 2012 von crossamerika

Ich, Martina, gewinne beim knobeln und darf das erste Türchen des Adventskalenders öffnen.

Danach beginnt wieder der Ernst, wir müssen das Leck im Boiler suchen. Wir klemmen ihn an die Wasserleitung und geben Druck drauf.

Sehr schnell zeigt sich die unserer Meinung nach viel zu dünne Schweißnaht und es kommen kleine Fontänen heraus.

Somit ist die Arbeit für heute getan und wir haben frei und bummeln noch einmal durch Port Townsend. Abends senden wir ein e-mail an Cory, o.k. wir können morgen nachmittag kommen.

Kurz nach mittag stehen wir bei Cory in der Werkshalle. Schicke Aluminiumboote werden hier gefertigt.

Er sieht sich den Boiler an, übergibt ihn einem Mitarbeiter. Während der Kessel in Arbeit ist führt uns Cory durch seine Firma, sehr beeindruckend. Der Mitarbeiter gibt sein Bestes, doch leider ist dem Boiler nicht zu helfen.

So bleiben uns die Kanister erhalten statt in den Müll zu wandern. Wir werden mit der Herstellerfirma in Deutschland Kontakt aufnehmen, denn das Gerät ist eigentlich noch in der Garantiezeit.

Am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein, wir fahren noch einmal auf die Hurricane Ridge. Oben angekommen sehen wir, daß unser Plan, den wunderschönen Wanderweg noch einmal zu laufen, scheitert. Hier hat es richtig geschneit und viele fahren schon Snowboard oder wandern gut bestückt mit Schneeschuhen. Wir stapfen durch den Schnee und genießen den Ausblick.

Erst spät fällt uns ein, wir haben doch in Neufundland Schneeschuhe geschenkt bekommen. Aber leider haben wir uns nie darum gekümmert wie sie an unsere Schuhe zu befestigen sind. Schade, so wird aus der Wanderung nicht viel und wir sitzen faul über den Wolken bis zum Sonnenuntergang.

Der Wetterbericht hat für eine Woche gute Nachrichten. Wir fahren noch einmal zum Kalaloch Beach im Olympic National Park. Hier hat es im vergangenen Monat zu viel geregnet. Drei Tage machen wir Strandspaziergänge und richten dies und das in MANni.

Es gibt wunderschöne Bewohner in allen Farben und Größen.

Oft können wir uns erst spät von ihnen lösen und sind bis es dunkel ist am Strand.

Seattle ruft, wir möchten die Weihnachtsdekoration sehen. Vorher machen wir einen weiteren Abstecher in die Hauptstadt Olympia. Im Parlament wurde letzten Monat gerade der Weihnachtsbaum aufgebaut, diesen möchten wir uns ansehen. Wieder kommen wir ohne jegliche Kontrolle in das Gebäude.

Naja, etwas größer hatten wir ihn uns schon vorgestellt, aber schön ist er trotzdem. Nur das Ein- und Ausschalten erscheint uns ein wenig unprofessionell:

Spät am Freitag nachmittag kommen wir in Seattle an. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß amerikanische Großstädte am Wochenende verkehrsarm und Parkplätze gut zu finden sind. Auch diesmal haben wir Glück. Direkt unterhalb des bekannten Pike Place Market finden wir einen Parkplatz. 30 $ für 24 Stunden mitten in Seattle, super. Leider haben wir den fast direkt über uns verlaufenden Freeway 99 nicht bedacht. Hier allerdings ist die ganze Nacht Verkehr und somit ist es laut. Egal, ist die Nacht eben etwas kürzer, “schlaflos in Seattle”.

Wir beginnen an der Waterfront und laufen im Pioneer Square District zum Smith Tower von dem man eine schöne Aussicht haben soll. Heute leider wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen. Das Wetter läßt sowieso zu wünschen übrig also gehen wir zurück zu den Pike Place Markthallen.

Es gibt fast alles hier, Gemüse, Fisch, Antikes und viele Kuriositäten.

Man beachte das Preisschild für den Rosenkohl…..

Auch die lebende Tierwelt ist besonders:

Rosa lackierte Krallen

Spanner in der Damentoilette

Die Motorrad fahrende Damenwelt gibt sich selbstbewußt:

Danach fahren wir mit der Monorail (Einschienbahn), ein 2,5 km langes Nahverkehrsexperiment, zur Space Needle.

Beides wurde im Rahmen der Weltausstellung 1962 gebaut. In wenigen Sekunden geht es mit einem Außenaufzug auf 184m Höhe. Wir haben einen guten Blick auf die Skyline, bleiben bis es dunkel wird und trinken gemütlich ein Bierchen. Das Warten hat sich gelohnt.

Auf dem Weg nach oben fotografiert uns der übliche “Hausknipser”. Aber Neuzeit, das Bild gibt es über e-mail kostenlos:

Besonders schön wirkt die “Needle” von unten:

Zurück nach Down Town. Leider gibt es keine so richtig schöne Weihnachtsdekoration wie wir es uns erhofft hatten. Vielleicht sind wir auch von New York im vergangenen Jahr zu verwöhnt, vielleicht liegt es auch ganz einfach an der nicht so rosigen Wirtschaftssituation in den USA. Jedenfalls sind wir schneller als erwartet wieder an der Waterfront und essen genüßlich “Fish & Chips”. Wir bleiben eine weitere laute Nacht und fahren am nächsten Morgen auf den Capitol Hill. Ein Aussichtspunkt bietet einen schönen Blick auf die Seattle Skyline.

Wir sind in und um Seattle eher fertig als gedacht, das Aquarium besuchen wir nicht, nächstes Jahr wartet das Monterey Aquarium, von dem wir uns selbst schon einmal überzeugen konnten wie grandios es ist.

Aber Lothar hat Geburtstag und wir haben uns die Boeing Factory Tour für diesen Tag aufgehoben. Wir buchen im “Future of Flight Center” eine 1 ½ stündige Tour durch das Gelände und die Fabrikationshallen des Werkes. In der größten Halle der Welt (ca. 15,5 Millionen m3 groß) stehen viertel, halbe oder sogar ganze Jumbo Jets und auch die neuen DreamLiner Carbonflugzeuge 787 werden hier drin endmontiert. Riesige Rolltore entlassen die fertigen Flieger in die Freiheit. Beeindruckende 1 ½ Stunden. Leider können wir Lothar zum Geburtstag keine Boeing kaufen, keine Ahnung wohin damit J .

Wir entscheiden uns noch einmal nach Port Townsend zu fahren und uns in der Marina für ein paar Tage einzumieten. Stellplatz mit “Seeblick” und relativ gutes Internet, so können wir alle Weihnachtsgrüße versenden.

Außerdem bietet das Städtchen alte viktorianische Gebäude und nette Läden wie schon im Oktober berichtet.

Bei gutem Wetter spazieren wir am Puget Sound entlang und sehen häufig Robben und manchmal Seeotter im Wasser.

Hier finden wir auch den größten Seestern den wir je gesehen haben, allerdings ziemlich tot.

Am letzten Morgen wollte Familie Otter sich netter weise persönlich von uns verabschieden.

Nach einem weiteren Tag im Regenwald

fahren wir über Weihnachten zum drittenmal an den schönen Kalaloch Beach.

 

Am ersten Feiertag beobachten wir von MANni aus diesen gefräßigen Seeadler. Es ist ein großer toter Fisch angeschwemmt worden.

 

 

Das ist alles was er und ein paar gierige Möwen übergelassen haben:

 

 

Drei Tage regnet es ununterbrochen, kein Wunder auch dieser schöne Strand liegt direkt am Regenwald. Wir nutzen die Zeit und räumen mit Meerblick unsere PC’s und Festplatten auf. Nie war es so ordentlich………………… Dann ist es Zeit Kalaloch Beach endgültig Lebewohl zu sagen. Wir möchten noch ein paar Dinge erledigen und fahren zurück nach Lacey bei Olympia. Hier verbringen wir einen ruhigen Silvesterabend in MANni, Feuerwerk gibt es keines.

Der nächste Defekt:

 

So öffnen wir seit einigen Tagen unsere Thetford Toilette, der Bedienhebel ist abgebrochen. Es wird wirklich höchste Zeit in Deutschland verschiedenste Ersatzteile zu besorgen. Übermorgen kommt MANni in den Storage und wir steigen in den Flieger. Lothar wird Anfang April einen kurzen Überblick über die Monate in Deutschland einstellen.

 Fazit de Monats:

 Unverändert gegenüber November, eben Washington, “The Evergreen State”.

 Reiseroute:

 

 

November 2011

Veröffentlicht in November 2011 am Dezember 1, 2011 von crossamerika

Wir sind im Olympic National Park, er liegt auf der gleichnamigen Halbinsel vor Seattle. Das Wetter ist wider Erwarten gut und wir machen eine 10km Wanderung über die Hurricane Ridge auf ca. 1500m mit Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der Olympic Mountains. Nach Norden können wir Vancouver Island und die Hauptstadt von British Columbia, Victoria, erkennen.

Hier oben hat der Winter allerdings schon begonnen. Es ist ganz schön frisch.

Die nächste Wanderung zu einem kleinen Wasserfall führt uns durch einen traumhaften Wald mit riesigen Redwood-Bäumen.

Die Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz im Regenwald. Ja ganz richtig: Regenwald. Der Olympic Nationalpark beherbergt den größten nicht tropischen Regenwald der Welt. Der Platz ist offiziell schon geschlossen, aber man darf ihn im Winter kostenlos benutzen.

Die einzigen Mitcamper sind diese “Schwarzschwanzrehe” (übersetzt heißen sie wirklich so!).

Der nächste Tag bringt trotz Regenwald Sonne und wir nutzen die Chance für eine weitere Wanderung.

Der Weg schlängelt sich durch märchenhaften Wald. Wir haben so etwas noch nie gesehen. Die Kameras laufen heiß und am Ende des Tages hat Martina die Qual der Wahl, daraus die besten Bilder auszuwählen. Und ich muß aus dieser “Essenz” noch einmal für den Blog aussuchen. Das ist mir sehr schwer gefallen, deshalb etwas zu viele Waldbilder.

 

Sogar Paparazzis leben hier:

Wir bewegen uns ca. 130km in den Nordwesten, in die äußerste Spitze der Halbinsel, zur Makah Indianer Reservation, wandern zum Cape Flattery und haben viel Glück. Wir sehen Seelöwen und einen Fischotter beim vertilgen von großen Mengen Seeigeln. Sein Freund, die Möwe, bekommt jedesmal die Reste.

Weiter der Küste entlang ist unser nächstes Ziel der Rialto Beach. Diesen haben uns die Ranger besonders zum wandern empfohlen. Es muß allerdings Ebbe sein. Der Strand liegt voller angeschwemmter Riesenbaumstämme, es ergibt zum Teil sehr bizarre Fotomotive.

In den kleinen bei Ebbe zurückbleibenden Tümpeln gibt es viel zu beobachten. Kleine Fische, Minikrabben, Seesterne und Einsiedlerkrebse. Am besten haben uns aber die Seeanemonen gefallen.

Das Wetter wird während unserer Strandwanderung immer besser und wir nutzen die Chance auf einen Sonnenuntergang am Pazifik.

Wir fahren das Abwechslungsprogramm! Es geht wieder in den Regenwald. Hoh River Rain Forest heißt er diesmal und wir machen eine Wanderung durch die sogenannte “Hall of the Mosses”, also durch die Halle der Moose.

Die hier wachsenden Zedern und Fichten erreichen eine Höhe von fast 100 Metern. Unglaublich wenn man an unsere heimischen Fichtenwälder denkt.

Am Ende des Weges läuft uns noch ganz überraschend eine “Bobcat” genannte Wildkatze über den Weg. Sie ist vielleicht doppelt so groß wie eine Hauskatze, hat aber einen ganz kurzen Schwanz. Sie ist nicht sehr scheu, und so können wir ein paar recht schöne Bilder machen.

Am nächsten Tag geht es wieder ans Meer. Vorher halten wir aber noch bei der dicksten Rot-Zeder der Welt. Sie soll einen Umfang von ca. 20 Metern haben und ist wohl über 1000 Jahre alt. Ich hab`s nicht nachgemessen, aber es kann schon stimmen.

Wir suchen uns auf dem Kalaloch Campground ein Plätzchen mit Pazifikblick und laufen noch eine Weile über den Strand. Wir haben gesehen, daß auch Bäume ganz schön durchhängen können.

Am Abend sind wir zuerst enttäuscht, weil uns Wolken den Sonnenuntergang “vermiesen” wollen, wenig später werden wir aber durch die Farben am Himmel völlig entschädigt.

Das Wetter bleibt trocken, so verlängern wir um einen Tag, den wir am Strand verbringen.

Danach leider wieder viel, viel Regen und wir besuchen die Hauptstadt Washingtons, Olympia. Für amerikanische Verhältnisse eine Kleinstadt mit gerade mal 33.000 Einwohnern. Ganz unamerikanisch darf man hier ohne jede Kontrolle und ohne ein Heer von Sicherheitsbeamten das Parlamentsgebäude von außen und innen besichtigen.

 Fast alle Türen stehen offen, so können wir einen Blick in den Senat und in das Abgeordnetenhaus werfen.

Alle Lampen, vom riesigen Lüster in der Kuppel (mehr als 3 Tonnen Messing) bis zum Lämpchen über Toilettentür, wurden von der Firma Tiffany speziell für dieses Gebäude entworfen und hergestellt. Ich war versucht, die ein oder andere abzuschrauben.

Mehr hat Olympia aber nicht zu bieten und wir bewegen uns langsam wieder Richtung Norden. Wir sind jetzt an der Westküste des Pudget Sounds, ziemlich genau gegenüber von Seattle. Die Skyline der Millionenstadt versteckt sich hinter Hügeln, aber wir haben einen guten Blick auf den riesigen Mount Rainier.

Hier auf Bainbridge Island gibt es einen kleinen staatlichen Campground direkt am Wasser. Wegen “Nachsaison” kann Martina einen 25%igen Rabatt heraus handeln und wir bleiben 3 Tage. Am Strand gibt es riesige Muscheln und Schneckenhäuser. Gegen unsere selbsterstellte Regel “Keine Souvenirs” müssen wir die beiden größten Schneckenbehausungen mitnehmen. Die früheren Bewohner mögen wir uns ob ihrer Größe aber lieber nicht vorstellen.

Am 4. Januar 2012 fliegen wie für 3 Monate nach Deutschland. Ein paar private Dinge müssen erledigt werden und so bietet sich die eher trostlose Winterzeit dazu an. Wo bleibt aber MANni? Wir brauchen einen Einstellplatz. Martina “googelt” und schon nach einer Stunde ist alles klar. Ca. 20km südlich des Flughafens von Seattle gibt es ein Storage, das noch Plätze frei hat. Teuer ist es auch nicht und die nette Dame gibt uns per mail noch den Tipp, im Internet einen Gutschein auszudrucken, so daß die ersten 3 Monate nur die Hälfte kosten. Schnell den Drucker angeschlossen und Rabattcoupon bewaffnet geht es zum Abstellplatz. Sieht gut aus … aber die Dame im Office schüttelt nur den Kopf. Ein Wohnmobil? Nein, dafür haben sie keinen Platz. Ja, aber die Auskunft..? Nein, nein, das ist wohl falsch verstanden worden. Hmmmm, grummel, wieder einmal willkommen in Südamerika. Noch nicht einmal einen Tipp will uns die gute Frau geben.

Wir beschließen weiter in Richtung Flughafen zu fahren und haben nach 10km Glück. Ein Platz voller Wohnwagen und Reisemobilen. Martina stürmt das Office und 10 Minuten später ist der Platz gebucht. Na also. Nicht teurer als der andere, näher am Flughafen und direkt vor dem Eingang fährt der Expressbus zum Airport ab. Sollte wohl so sein.

Heute ist Donnerstag der 24.11, “Thanks giving” – einer der höchsten Feiertage hier in Nordamerika. So ähnlich wie bei uns Heilig Abend. Die Familie trifft sich, es gibt Truthahn und Geschenke und um Mitternacht geht es hier allerdings zum shoppen. Dann beginnt der “Black Friday”, das Einkaufserlebnis der US-Amerikaner. Alle Läden locken mit Sonderangeboten und öffnen schon mitten in der Nacht, oder wie im Fall Wal-Mart, werden um Punkt Mitternacht die bis dahin verhängten Regale mit den Sonderangeboten freigegeben und es darf zugegriffen werden. “Shop `till you drop”, also kaufen bis zum umfallen ist angesagt. Wir haben uns auch das Sonderangebotsblättchen besorgt. Auf Seite 12 gibt’s was für uns. Externe Festplatten für nur 54$. Und auf Seite 30 Wrangler-Jeans für 9,90$.

Da müssen wir heute abend auch hin!

Vorher aber noch unsere ganz private “Bescherung”. Es läuft Wasser durchs Auto. Und gar nicht so wenig. Ich mache mich auf die Suche und nach 30 Minuten ist klar: Unser Boiler leckt. Jetzt hat‘s uns also auch erwischt. Von den unterwegs kennengelernten Reisenden sind 3 auch schon länger ohne Heißwasserversorgung unterwegs. Erst einmal klemme ich den Übeltäter vom Wasserkreislauf ab und lasse ihn über den Entlüftungshahn leer laufen. Der Wasserschaden ist damit umgangen, das Duschen leider auch. Später, wenn es einmal nicht regnet, werde ich das Gerät ausbauen und zerlegen.

Abends, oder besser nachts um 23:30Uhr geht es in den Wal-Mart. Vor jedem schwarz verhangenen Regal drängeln sich die Leute. Bei den Festplatten aber nur ca. 10, so daß wir hoffen können. Punkt Mitternacht ist es dann soweit. Folie herunter und zugelangt. Martina eine und ich auch eine J . Jetzt zu den Jeans. Clever wie ich bin hab ich schon nachmittags eine “normalpreisige” Wrangler probiert und brauche so nur noch nach der richtigen Größe zu suchen. 10 Minuten später stehen wir an der Kasse und freuen uns wie die Schneekönige. Umringt von riesigen Flat-Screens und LapTop-Kisten verbringen wir noch eine “gemütliche” Stunde in der Schlange und um 1:30Uhr sind wir wieder zu Hause.

Am Morgen die Premiere. Es wird “kanistert” und nicht geduscht. Man nehme dazu einen leeren 4l-Trinkwasserkanister, fülle ihn halbe/halbe mit heißem und kaltem Wasser (das Heiße muß man natürlich vorher mit dem Wasserkessel herstellen) und schütte sich den Kanisterinhalt mit einer langsamen aber stetigen Bewegung über den Kopf. Gut, daß man nicht allein unterwegs ist, so steht die zweite Füllung nach dem einseifen schon parat. Na also, geht doch. Wie heißt es so schön: “Ein Problem, das sich mit Bordmitteln beheben läßt, ist kein Problem”.

Genau!

Beim Frühstück fällt Martina ein, daß wir uns an der Tankstelle in der Prudhoe Bay in Alaska mit Cory unterhalten haben. Er ist Inhaber einer Aluminiumbootsbaufirma hier in Port Angeles und hat uns damals seine Karte gegeben falls wir mal Hilfe bräuchten. Dieser Fall ist jetzt eingetreten und ich frage per Mail an, wo ich meinen Edelstahlboiler schweißen lassen könnte. Nach 2 Stunden schon die Antwort. Kann er für uns machen. Jetzt sollte nur noch der Regen aufhören, damit ich das vermaledeite Teil auch ausbauen kann. Dazu muß ich mich nämlich unter MANni legen und das Wasser der Webasto-Heizung ablassen. Ich hoffe da stark auf “Weather Pete”, der ab morgen für 2 Wochen Sonne angesagt hat.

Heute am letzten Novembertag haben wir tatsächlich den erwarteten Sonnenschein. Wir finden in Port Townsend einen schönen Stellplatz in der Marina und ich lege mich unters Auto.

Eine Stunde später ist der Boiler ausgebaut und zerlegt. Ein Leck ist aber erst einmal nicht zu sehen. Morgen werde ich ihn direkt an den Wasserhahn anschließen, denn ich hoffe unter Druck das Leck zu finden. Martina wird darüber berichten. Wir genießen die Abendstimmung mit Blick auf den ca. 100km entfernten Mount Baker

und knobeln, wer morgen das erste Türchen unseres Adventkalenders öffnen darf.

Fazit:

Tatsächlich regnet es im Regenwald fast ständig.

Reiseroute:

6 Monate West-Kanada und Alaska

Veröffentlicht in 6 Monate West-Kanada und Alaska 2011 am Oktober 31, 2011 von crossamerika

 

Zusammenfassung 6 Monate West-Kanada und Alaska

 

  • Einreise:
  • Nach Kanada und Alaska gleich: unkompliziert, allerdings werden wir kurz interviewt. Wohin, warum, wie lang und wie wollen wir es bezahlen. Dieses mal bekommen wir in Kanada einen Stempel mit Ausreisedatum. Das Fahrzeug ist wieder einmal völlig uninteressant.
  • Übernachtungen: 171 Nächte insgesamt, davon 48 in Alaska, 44 mal auf Campingplätzen, 20 mal auf WalMart Parkplätzen, ansonsten frei in der Natur
  • gesamt gefahrene Strecke: 19000km, ergibt einen Tagesdurchschnitt von ca. 110 km
  • Straßen: 50% Asphalt, der Rest zwischen superfester Lehmtrasse und losem Geröll.
  • Dieselpreis: in Alaska ca. 1,10$, in Kanada 1,15- 1,60$. Spitzenreiter war Inuvik in den North-West Territories, am günstigsten ist der Diesel in Alberta. Er ist flächendeckend zu bekommen nur die Flächen sind etwas größer.
  • Kostenlose Dump Stationen in Gemeinden und an Tankstellen (manchmal nur bei Betankung), nicht immer gibt es Trinkwasser und man muß schon einmal länger suchen.
  • 2 Inspektionen an MANni, eine in Eigenarbeit, die 100.000km Inspektion in der Unimogwerkstatt von Hans Mross bei Vancouver. Eine Reifenpanne auf dem Dempster Highway. In Whitehorse, Yukon ein Federauge vorn links wechseln lassen.
  • Spritverbrauch/Ölverbrauch: 23l/100 km – 1l/1000km
  • Propangasverbrauch: ca. 15kg für die ganze Zeit (nur kochen und backen)
  • Propangas nachtanken: problemlos an Tankstellen mit unseren fest eingebauten ALU-Gas Tankflaschen und US Adapter
  • Propangaspreis: schwankt stark von 0,80$ bis über 2$ pro Liter
  • Defekte im Aufbau: Druckschalter der Shureflow Pumpe (kostenloses Ersatzteil in Calgary bekommen), an 2 von 3 Toilettenkassetten bricht der Mitnehmer der Verschlußdeckel, Rep. mit Bordmitteln, Austausch aller 4 Wohnraumbatterien.
  • Preisniveau: Im Yukon und in den NWT sehr, sehr hoch bei Lebensmitteln als auch bei Wein und Bier, In Alaska auf dem Niveau von “Restkanada”, außer Alkohol, der ist in Alaska günstiger.
  • Campingplätze: Variieren stark im Preis, in der Lage und der Ausstattung, unser Durchschnittspreis lag bei ca. 20$ pro Übernachtung
  • Internet: Offene WLAN (WIFI) Netze sind im Süden oft vorhanden, im Norden Mangelware. Die Geschwindigkeit ist meist eher dürftig.
  • Ein Ellenbogen ausgekugelt und ein Zahnarztbesuch. Sonst bei bester Gesundheit.

 

Subjektive Eindrücke:

  • Es gibt traumhaftschöne Sackgassen bis zu 800km Länge (z.B. Dalton und Dempster Highway). Für uns das Highlight überhaupt.
  • Bären, Lachse, Wölfe, Adler, Bison, Elche und Caribous. Tiere gab es im Überfluß!
  • Der gesamte Norden ist sehr dünn besiedelt. Immer findet man herrliche Plätze zum Übernachten mitten in der Wildnis.
  • Die Menschen in Nordkanada und Alaska wirken sehr ausgeglichen. Campen, fischen und jagen ist für sie das Wichtigste! Besonders in Alaska sind sie an Touristen gewöhnt, daher kommen die Kontakte meist über einen freundlichen Small-Talk nicht hinaus.
  • Von den großen Städten (Calgary, Edmonton, Anchorage und Vancouver) hat uns nur Vancouver gefallen. Die anderen dienten lediglich als Versorgungszentrum.
  • In diesem halben Jahr hatten wir über 3 Wochen Urlaub! J

Gesamtroute:

Oktober 2011

Veröffentlicht in Oktober 2011 am Oktober 31, 2011 von crossamerika

Über den Cassiar HWY erreichen wir am 1.10. Hyder, ein 100 Seelen Nest, es gehört zu Alaska. Die kanadische Stadt Stewart ist nur 4 km entfernt. Wir kommen im stockdunklen an, da wir vor einer Baustelle am Bear River 3 1\2 Stunden warten mußten. Die Straße ist vor 4 Wochen nach tagelangen Regenfällen völlig überflutet und zum großen Teil weggeschwemmt worden, sie wird im Großeinsatz wiederhergestellt. Wir parken hinter Hyder irgendwo am Straßenrand und schlafen ungestört. Beim Frühstück läuft ein einsamer Wolf die Straße entlang.

Wir sehen uns die “friendliest Ghost Town” an.

So mancher ist hier vor langer Zeit gestrandet, laut Nummernschild aus Californien.

In diesem “Supermarkt” hat sich der Besitzer mittels Tabaksqualm gut konserviert, uns blieb nach 2 Minuten die Luft weg.

Danach möchten wir zur Bärenplattform,

bis Ende September gibt es Lachse im Fluß und dann natürlich auch Bären. Eine deutliche Warnung für die Touristen darf nicht fehlen:

Wenn man dieses Exemplar sieht, glaubt man es:

Fische sehen wir keine mehr, aber trotzdem eine Bärenmama mit Kind.

Glück gehabt, erzählt uns ein holländisches Ehepaar, denn gestern war kein Bär hier. Wir kommen ins Gespräch, die zwei waren wie wir (wir allerdings nur 4 Wochen)  2005/2006 in Südamerika. Während wir uns unterhalten, bekomme ich immer mehr den Verdacht die Zwei damals in Chile getroffen zu haben. Ich frage Lothar, er ist der gleichen Meinung und wir fragen nach. Tatsächlich waren sie zum gleichen Zeitpunkt auf dem Camping in Villa Rica (Chile), allerdings mit einem anderen Camper. Ihr Motto von damals “rent your house, keep the budget low and it works” hat uns immer wieder angespornt. Heute sind Claudia und Pieter insgesamt 14 Jahre unterwegs. Tief beeindruckt über das zufällige Wiedersehen an diesem abgelegenen Ort bleiben wir noch eine Weile auf der Plattform und sehen einen weiteren Schwarzbär. Darüber vergessen wir völlig ein Foto von den Beiden zu machen.

Am nächsten Morgen blauer Himmel, Abfahrt zum Salmon Gletscher. Auf mal wieder schlechter Piste geht es immer höher bis wir vor diesem Eisfeld stehen.

Die Nacht ist kalt und am nächsten Morgen treffen wie vereinbart Hella und Edgar wieder ein. Sie hatten in Watson Lake noch einiges zu erledigen, wir sind daher vorausgefahren.

Gemeinsam fahren wir die abenteuerliche Strecke zurück und übernachten in Stewart. Mittlerweile wissen wir, daß durch die täglichen Bauarbeiten und die teilweise einspurige Fahrbahn der Konvoi nur 2x am Tag, um 11:00 morgens oder 18:00 Uhr Stewart verläßt.

Mit diesem merkwürdigen Gefährt wären wir vielleicht ohne den Konvoi durchgekommen (die Karosse ist ein Lloyd 600 und wurde in Deutschland zwischen 1950 und 1960 gebaut) J .

Wir entscheiden uns für den Konvoi um 11:00 Uhr und fahren pünktlich hinter dem Pilot Car durch die Baustelle vor der wir auf dem Hinweg 3 ½ Stunden gewartet haben.

Wir möchten noch ein Stück Cassiar HWY mit Hella und Edgar gemeinsam fahren. Der nächste Tag bietet Bären satt, ich habe sie gezählt, 13 Stück, rekordverdächtig! Nur weil manche der Schwarzen dann doch so nett sind ein weiteres Foto.

Im Indianerdorf Gitanyow besichtigen wir die Totempfähle von denen der “Hole in the Ice” einer der ältesten der Provinz ist.

Für uns alle 4 sind wir am Ende dieses langen Fahrtages zu schnell wieder in der “Zivilisation”, überall Häuser und Farmen. Die Bären sind plötzlich Kühe. Darauf waren wir nicht vorbereitet nach den wunderschönen Monaten im Yukon und Alaska. Nach weiteren gemeinsamen Fahrtagen finden wir zum Glück noch jeden Abend schöne Übernachtungsplätze auf denen wir bis weit nach Mitternacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am Lagerfeuer sitzen. In Prince George trennen sich leider endgültig unsere Wege, wir fahren weiter nach Süden, Hella und Edgar zu ihrem Segelboot an die Ostküste. Ob und wann wir uns wiedersehen, wir wissen es nicht.

Weiter, immer weiter nach Süden. Wir stoppen am Zusammenfluß von Thompson und Fraser River. Das Wasser des Fraser ist durch Sedimente hellbraun, das des Thompson Rivers blau und klar.

Viele Baumstämme versperren den Zufluß zum Duffey Lake.

Unser Ziel ist Whistler, einer der Austragungsorte der olympischen Winterspiele 2010 von Vancouver. Kaum parken wir vor dem autofreien Städtchen höre ich Lothar bereits draußen reden. Es ist Sarah, sie wohnt in Whistler und sagt, sie haben einen ähnlichen Truck wie wir, aus Deutschland selber importiert. Das klingt spannend, wir erzählen eine ganze Weile, Baby Charly schläft und Hund Spy spielt mit mir. Kurz entschlossen lädt uns Sarah für heute abend zum Dinner ein. Wir freuen uns drauf und sehen uns das nett hergerichtete Whistler an.

Lothar findet schnell einen “Leidensgenossen”, es schmeckt halt immer so gut.

Im Sommer ein Mountainbike Ort, im Winter der Skiort rund um Vancouver. Wir genießen die Sonne, beobachten die Menschen und merken, daß wir lange in der “Provinz” waren. Gegen 18:00 Uhr parken wir bei Sarah und ihrem Mann Tim vor der Haustüre. Hier dürfen wir auch übernachten. Sie erzählen von ihrem Abenteuer ihren Truck nach Kanada zu bekommen. Die Basis, ein Feuerwehr-Mercedes Allrad in MANnis Alter, haben sie in Paris gekauft und in Deutschland bei der Firma Füss in Sigmaringen fertigstellen lassen. Die Einfuhr nach Kanada hat zum Glück keine großen Probleme bereitet. Im Januar fahren die zwei mit Baby und Hund nach Mexiko, später soll es auf die ganz große Reise gehen. Der LKW steht leider weit entfernt für den Winter sicher untergestellt. Der Abend vergeht wie im Flug und wir schlafen ruhig in der Hauszufahrt. Die Sonne scheint, früh möchten wir los, Tim ist schon zur Arbeit und wir verabschieden uns von Sarah und der kleinen Charly.

Der Olympic Park vor Whistler ist unser nächstes Ziel.

Ziemlich verlassen liegt er da, wo vor 1 ½ Jahren die Sport-Elite der ganzen Welt um Medaillen gekämpft hat.

Die Bären erobern ihr Revier zurück, die typischen beerenhaltigen “Hinterlassenschaften” sind sehr oft zu sehen. Ein Schwarzbär sitzt sogar in der Nähe des Biathlon-Schießstandes. Er hört uns und ist leider wie der Blitz im Gebüsch. So kann Lothar in Ruhe zielen. Ergebnis: 5x daneben, 5 Strafrunden J

Zum Abschluß erklimme ich noch das Maskottchen der Spiele 2010. Es ist gar nicht so groß wie wir es von den Fernsehübertragungen in Erinnerung haben.

Ein paar Kilometer weiter übernachten wir in der Nähe eines Campings. Auf dem Platz selbst sind nur Zelte erlaubt und die Bären scheinen besonders frech zu sein. Alles Eßbare muß sehr hoch hinauf.

Bei Kaiserwetter fahren wir zur Porteau Cove und übernachten auf dem schön gelegenen Campingplatz in Strandnähe. Am nächsten Morgen sind wir tapfer und frühstücken bei 7C° draußen, vielleicht das letzte mal in diesem Jahr.

Ein kurzer Stop bevor wir in Vancouver ankommen, der Hafen der Horse Shoe Bay,

wir haben Glück und sehen Mama Seeotter mit Kind.

Nun wird es ernst für MANni, wir fahren zu Hans Mross in der Nähe von Vancouver, er ist Deutscher und lebt schon lange in Kanada. Hans hat hier eine Unimog Werkstatt und kennt sich bestens mit Allrad LKWs aus. MANni soll etwas gepflegt werden. Wir fahren hin und bekommen einen Termin in drei Tagen. Prima, die Sonne scheint und wir fahren Richtung Harrison Lake, Tip von Hans. Der See liegt wunderschön, aber alle Camping Provincial Parks sind geschlossen. Leider haben nur diese Zugang zum Wasser. Gefrustet, weil 15 km Waldstraße gefahren und nun mit der Aussicht nicht am See campen zu können, halten wir an. Ein Mitarbeiter des nächsten Holzcamps fragt, ob er helfen kann und erzählt bei km 21,5 gäbe es einen kostenlosen Platz direkt am Ufer. Wir bedanken uns und schicken MANni zurück auf die Schlaglochpiste. Es stimmt, wir finden diese Stelle, sogar Feuerholz liegt noch hier, die Welt ist wieder mehr als in Ordnung.

Mittwoch nachmittag müssen wir dieses Paradies verlassen, auf zur Werkstatt. Wir können auf dem Gelände übernachten und morgens machen sich Hans und Lothar als Azubi an die Arbeit. Motorventile einstellen, Getriebeöl und Verteilergetriebeöl werden gewechselt. Hans ist mit unserem MANni zufrieden, nach 4 Stunden verlassen wir die Werkstatt und fahren glücklich nach Vancouver City. Auf einem Home Depot Parkplatz dürfen wir für eine Nacht stehen, bei WalMart ist es verboten. Leider setzt sich diese Glückssträhne bei Home Depot nicht fort, am nächsten Abend an einem anderen Platz hat der Manager etwas gegen uns, der Straßenrand aber ist breit genug für MANni. Lothar leert morgens den Inhalt unserer Sprit-Kanister in den Tank. 1. rufen die USA mit günstigeren Preisen und 2. haben wir diesen Diesel schon sehr lange in den Kanistern. Kaum sind wir 8 Kilometer in der Stadt gefahren, sehen wir ein großes gelbes Wohnmobil aus Deutschland. Die Welt ist klein, wir wissen das Frieder auch einen Termin bei Hans in der Unimog Werkstatt hat. Es können nur Frieder und Irmi sein, wir biegen flott zum Supermarkt ab und parken neben dem gelben Riesen, keiner da.

Während wir warten flucht Lothar plötzlich ziemlich, ach du ……, unser Tankdeckel ist weg, vergessen wieder aufzuschrauben. Nein, er liegt auch nicht mehr auf dem Tank. Wir müssen uns entscheiden, Frieder und Irmi treffen oder Tankdeckel suchen. Die Entscheidung fällt klar für Tankdeckel suchen, zumal es diese Größe hier wahrscheinlich nicht gibt. 8 km zurück und wir suchen den Parkplatz ab, nichts. Fast gleichzeitig haben wir die Idee, die Kurve vor dem Supermarkt, da könnte er sein, 8 km zurück. Der Gelbe ist leider weg und unser Tankdeckel liegt ziemlich plattgefahren in genau dieser Kurve. Das hätten wir einfacher haben können, aber immerhin können wir den Deckel noch nutzen.

In North Vancouver finden wir nach 2 Stunden Stau, willkommen im Stadtverkehr, neben einem WalMart (auf dem Parkplatz selbst ist es mal wieder nicht erlaubt) einen Platz für die Nacht. Morgen möchten wir in den Lynn Canyon zur Suspension Bridge.

Endlich scheint die Sonne wieder, wir wandern mehrere Stunden durch einen schönen Regenwald. Er ist typisch für Vancouver und Umgebung.

Aber eine Suspension Bridge, Fehlanzeige. Kein Wunder wir sind im Lynn Valley Park und nicht im Lynn Canyon Park. Bewegung schadet uns ganz sicher nicht, also suchen und finden wir endlich dann doch noch die Bridge. Es ist Sonntag und die Brücke ist wohl bei vielen Ziel des Sonntagsausflugs. Es herrscht Gedränge, Geschiebe und Geknipse. Da waren wir doch vorher im Lynn Valley Park besser dran.

Down Town Vancouver ist angesagt, wir nehmen den Seabus von North Vancouver und sind in einer ¼ Stunde an der Waterfront.

Hier wird alles scharf bewacht, man geht nur zu zweit Patrouille.

Anschließend Besuch in der Gastown, mit seiner Steamclock, jede Stunde läßt sie “Dampf” ab,

ihrem Gründer Gassy Jack auf einem Whiskyfaß,

dem Cruiseship-Terminal,

Yaletown, ein Kneipenviertel.

Eine rundherum schöne Stadt. Abends fahren wir zum Viewpoint am Cypress Mountain, hier gibt es den besten Ausblick auf die City.

Wir entgehen dem allabendlichen Stau und übernachten ruhig auf dem Cypress Mountain. Um diese Jahreszeit stört es niemanden, es liegt noch kein Schnee zum Skilaufen. Am nächsten Tag fahren wir raus aufs Land.

Wir sehen eine großen Schwarm “Lesser Snow” Gänse. Herrlich das Geschnatter.

Der nächste Tag ist wieder sonnig, wir fahren durch Downtown, heute ohne Stau,

und besuchen Strände in der Nähe:

White Rock Beach

und Crescent Beach

Vancouver ist sehr, sehr schön und hat unglaubliche Freizeitmöglichkeiten, aber jetzt ist es genug. Dieses bedeutet aber für uns gleichzeitig das Ende unserer Zeit in Kanada. Am nächsten Morgen gießt es in Strömen und so fällt der Abschied leicht. 2 Stunden im Grenzstau in die USA und dann sind wir natürlich dran, rechts raus, aussteigen und rein ins Office. Erneut erklären wir wohin wir möchten, wann wir das Land verlassen und daß wir kein Obst oder gar Waffen dabei haben. Frau Offizierin nimmt den Autoschlüssel, wir müssen im Office warten. Sie möchte MANni innen kontrollieren, wir sehen uns an und sind ganz still. Es dauert nicht lange, sie kommt wieder und sagt “alles in Ordnung”. In MANni war sie niemals, bei ihrer Körpergröße und ohne Leiter? 3 Stunden sind vorbei und wir wieder in den USA. Nach einer Übernachtung in Bellingham geht es auf die kleinen Halbinseln vor der Küste. Die Fähre von 35 ruhigen Minuten bringt uns in das Städtchen Port Townsend auf der Olympic Peninsula. Ein Stadtbummel vorbei an alten Häusern, Galerien und alternativen Läden wird leider durch Sturm und Regen vorzeitig beendet. Es hat uns gut gefallen, das Örtchen ist unamerikanisch anders.

Heute ist Halloween, der 31. Oktober. Wir lassen die Horrorparty weg und fahren bei strahlend blauem Himmel in den Olympic Mountains National Park.

 

Fazit des Monats:

Adieu Kanada, es war eine schöne Zeit mit grandiosen Weiten, einsamen Straßen, vielen Tieren und sehr gastfreundlichen Menschen.

Reiseroute:

 

September 2011

Veröffentlicht in September 2011 am Oktober 2, 2011 von crossamerika

Wegen des miserablen Wetters verschieben wir den Denali Nationalparkbesuch auf später und biegen erst einmal nach Osten in den Denali Highway ein. Unterwegs haben wir von mehreren Reisenden gehört, daß diese Straße traumhaft schön sein soll und so etwas wollen wir natürlich nicht verpassen. Die ersten 2 Meilen sind asphaltiert, danach beginnt eine gut gewartete Schotterstraße. Bei diesem Mistwetter sehen wir allerdings nichts und wir suchen uns erst mal ein Plätzchen für die Nacht.

Am nächsten Morgen ist es tatsächlich viel besser geworden. Dem “Weather Pete” (Petrus) sei Dank. Wenn wir nach hinten schauen haben wir sogar eine recht gute Sicht auf den Mount McKinley, auch Denali genannt. Dieser ist mit über 6100m der höchste Berg in Nordamerika.

Wir haben leider auf unserer Route diesen Berg immer im Rücken, aber nach kurzer Zeit liegt im Norden, also links von uns die Alaska Range mit ihren schneebedeckten Riesen und vielen Gletschern.

Die Fernsicht wird immer besser und vor allem die herbstlichen Farben der Tundra kommen nun voll zur Geltung.

Sogar 3 Caribous laufen vor uns die Straße entlang. Immer wieder bleiben sie stehen und drehen sich um, um zu sehen wer sie da laut schnaufend und zischend verfolgt. Richtig ängstlich kommen uns die Tiere dabei nicht vor.

Leider ist der nächste Tag wieder total verregnet. Kein Berg, keine Tiere, keine Farben. Erst kurz vor Delta Junction (hier endet der Alaska Highway) bessert sich das Wetter wieder und wir haben noch einmal einen superschönen Ausblick auf die Eisriesen der Alaska Range.

Über den Tanana River spannt sich für die Alaska Pipeline eine eigene Hängebrücke.

Zwei Stunden später mit einem kleinen Zwischenstop beim Weihnachtsmann in North Pole (ja, die Stadt gibt es wirklich) erreichen wir Fairbanks. Mittlerweile ist das Wetter richtig gut und die Vorhersage für die nächsten Tage ebenso. Wir beschließen kurzerhand, ein Stück (oder auch mehr) den Dalton Highway zu fahren. Diese Straße, halb geteert und halb Schotter, führt über 800km nach Norden, von Fairbanks zum Örtchen Deadhorse an der Prudhoe Bay, ein Teil der Beaufort See. Dabei verläuft sie fast immer neben der berühmten Alaska Pipeline, die in den Ölfeldern rund um die Prudhoe Bay beginnt und durch ganz Alaska in den Süden zum Hafen Valdez führt.

Nach den ersten 100km ist klar, diese Straße muß bis zum Ende gefahren werden. So erreichen wir in den nächsten beiden Tagen zuerst den Polarkreis.

Nach ca. 400km überqueren wir die Brooks Range, ein gewaltiges Gebirge in der Mitte Alaskas. Der Atigun Pass ist mit über 1400m die höchste Gebirgsstraße hier im Norden. Seine Streckenführung ist wirklich atemberaubend, zumal für MANni, der bei der Schotterstrecke mit stellenweise 14% Steigung ganz schön ans schnaufen kommt. Aber auch Martina, die mal wieder an der Talseite sitzt, stockt manchmal der Atem.

Kurz hinter der Passhöhe übernachten wir und werden am Morgen bei Minusgraden und leichtem Schneefall wach.

Von hier bis zum Ziel in ca. 250km Entfernung durchqueren wir nur noch baumlose Tundra und erreichen am Ende Deadhorse an der Prudhoe Bay.

 

 

Tiere haben wir auf dieser Stecke nicht viele gesehen, aber es gab “Neuheiten”. Moschusochsen und einige Schnee-Eulen.

 

 

Deadhorse selbst ist eigentlich nur eine Industrieanlage und kein Dorf. Sogar das beste Hotel am Platz sieht aus wie ein paar zusammengewürfelte Schuppen.

 

 

 

Es läßt sich nicht näher beschreiben, dennoch hat dieser Ort eine ganz besondere Stimmung. MANni allerdings sehnt sich nach einer ausgiebigen heißen Dusche.

 

 

 

 

Wir bleiben nur bis zum nächsten Morgen, tanken wieder auf und machen uns auf den Rückweg. In der Tundra sehen wir noch einmal eine kleine Caribouherde.

 

 

Danach wird das Wetter aber immer schlechter. Den Atigunpass überqueren wir im Schneetreiben und leider an der steilsten Gefällstrecke bei festgefahrener Schneedecke. Hier spüren wir sozusagen “online”, daß unsere Reifen zwar gut fürs Gelände, aber überhaupt nicht gut bei Glätte sind. Trotz der Kälte schwitzend bin ich heilfroh, als wir unterhalb der Schneefallgrenze sind und die Straße matschig wird. Hier haben wir wieder mächtig Grip. Ein paar Stunden später gilt für den Paß übrigens Schneekettenpflicht! Glück gehabt.

 

Am nächsten Tag erreichen wir Asphalt und ein weiteres Abenteuer ist für uns beendet. Zirka 1600 spannende Kilometer Dalton Highway liegen hinter uns.

 

 

Martina hat im Reiseführer etwas über einen urigen Saloon in Fox kurz vor Fairbanks gelesen. Immer mittwochs bis samstags Live-Musik. Dieses Örtchen liegt auf der Strecke und es ist Freitag, das paßt und es wäre doch ein schöner “Feierabend” zum Abschluß der Dalton Highway Woche.

 

 

Wir dürfen über Nacht dort stehen bleiben und ab 19:00Uhr gibt es wirklich Livemusik, außerdem gute Burger, und weil wir überhaupt keine Ahnung von den Biersorten haben, die es hier “on Tap”, also vom Faß gibt, darf ich erst einmal alle probieren. Ein Favorit ist dabei schnell gefunden und wir verbringen einen rundum gelungenen Abend bei echt geiler Musik. In den Pausen quatschen wir viel mit den Musikern, deren Frauen und mit dem Boß des Saloons. Das Netteste war, daß mich der Sänger der Band, als wir zufällig gleichzeitig eine Pinkelpause einlegten, fragte “And, got your moose yet?” (“Und, schon deinen Elch geschossen?”). Wir sind wirklich mitten in Alaska! Es ist nach 2:00Uhr morgens als wir müde zu MANni schleichen, die Band spielt immer noch!

 

 

Der nächste Tag ist Arbeitstag. Auto und Wäsche waschen, einkaufen, dumpen, Trinkwasser und Diesel tanken. Die Wettervoraussage ist für die nächsten Tage richtig gut. Wir wollen noch nicht weg, also beschließen wir einen Abstecher auf den Steese Highway zu machen. Der führt als Sackgasse in das Miniörtchen Circle am Yukon River, ca. 250km nordöstlich von Fairbanks. Das erste Drittel ist asphaltiert, danach wie immer Gravel.

 

Fast die ganze Zeit führt diese Straße durch BLM (Bureau of Landmanagement) Land, was bedeutet, daß man sich überall in die Büsche schlagen darf um dort zu campen. Wir finden einen kleinen See ganz für uns allein. Das Wetter ist toll und die Herbstfarben erzeugen eine ganz besondere Stimmung.

 

 

Die Nacht verspricht sternklar zu werden und wir bleiben lange auf, weil wir hoffen zum erstenmal Nordlichter zu sehen. Kurz vor 1:00Uhr, wir wollen gerade aufgeben, sehe ich einen schmalen Steifen am Himmel. Nicht besonders beeindruckend, aber immerhin! Wir ziehen uns warm an und gehen nach draußen. Ja, eindeutig “Northern Lights”! Es wird immer mehr und dabei auch bunter und wir merken vor Staunen gar nicht, daß wir über eine Stunde in der Kälte stehen. Wir starten ein paar Versuche mit unserer Kamera und für das erste Mal sind die Ergebnisse gar nicht so schlecht.

 

 

Die Etappe des nächsten Tages führt uns über den Eagle Summit zum Ende der Straße in das Örtchen Circle am Yukon River.

 

 

Die Immobilien sind hier günstig.

 

 

Kein Wunder, denn dies ist der einzige uns freundlich gesonnene Einwohner von Circle.

 

 

Zwei ältere Damen fragen wir nach einer Möglichkeit, für die Nacht zu parken. Barsch wird uns erklärt, sowas gibt es in Circle nicht, wir müßten den halben Weg zurück, im Ort Central würde es gehen. Super, wir suchen andere Einwohner, aber alle verhalten sich unfreundlich und abweisend. Hier wollen wir gar nicht bleiben. Wir fahren ca. 20km zurück, dort gibt es eine Rest Area. Unterwegs zeigt uns jemand noch den Stinkefinger und brüllt “Fuck you” hinter uns her. Uijuijui, das ist uns in den 16 Monaten unserer Reise noch nicht passiert.

Am nächsten Tag, zurück am Eagle Summit machen wir eine 3 stündige Wanderung. Endlich mal wieder laufen. Eindeutig haben wir die letzen Wochen zuviel in MANni gehockt.

 

 

Unterwegs kommen wir noch an den Überresten einer verlassenen Goldmine vorbei.

 

 

Bei dem Herstellerschild der alten Dampfmaschine kommen heimatliche Gefühle auf. “Made in Germany” , tja damals galt das noch etwas.

 

Wir biegen vom Highway in eine kleine Gravelroad ein. Sie führt zum Nome Creek, an dessen Ufer wir wieder einmal einen schönen einsamen Übernachtungsplatz finden. Es beginnt leicht zu regnen und wir erwischen diesen tollen Regenbogen.

 

 

Zum Abend hin wird es besser und wir erleben zum ersten mal kein Abendrot, sondern ein Abendpink.

 

Die Nacht wird sternklar, für uns noch einmal die Chance auf Polarlicht. Und tatsächlich, gegen 1Uhr geht es los.

 

Nun gibt es leider keine Ausrede mehr. Unsere Zeit in Alaska ist abgelaufen, es geht auf dem Alaska Highway nach Süden. Die Grenze ist ca. 450km entfernt, und Whitehorse, unser erstes Ziel im Yukon, liegt noch einmal 500km weiter.

 

Die letze Nacht in Alaska verbringen wir stilecht einsam an einem See.

 

 

Leider wurde der Weg dorthin immer enger und ein paar neue Schrammen werden wir jetzt wohl im Lack haben. Aber wir sehen das anders, mit jedem Kratzer bekommt MANni mehr Charakter.

 

 

Der Grenzübergang “Beaver Creek” ist wieder einmal völlig problemlos und wir erreichen die Kluane Mountains. Ein kleiner See bietet einen einsamen Stellplatz und wir genießen einen traumhaften Sonnenuntergang.

 

 

Der Tag darauf bringt stürmisches Wetter und Wolkenformationen, die wir noch nie gesehen haben. Direkt unheimlich.

 

 

Am späten Nachmittag erreichen wir den Kluane Lake. Hier haben wir schon vor 8 Jahren am Ufer übernachtet und an die selbe Stelle wollen wir auch diesmal. Vorher aber noch die gute Tat des Tages: 2 Mädchen haben sich mit ihrem Toyota am Strand festgefahren. Premiere für den Bergegurt und MANni darf zeigen was er kann.

 

 

Eigentlich war es enttäuschend, denn das Mehrgewicht am Haken war noch nicht einmal zu spüren. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang am Ufer entlang und entdecken einige Bärenspuren. Manche sehen so frisch aus, daß wir uns unwillkürlich nach allen Seiten umschauen.

 

 

Nach einem Versorgungstag in Whitehorse und “Wiedervereinigung” mit Edgar und Hella machen wir vier uns gemeinsam auf den Weg nach Süden. Unser Ziel ist Watson Lake, allerdings wollen wir nicht über den Alaska Highway (hatten wir ja schon auf dem Hinweg) sondern über die South Canol Road (ca. 220km) nach Ross River und dann über den Robert Campbell Highway nach Watson Lake (ca. 330km). Diese Entscheidung erweist sich als goldrichtig, denn wir werden mit viel Natur und Einsamkeit belohnt.

 

 

 

Zum ersten Mal sehen wir eine Brücke mit temperaturabhängiger Gewichtsbeschränkung.

 

 

Der letzte Tag in der Wildnis bringt allerdings einen Temperatursturz mit sich und wir kämpfen uns durch Neuschnee und viel, viel Matsch.

 

 

In Watson Lake ist die Saison schon vorbei. Die Visitor Information ist “Closed for season” und die günstigste Tankstelle vor Ort ist auch schon im Winterschlaf. Es ist kalt, die Maximaltemperatur am Tag bleibt einstellig, aber wir sehen blauen Himmel. Nichts spricht gegen die Route nach Südwesten, dem Cassiar Highway. Wieder einmal eine Straße durch 650km geballte Einsamkeit. Wir sehen viele Schwarzbären vom Auto aus. Sogar durch MANnis Geschnaufe lassen sie sich nicht irritieren. Der Winter steht vor der Tür und es wird gefressen was rein geht. Auch Klee steht auf dem Speiseplan.

 

 

 

Ziel ist der Ort Hyder in Südalaska. Dieses Dorf kann auf dem Landweg nur über eine Sackgasse, abgehend vom Cassiar Highway, erreicht werden. So verzichtet man auf USA-Seite sogar auf Grenzkontrollen.

 

Fazit des Monats:

 

Ein Sprichwort hier oben sagt: “Man soll mindestens eine Straße bis zu ihrem Ende fahren!”

Wir haben auf 5000km mehr als 1100 Liter Diesel verheizt und das Schild “End of the road” mehrfach gesehen.

 

Reiseroute:

 

 

 

 

 

 

 

August 2011

Veröffentlicht in August 2011 am September 1, 2011 von crossamerika

Lothar hat ein wenig gemogelt, heute ist schon der 2. August. Wie so häufig hier im Norden war es gestern früh morgens (01.30Uhr) bis wir im Bett waren, wird eben nicht dunkel. Bei bestem Wetter stehen wir auf und befestigen zuerst den Schlauch an der geklebten Rißstelle des Kühlwasservorratbehälters, Kühlwasser einfüllen, erst mal dicht. Daraufhin fahren wir fix zum Reifenflicker, klar in 3 Stunden ist der Reifen fertig. Wir stellen den blog für Juli ein, schnell ist so die Zeit vorbei und wir holen den Reifen ab. Das gute Stück ist wohl ziemlich hinüber, aber als Ersatzreifen noch mal fertig für den Rückweg auf dem Dempster. Nun wollen wir endlich Downtown Inuvik sehen. Im Visitor Center holen wir uns den “Order of the Adventurers” ab. Alle die, die auf dem Landwege hier egal womit ankommen (wir haben auch einige Fahrradfahrer auf dem Dempster gesehen) bekommen diese Urkunde. Witzige Idee.

Das war aber auch wirklich alles, das Örtchen ist ziemlich öde. Der Dempster Hwy selbst ist Kult und es sind lediglich ein paar Mietcamper und normale Wohnmobile angekommen, die meisten hatten Reifenpannen wie wir.

Einziges Foto-Objekt im Ort ist diese katholische Iglu Kirche.

Und schöne KFZ Kennzeichen haben sie hier.

Der Spruch “der Weg ist das Ziel” ist mehr als richtig. Schnell sind wir fertig, tanken noch einmal teuren Diesel und fahren ca. 70km zurück in Richtung Dawson City, “it‘s a long long way to go”.

Bei bestem Wetter starten wir am nächsten Morgen und schaffen die schlimmste Etappe des Dempsters in den Northwest Territories diesmal ohne Reifenpanne.

Auf der Fahrt durch die Richardson Mountains entdecke ich weiter weg viele Caribous. Sie sind ein Teil der großen Porcupine Herde die hier entlang zieht. Wir können unser Glück gerade erst begreifen, da beginnen die Tiere zu rennen. Ein Grizzly taucht auf. Sie umkreisen den Bär und zeigen dann plötzlich wenig Respekt. Der Bär findet wohl kein krankes oder lahmes Tier und beachtet die Herde danach nicht weiter. Wir finden einen idealen Übernachtungsplatz direkt neben der großen Talsenke. Schade, keine Caribous mehr. Irgendwann sehe ich aus dem Fenster und da kommen sie alle ganz in unserer Nähe den Berg herunter, Große, Kleine, Alte, ganz Junge, und riesige Böcke. Ein sehr beeindruckendes Schauspiel diesen Tieren zuzusehen. Großes Glück gehabt, denn am nächsten Morgen sehen wir sie nur noch in der Ferne.

Wir genießen die Fahrt,

entdecken einen fetten Grizzly und zwei Schwarzbären. Zum Übernachten finden wir einen Platz an einem ausgetrockneten Flußbett. Abends sind Dallschafe am Berg .

Nun sind es nur noch ca. 80 km bis zu den Tombstone Mountains. Hier wandern wir zum Abschluß den Grizzly Lake Trail bis zum Viewpoint. 1 1/2 Stunden steil bergauf und wieder herunter, immer unter Absingen von Liedern verschiedener Qualität, der Grizzlies wegen!

Die restlichen Kilometer sind schnell gefahren, unsere 9 Tage Abenteuer “Dempster Highway” bei bestem Wetter sind damit leider beendet. 735km bis Inuvik und 735km zurück, keine Notrufsäule, kein Telefon, kein Unfallwagen, keine Ranger, keine Imbissbude, kein ADAC, zwei Tankstellen und zwei Fähren. Für uns war diese Straße landschaftlich eine der Schönsten die wir bisher gefahren sind. MANni hat sich gut geschlagen, für den platten Reifen kann er nichts.

Dawson City ist angesagt, wobei City mal wieder mehr als übertrieben ist. Die erste Nacht verbringen wir hoch oben auf dem Midnight Dome, dem Hausberg von Dawson. Die Sicht ist leider schlecht und bessert sich auch nicht am Morgen. Also runter, die City besichtigen, 1 Stunde, dann haben wir alles gesehen. In Dawson City begann 1896 der Goldrausch als hier am Klondike River das erste Gold gefunden wurde. 1900 betrug die Ausbeute im Yukon immerhin 34.000kg Gold!

Die Shows in der “Diamond Tooth Gerties Gambling Hall” beginnen erst um 20:30 Uhr. Zum Glück finden wir freies Internet und so vergeht die Zeit schnell. Um 20:00 Uhr gehen wir in den Spielsalon, der nach der Tänzerin Gertie Lovejoy benannt wurde. Sie hatte einen Diamanten zwischen den Schneidezähne und hat es in der frauenlosen Stadt zur Zeit des Goldrausches zum Wohlstand gebracht, aha J ! Wir zwei wollen nicht zocken, nein, Lothar möchte die Girls sehen. “Cancan” sollen sie tanzen, 3x am Abend, na das wird in diesem Nest was werden, wahrscheinlich sind es nur “Hupfdohlen”. Um 21:00 Uhr bin auch ich restlos begeistert, soviel Professionalität hätte ich nicht erwartet und die Girls sehen aus, alle Achtung. Kein Wunder, Lothar möchte bis zur dritten Show bleiben und wir sind um ca. 01:00 Uhr wieder in MANni. Auf Nachfrage dürfen wir auf dem Parkplatz vor der Gambling Hall übernachten. Es war ein schöner Abend trotz des krassen Gegensatzes zu den 9 stillen Tagen auf dem Dempster Hwy.

Top of the World Highway bis Chicken (23 Einwohner) ist das nächste Tagesziel.

Mal wieder ist die Grenze zu den USA angesagt. Der junge Mann schaut mürrisch, hat aber nichts zu meckern, wir reisen wieder in Alaska ein. In Chicken probieren wir unsere neue Goldwaschpfanne aus. Vor Jahren haben wir in Alaska einmal geübt wie man das Gold vom Dreck trennt, wie war das noch? Nach über einer Stunde geben wir mit Rückenschmerzen und ohne Gold auf, an unserem Einsatz kann es ganz bestimmt nicht liegen, die Pfanne ist sicherlich nur noch zu neu und außerdem eingefettet J .

In Tok versorgen wir uns mit Diesel, Lebensmitteln und lesen im Internet das die Besatzung der Maggie auf gleichem Kurs ist. Alle möchten nach Kennicott, heute eine Ghost Town am Ende einer 90km langen Gravel-Sackgasse. Wir übernachten in Chitina, dort beginnt die, wie wir am nächsten Morgen feststellen, üble Piste. Sie führt über die ehemalige Bahntrasse und bietet von Wellblech über riesige Schlaglöcher eine mehr als rüttelige Fahrt. MANni kommt gut durchgeschüttelt aber ohne Reifenpanne am Ende an. Von hier geht es nur noch über eine Fußgängerbrücke und mit einem Shuttle Bus weiter. Die ehemalige Kupfermine im 8 km entfernten Kennicott war von 1911 bis 1938 eine der reichsten Kupferminen der USA. Wir nehmen den Bus und fahren rauf. Bei strahlend blauem Himmel bieten die alten Minengebäude vor den schneebedeckten Bergen ein gigantisches Panorama.

Zurück nehmen wir den Hikingtrail durch den Wald. Leider haben wir das Bärenspray vergessen und bemerken viele der typischen Bärenhinterlassenschaften mit einer Menge roter Beeren drin. Kurz drauf sieht Lothar einen fetten Schwarzbär auf dem Weg. Er bewaffnet sich mit einem Knüppel und wir üben lauthals Verben in spanisch zu konjugieren. Kein Bär mehr zu sehen und nach 1 ½ Stunden sind wir zurück auf dem Parkplatz. Die Pattis sind da, große Freude. Wir verbringen einen langen, langen Abend am Lagerfeuer.

Nach kurzer Nacht wieder bestes Wetter, wir nehmen die Fahrräder herunter. Ich drehe eine kurze Runde, geht. Der rechte Arm ist zwar noch nicht ganz o.k. aber stört weniger als befürchtet. Die Pattis sind bereits mit dem Shuttelbus voraus. Nach einer Stunde stramm bergauf und immer gegen die Bären ansingend sind auch wir oben in Kennicott. Heute ist der Root Glacier Trail angesagt. Er ist nicht anstrengend und nach 3 km sitzen wir vor dieser Aussicht:

Schweren Herzens reißen wir uns los und machen uns auf den Rückweg. Das gibt es doch nicht, Melanie und Werner aus der Schweiz kommen uns entgegen. Sie haben wir zuletzt in Florida getroffen und immer mal gemailt. Während noch erzählt wird kommen auch die Pattis hinzu. Travellertreffen auf dem Trail.

Irgendwann gehen wir weiter runter, die Pattis sind schon voraus und die Schweizer hoch zum Gletscher. Unten treffen wir auf den müden Paco samt Anhang.

Wir nehmen unsere Fahrräder und können uns gemächlich herunter rollen lassen aber immer schön lärmen sonst folgt der Bär. Die Pattis und wir beschließen uns ein schöneres Nachtlager zu suchen. Fündig werden wir am Lakina River. Die weitgereiste Flasche Maggi geht endlich in den Besitz der Maggie Besatzung über. Danach Lagerfeuer, grillen und erzählen bis in die Nacht.

Am nächsten Morgen treffen wir noch einmal Melanie und Werner in Chitina, aber dann trennen sich unsere Wege, wir vier möchten nach Valdez.

Dort fahren wir zuerst an die Stelle an der die Bären zu dieser Jahreszeit Lachse fischen sollen. Tatsächlich ein Schwarzbär hat viel Hunger.

Wir übernachten ein letztes mal mit den Pattis im Gebüsch bei Valdez. Morgens lange Verabschiedung mit ein paar Tränen, wir wissen nicht wann und ob wir die Drei wiedersehen werden. Selbst Paco gibt mir zum Abschied die Pfote.

Danach fahren Lothar und ich nach Valdez rein. Einkaufen und Internet checken. So lesen wir, daß Hiltrud und Helmut aus Köln hier in Valdez auf dem Bayside RV Park sind. Die Beiden haben wir zuletzt in Texas getroffen. Wir wollen nur noch schnell Geld holen, da klopft es und Helmut steht mit dem Fahrrad vor der Tür. Wir verabreden uns für Abends. Bei bestem Wetter sehen wir uns Valdez an und kaufen frischen Lachs in der Fischfabrik.

Es wird kalt und es ist ein gemütlicher Abend in Hiltrud und Helmut’s großem Bocklet Wohnmobil mit Margerita a la Hiltrud, unserem leckeren Lachs und der köstlichen über Stunden gekochten Fischsoße von Hiltrud. Um 2:30 Uhr sind wir bereits im Bett!

Am nächsten Morgen wollen wir weiter, aber vor mittag wird daraus nichts. So kommen wir nur bis zu unserem Lagerplatz mit den Pattis vor drei Tagen. Gerade überlegen wir was mit dem nachmittag anzufangen ist, da hupt es mehrfach. Die Maggie kommt! Dieses war nun aber wirklich unser letzter gemeinsamer Abend für lange lange Zeit, ohne Lagerfeuer aber dafür mit viel Regen.

Anchorage ist das nächste Ziel, alle Vorräte auffrischen, Tanken usw. Vorher biegen wir noch zur Rentier Farm ab. Hier waren wir vor 8 Jahren schon einmal und fanden die Viecher zu komisch. Wir bekommen Futter und los geht’s. Alle sind sie gierig und fressen aus der Hand, die Nase ist so schön weich! Die Rentiere gehen wenn man die Hände hoch hält und sie kein Futter mehr sehen. Ich hatte allerdings u. A. einen besonders ungeduldigen Kandidaten. Dessen Geruchsinn und die Gier haben das Futter in meiner Jackentasche bemerkt, Hände hoch hat bei diesem Schlaumeier nicht geholfen. Er war so verfressen und hat mich mit der Hufe angeschubst. Den dicken blauen Fleck am Bein hatte ich noch eine Woche später.

Wir bleiben zwei Tage in der Stadt Anchorage und sehen für uns zwei Badebekleidung im Alaska Style:

Für den eiskalten Alaska Winter sind diese Stiefel bestimmt. Es ist tatsächlich meine Schuhgröße 39!!!

Bei Sonnenschein fahren wir zum nahegelegenen Lake Hood, hier starten und landen im Sommer täglich bis zu 800 Wasserflugzeuge. Begeistert sehen wir weit über eine Stunde bei Start und Landung zu.

Es geht weiter Richtung Seward. In Girdwood biegen wir in die Crow Creek Road ein und versuchen noch einmal Gold am gleichnamigen Fluß zu waschen. Wieder vollkommen unerklärlicherweise ohne Erfolg!!!

Wir bleiben über Nacht auf dem Trailhead Parkplatz zum Crow Creek Pass. Das Wetter macht einen Strich durch unserer Pläne, keine Wanderung auf den Pass und auch kein weiteres Goldwaschen an der offiziellen Stelle. Vielleicht hätten wir dort mehr Glück gehabt? Auch in Seward ist uns der Wettergott noch nicht besser gesonnen. Schwere Wolken hängen vor den Bergen und verhindern den Blick auf die Gletscher. Zum Trost parken wir MANni auf dem städtischen Marathon Campground und haben eine schöne Sicht auf die Bucht. Wir gehen in die “City” und besuchen jede Andenkenbude. Schließlich kommen drei Touristen mit ihrem Fischfang zurück. Die Fische werden fotogerecht aufgehangen.

Am nächsten Morgen Regen, langes Frühstück und wir verbummeln den Tag wieder in Seward. In der Marina

entdecken wir diese Außerirdischen.

Abends werden die Wolken etwas weniger und endlich haben wir Aussicht auf die Resurrection Bay mit ihren Bergen und Gletschern.

Zum Abschied von Seward am nächsten Tag noch dieser Ausblick.

Von hier zum Exit Gletscher ist es nicht weit. Wir können bis ganz nahe an das Eis heran wandern.

Einem schönen Tag folgt ein Regentag, am Portage Gletscher ist Wetter wie im tiefsten November an der deutschen Nordsee, wir steigen erst gar nicht aus. Über Anchorage fahren wir zum Hatcher Pass, heute wieder Sonne.

Kurz dahinter finden wir ein schönen Platz zum übernachten und bleiben den nächsten Tag bei Sonnenschein. Ich hole Kies aus dem Bach und versuche Gold zu waschen, nichts. Abends werfe ich unsere Goldpfanne ins Lagerfeuer, nicht aus Wut, den Tip hatte uns ein Einheimischer gegeben. So wird sie richtig entfettet, schwarz und aufgerauht. Am nächsten Morgen noch schnell den Rest des Kies gewaschen und es sind tatsächlich zwei Mini Goldflakes in der Pfanne. Gold, Gold, ob es an der schlechten Behandlung der Pfanne am Abend zuvor liegt? Wer weiß………

Wir verfallen nicht dem Goldrausch und fahren weiter zum Mount MC Kinley, Mist Wolken, einen Tag zu spät!

Vielleicht sehen wir ihn im September.

 

 

Fazit des Monats: Die Sache mit dem Gold ist wohl doch nicht so einfach.

Reiseroute:

 

 

 

Juli 2011

Veröffentlicht in Juli 2011 am August 2, 2011 von crossamerika

Wir beschließen den Juni mit einem Bad in den Liard River Hot Springs. Und sie sind wirklich heiß. Jetzt weiß ich, wie sich ein Hummer fühlt, wenn er in den Topf mit kochendem Wasser geworfen wird. Die heißen Quellen haben zwar “nur” zwischen 41°C und 51°C, aber mir fehlt eben der isolierende Panzer. Und rot wie ein Hummer werde ich auch nach ein paar Minuten. Es macht mir aber trotzdem einen Riesenspaß. Martina geht mit, die Erfahrung vom vergangenen Monat soll sich nicht wiederholen (alle gehen baden und Martina ins Hospital). Außerdem sind diese Quellen weitgehend naturbelassen und es ist sehr leer.

Wenn man auf dem Campingplatz im selben Park übernachtet, ist der Eintritt zu den Quellen frei. Wir bleiben also über Nacht. Es geht weiter auf dem Alaska Highway in Richtung Watson Lake im Yukon.

Hier ist das bisher schönste Stück dieser Route.

Wir sehen unglaublich viele Tiere, Schwarzbären, Dallschafe, Elche und eine ganze Herde Waldbisons. Hier nur eine Miniauswahl:

Für die Nacht finden wir einen supertollen Platz direkt am Fluß. Eine Feuerstelle gibt es auch und, wie für uns gemacht, liegt das Holz schon fein sortiert daneben. Herrlich, hier bleiben wir.

Doch leider haben wir nicht mit “Eingeborenenbesuch” gerechnet.

Dieser olle Bulle mag uns nicht. Ganz demonstrativ kommt er immer näher und läßt sich schließlich gemütlich direkt neben MANni nieder.

Wir warten ab, wir starten den Motor …. alles läßt ihn kalt. Naja, bei dem schönen Wetter wollte ich nicht im Auto hocken und draußen beim Feuer sitzen mit einem ausgewachsenen Bisonbullen? Wir geben also nach und ziehen weiter. Kurze Zeit später, direkt vor Watson Lake, erreichen wir endgültig die Yukon Territories.

Wir treffen eine fünfköpfige Familie aus Frankreich mit ihrem Laika Wohnmobil. 3 Jahre haben die fünf Zeit und wollen die ganze Welt umrunden. Donnerwetter, das ist eine Herausforderung!

Am nächsten Tag besuchen wir Watson Lake. Hier gibt es den weltbekannten Schilderwald. Angefangen hat alles im Jahr 1942. Beim Bau des Alaska Highways wurde hier ein Wegweiser aufgestellt, der die Entfernung zu den größten kanadischen und US. amerikanischen Städten zeigte. Ein Straßenarbeiter mit Heimweh hat darunter ein Hinweisschild seiner Heimatstadt angebracht. Der Anfang war gemacht. Heute sind es über 71.000 Schilder. Es ist unglaublich mit welchen riesigen Tafeln die Leute aus aller Welt anreisen um sie hier aufzuhängen. Wir haben leider keines dabei, montieren aber kurzfristig ein Nummernschild ab, um zumindest ein Bild machen zu können. Hilden haben wir nicht gefunden, aber Mettmann war dabei!

Vor der Weiterfahrt treffen wir auf ein australisches Pärchen, die mit ihrem Isuzu Allrad unterwegs sind. Natürlich klönen wir eine ganze Weile (reden Australier wirklich englisch?, ich verstehe höchstens die Hälfte), danach tanken wir noch einmal voll und trollen uns ‚gen‘ Norden.

50km nördlich finden wir wieder ein Plätzchen im Grünen. Noch ein letzter Kontrollgang rund um MANni, ich gehe hinein und was starrt mich durch die Scheibe an? Ein Wolf! Direkt vor unserem Auto, und gerade war ich noch draußen. Ups, dem hätte ich aber nicht begegnen mögen.

Ist doch ein nettes Hündchen, oder?

Bevor wir nach Whitehorse weiterfahren schieben wir 2 faule Tage auf dem einsam gelegenen Timberpoint Campground am Teslin Lake ein. Wir sind die einzigen Gäste, obwohl der Platz schön liegt und nur 10$ incl. Feuerholz kostet. Wir genießen die Ruhe und haben den ganzen Platz für uns. Die “Bedienungsanleitung” für den Campingplatz in deutsch haben wir allerdings nicht ganz verstanden J .

Kurz vor der Stadt haben wir noch eine besondere Begegnung. Ein Bruder von MANni parkt in einer Baustelle am Straßenrand. Kurz entschlossen halte ich an und spreche mit den Bauarbeitern.

Leider, so erfahre ich, hat vor rund 20 Jahren Kenworth nicht VW-MANs unter eigenem Namen in den USA verkauft sondern die LKWs von VW Truck in Brasilien importiert. So stimmt lediglich das Fahrerhaus mit unserem überein, aber man weiß ja nie, ob wir nicht einmal eine Scheibe o.ä. brauchen. Die sollte ja passen.

In Whitehorse parken wir erst einmal bei WalMart. Es ist schon so etwas wie Kult, daß alle Yukon/Alaska-Reisenden hier eine Nacht verbringen.

Der Iveco rechts im Bild hat übrigens auch ein Kennzeichen aus ME. Dolores und Alfred aus Heiligenhaus sind damit seit 8 Monaten in Nordamerika unterwegs. Wir quatschen den ganzen Abend bis nach elf, keiner wird müde, denn dunkel wird es hier nicht so richtig.

Am nächsten Tag spielt Deutschland gegen Japan im Viertelfinale der Frauenfußball WM. Alfred hat sich erkundigt, bei “Boston Pizza” gibt es eine Großleinwand. Wir vier sind pünktlich um 11:15Uhr dort und fiebern mit… gebracht hat es nichts L , 1:0 haben die Japanerinnen gewonnen. Immerhin war die Pizza lecker und auch das kühle Bierchen war nicht zu verachten. Am frühen Nachmittag machen sich Dolores und Alfred auf in Richtung Dawson City und wir zum Laundromat. Es ist mal wieder Waschtag.

Am nächsten Tag folgen wir dem Tipp eines Einheimischen und fahren zum “Fish Lake”, etwa 20km außerhalb der Stadt. Dort kann man wild campen. Leider hat der “Yukie” nicht erwähnt, daß man nach spätestens 5 Minuten von Moskitos aufgefressen wird. Wir bestellen noch schnell bei der Fischzucht unterwegs 2 frische Lachse für morgen, flüchten wieder und verbringen die Nacht streß- und Moskito-frei an einem Stück des alten, originalen Alaska Highways. Am Morgen holen wir unsere beiden kleinen Fische ab. Jeder wiegt ausgenommen ca. 2 kg. Es ist eine spezielle Süßwasserlachssorte, “Arctic Charr” genannt.

Wir besichtigen die “Fishladder” am Wasserkraftwerk südlich von Whitehorse. Hier wird der “Yukon River” aufgestaut um Elektrizität zu gewinnen. Damit die Wanderung der Lachse nicht behindert wird, wurde eine spezielle Fischleiter konstruiert, so daß die Fische die Staumauer umgehen oder besser gesagt umschwimmen können.

An dem See, der sich an die Staumauer anschließt gibt es einige sehr schöne Stellen für ein Picknick. Wir finden einen freien Spot und bleiben bis nach dem Abendessen.

Wir braten einen unserer Fische (zwei passen nicht in die Pfanne) und genießen …..

Der Plan war, danach noch den zweiten Fisch zu verzehren, aber wir sind absolut satt (bei mir sehr selten). Mit zärtlicher Gewalt verschafft sich Martina Platz im Gefrierschrank und, schwupp, wird der zweite Lachs eingefroren. Leider ist das Übernachten hier verboten, so fahren wir kurz vor 23Uhr wieder zu WalMart.

Die nächste Nacht verbringen wir auf dem “Grey Mountain”. Auch ein Tipp eines gebürtigen “Yukies”. Die Straße auf diesen Berg ist 10km lang und grottenschlecht. Der Vorteil ist klar, es ist sehr einsam dort oben und die Aussicht in jede Richtung ist phänomenal.

Am Morgen scheint die Sonne und wir wandern auf dem abends entdeckten Summit-Trail. Bei dieser Aussicht macht es doppelt Spaß.

Den letzten Tag vor der Ankunft unserer Reise-Freunde Hella und Edgar verbringen wir am Miles Canyon, einer Stromschnelle des Yukon River kurz vor Whitehorse. Es gibt herrliche Wanderwege und die Aussicht auf den Fluß ist von jeder Stelle faszinierend.

Wie vereinbart treffen wir Hella und Edgar am Abend des 13. Juli auf dem WalMart Parkplatz. Das letzte Mal haben wir uns im Januar in Florida gesehen.

Wir übernachten auf dem sehr netten Provincial Camp Ground “Wolfs Creek” und haben uns bei Lagerfeuer und einem kalten Bierchen sehr viel zu erzählen.

Am nächsten Tag ist Hellas Geburtstag. Dazu haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir werden eine Schlittenhundefarm besichtigen. Diese haben wir vor der Ankunft der Beiden ausgekundschaftet.

Zuerst erzählt Frank Turner, der Besitzer von insgesamt 120 Alaskien Huskies aus seiner Zeit als “Musher” (sozusagen der Schlittenpilot). Er hat an 12 Jahren hintereinander am wohl schwersten und längsten Schlittenhunderennen, dem über 1000 Meilen langen Yukon Quest, teilgenommen. Dieses Rennen führt von Whitehorse im Yukon nach Fairbanks in Alaska, bzw. jedes 2te Jahr umgekehrt. Einmal konnte er diese Strapaze sogar als Sieger beenden. Franks Vortrag dauert etwas mehr als eine Stunde, dann geht es nach draußen zu den Hunden.

Man kann sie alle streicheln, was wir natürlich ausgiebig tun. Es ist ein Gejaule und Gefiepe, als ob sie noch nie gekrault worden wären.

Später unternehmen wir mit Frank einen Spaziergang zum Fluß herunter, wobei uns 10 seiner Hunde begleiten. Sobald der erste losgelassen wurde, steigerte sich das Gejaule der Anderen ins Unermeßliche. Jeder möchte dabei sein und reißt sich darum, von Frank selbst gekrault zu werden. Herrchen eben!

Punkt 3 unserer Geburtstagsüberraschung (und wohl für uns alle der Höhepunkt) ist der Besuch bei den 5 Hundebabies. Jeder von uns hat sofort seinen Liebling und alle fragen sich, ob es auffallen würde, wenn man sich einen unter die Jacke stecken und hinaus schmuggeln würde.

Gekrönt wird der Abend durch ein “Yukon Dinner” in Franks guter Stube. Es gibt Bison, Elk und Caribou vom Grill und marinierten Arctic Charr aus dem Backofen. Alles schmeckt einfach hervorragend, und als der Nachtisch in Form eines Geburtstagskuchens anrollt, begleitet von einem kräftigen “Happy Birthday”, vorgetragen von Frank und seiner Familie, ist der Tag perfekt.

An einem besonders schönen Platz auf Franks Riesengrundstück dürfen wir campieren und so lassen wir einen perfekten Tag mit Lagerfeuer ausklingen.

2 Tage später bekommt unsere “Reisegruppe” Zuwachs. Eric und Melody aus Florida fliegen ein. Sie werden mit Hella und Edgar für 3 Wochen durch den Yukon und Alaska reisen.

Unser Plan sieht Alaska erst für etwas später vor, aber wir lassen uns gern zu einer Routenänderung überreden, zumal in Haines am Chilkoot River jetzt die Lachssaison begonnen hat und man Grizzlys beim fischen beobachten können soll.

Unsere neue Route führt uns zunächst von Whitehorse zur u.s.amerikanischen Grenze.

Entgegen unseren Befürchtungen läuft alles traumhaft. Keine 10 Minuten und wir haben das Visum für ein neues halbes Jahr abgestempelt. Mit breitestem Grinsen verlassen wir das Grenzerhäuschen und fahren weiter nach Skagway. In dieser Hafenstadt begann Ende des 19ten Jahrhunderts für viele tausend Goldsucher der beschwerliche Weg zum Klondyke wo der Goldrausch seinen Anfang nahm. Wir buchen Tickets für die Fähre nach Haines am nächsten Morgen und sehen uns danach das Städtchen an. Es ist nett gemacht, aber es liegen 4 riesige Kreuzfahrtschiffe in dem kleinen Hafen und deren gesamter Inhalt ergießt sich über eine 200 Meter lange Mainstreet. Es gibt nur Juweliergeschäfte und Andenkenbuden.

So sind wir nach 2 Stunden zurück bei unseren Autos und warten bis es 21:30 Uhr ist und die Fähre anlegt. Danach dürfen wir in den Wartespuren für die Verladung am nächsten Morgen parken und somit eine kostenlose Nacht verbringen. Diese fällt leider kurz aus, denn um 5:45Uhr beginnt der Check In für die Verladung. Es werden allerdings nur die Gasflaschen kontrolliert.

Die Fahrt ist ruhig und schon nach einer Stunde erreichen wir Haines.

 

Der Ort selbst hat nichts zu bieten, wir versorgen uns mit einer Angel-Lizenz für Eric und fahren zum Chilkoot River Statepark. Schnell belegen wir 2 Plätze auf dem Campingplatz und dann geht es zu Fuß zum Fluß. Eric will Lachse angeln und wir wollen Bären sehen.

Zunächst will beides nicht klappen. Eric wirft zwar tapfer immer wieder seine Angel aus, aber kein Lachs beißt an. Edgar wird schon ungeduldig, denn zum Abendessen ist Fisch satt für 6 Personen eingeplant. Und das Gefrierfach seines Campers hat er auch extra leer gegessen, …armer Edgar!

Nach einer Stunde ist es endlich so weit: Eric‘s erster Fisch…und gleich ein Prachtexemplar. Ein Sockeye-Lachs (die mit dem roten Fleisch) ist ihm ins Netz oder besser an den Köder gegangen. Ein kurzer Kampf und das Minimalabendessen ist gesichert.

Leider ist Erics Anglerglück damit für diesen Tag aufgebraucht. Dafür bricht plötzlich Hektik aus. “Bär, Bär” ruft es von überall und die Angler stürzen aus dem Wasser. Kurz darauf tauchen sie auf, eine Grizzlymama mit 2 Kleinen aus dem letzten Jahr.

Sie kommen sehr nahe an uns vorbei und … ach du Schreck … was steht denn da noch am Ufer. Wir haben Erics Stiefel und unsere Kameratasche vergessen. Na klar, so wie die Boots duften finden die Bären sie extrem interessant.

Gerade als ich sicher bin daß die Stiefel jetzt als Bärenbeute verschwinden, wenden sich die Grizzlys ab und schlurfen wieder in den Fluß. Eric hat wohl Schweißfüße J .

Wir genießen den leckeren Lachs vom Grill (so klein war die Portion für jeden gar nicht) und freuen uns auf morgen. Eric hat ja heute nur geübt, “tomorrow is the real day”.

Hier noch ein Beweisfoto zu welch hinterhältigen Tricks manche Angler fähig sind um einen Lachs zu übertölpeln. Man benutzt Drogen als Köder! In diesem Fall Alkohol … wie unsportlich J !

Am Tag darauf läuft es für Eric und damit für uns alle aber auch nicht besser. Immerhin kann er zumindest einen Fisch überzeugen mit uns den Campingplatz aufzusuchen. Es gibt abends also wieder einen superleckeren Grillfisch.

Bären bekommen wir allerdings nicht zu sehen, dafür aber fischende Seeadler.

Wir fahren von Haines aus nach Norden über die kanadische Grenze und treffen in Haines Junction wieder auf den Alaska Highway. Noch einmal geht es nach Whitehorse um Lebensmittel und Diesel zu bunkern. Wir fahren auf dem Klondike Hwy nach Norden.

Nach einem letzten gemeinsamen Abend (wie immer mit Lagerfeuer) wollen die Vier nach Dawson City. Wir haben zwar die gleiche Richtung, biegen aber erst einmal auf den Silvertrail ab, eine ca. 120km lange Stichstraße die zu alten, verlassenen Silberminen führt. An deren Ende liegt der Ort Keno in dem gerade einmal 23 Menschen wohnen. Bis in die 1960er, solange die Mine (die größte in ganz Kanada) noch in Betrieb war, waren es über 500. Trotzdem hat dieses Dörfchen einen besonderen Charme. Hinter dem Ort führt eine 10km lange Schotterstrecke auf den Keno Hill (ca.1800m). Dort oben gibt es einen Signpost, und viel wichtiger, Picas oder auf deutsch: Pfeifhasen!

Diese lustigen Gesellen leben dort in einer Geröllwüste. Leider hatten wir auf unserer Wanderung dort oben das Teleobjektiv vergessen und am nächsten Tag hat es so geregnet, daß keiner der kleinen Kerle vor die Tür kam. Aber immerhin hatten wir mal wieder einen Übernachtungsplatz mit “1 Million Dollar View”.

Tags darauf ist es so weit. Eines der schon von Deutschland aus geplanten Highlights beginnt. Wir fahren auf dem Dempster Highway. Diese unbefestigte Straße führt über ca. 750km nach Norden weit über den Polarkreis hinaus bis nach Inuvik in den North West Territories. Eigentlich wissen wir von dieser Strecke nicht viel. Doch bei jedem, der sie befahren hat, leuchten die Augen wenn er davon erzählt. Jetzt werden wir es selbst erfahren.

Hier ein Eindruck der ersten 300km.

Unterwegs kommen wir am “2 Moose lake” vorbei. Der macht seinem Namen Ehre, wir sehen einer Elchkuh beim “grasen” unter Wasser zu. Jetzt verstehen wir, warum Elche in den US-Südstaaten abfällig “Swamp donkeys”, also Sumpf-Esel genannt werden.

Nach 406km erreichen wir den Artic circle. Genau hier geht am 21. Juni jeden Jahres die Sonne nicht unter und je weiter man von hieraus nach Norden fährt, umso mehr Tage vergehen, bis die Sonne wieder untergeht. Leider geht sie dafür im Winter genauso lange überhaupt nicht auf.

Nun sind es noch ungefähr 60km bis wir die kanadischen North West Territories erreichen.

2/3 des Weges nach Inuvik sind geschafft. Leider bin ich leichtsinnig geworden und hab mir gedacht “Wir hatten schon lange keinen Platten mehr”! PENG!! 10km weiter stehen wir da mit einem Plattfuß hinten rechts. An einer Mordssteigung. Was nun? Fahre ich bis zur Kuppe, ist der Reifen hin, und hier hab ich Angst MANni aufzubocken. Am Ende siegt der Geiz über die Angst! Mit Keilen gesichert kann ja auch nichts passieren und nach 80 Minuten (gefühlter persönlicher Rekord) sind wir wieder fahrbereit. Allerdings sitzt der Frust tief. Wozu hat man ein Allradfahrzeug mit sündhaft teuren Michelin XZL Reifen und hat jetzt schon den vierten Plattfuß.

(Wir sind dankbar für jeden Tipp).

Kurz darauf erreichen wir den Peele River, den wir auf einer Fähre überqueren. Danach schlagen wir uns in die Büsche und versuchen nicht mehr über Reifen, Plattfüße, Schlauchlosfelgen oder nicht, mehr oder weniger Druck, höherem K-Wert usw. nachzudenken. Das gelingt nach leckeren Nudeln und 2 Glas Rotwein!

Nach einer weiteren Fährfahrt über den MCKenzie River erreichen wir Inuvik.

Die Stadt selbst ist ziemlich häßlich, hat aber einen sehr schön gelegenen Camping Platz. Es ist Sonntag und schon spät. Wir genießen den Abend und einen ewig dauernden Sonnenuntergang. Die nachfolgenden Bilder entstanden gegen 02:00Uhr.

Morgen ist hier Feiertag (komisch, immer wenn wir einen Service brauchen ist Feiertag). Also mache ich am Montag erst einmal die fällige Inspektion. Alles läuft rund und ohne fluchen, da kann doch was nicht stimmen. Genau, die letzte zu prüfende Schlauchschelle bringt es an den Tag. Der Ablaufstutzen des Kühlwasservorratsbehälters ist angebrochen. Leider ist der aus Kunststoff. Nix mit löten. Ich klebe ihn und hoffe daß er dicht ist. Martina wird vom Erfolg/Mißerfolg dieser Aktion berichten, denn morgen ist August und ich habe einen Monat blogfrei.

Fazit:

Weg mit dem Bärenspray und Socken aus, denn Bären mögen keine Schweißfüße.

 

Reiseroute:

 

 

 

 

 

Juni 2011

Veröffentlicht in Juni 2011 am Juni 28, 2011 von crossamerika

Wenn ein Monat schon so anfängt! Leider müssen wir den Wald für kurze Zeit verlassen. Ich habe seit drei Tagen fiese Zahnweh und besuche in dem Städtchen mit schönem Namen “Rocky Mountain House” mal wieder einen meiner Lieblingsärzte, den Zahnarzt. Schon der Zweite hat Zeit für mich und die Helferin stellt bei einem Blick in meinen Mund fest, daß ich wohl viel Zeit meines Lebens beim Dentist zugebracht habe, stimmt! Ein Röntgenbild bringt es dann an den Tag, trotz sehr guter Pflege, Entzündungsherde an zwei wurzelgefüllten Zähnen. Kurz und gut, nichts dran zu machen. “Die Schmerzen kommen und gehen”, erklärt der sehr nette Arzt und ist danach mehr an unserem Labrador-Aufenthalt als an meinen Zähnen interessiert. Für heute gibt es Antibiotika und beim nächsten Deutschlandbesuch ein längeres Gespräch mit meinem Zahnarzt in Hilden. Kaum bin ich bei MANni zurück, haben wohl unsere Crewmitglieder Bär und Moosie im Fahrerhaus ihren ganzen Charme ausgepackt, jedenfalls sind zwei Gutscheine für T-Shirts, abzuholen bei der Visitor Info, hinter den Scheibenwischern. Einigermaßen glücklich meine Zähne noch einmal gerettet zu haben laufe ich dorthin und hole die beiden T-Shirts ab. Lothar hat die Zeit genutzt und den Blog für Mai, Teil 2 eingestellt.

Nun aber nichts wie weg, wieder in den Busch. Wir haben langes Wochenende, erst am Montag müssen wir zurück in Calgary sein um am Dienstag unsere Freunde vom Flughafen abzuholen. Wieder finden wir einen kostenlosen Platz am Bach, Feuerholz liegt fertig gesägt bereit, nur die im Wald versteckten Sanitäranlagen sagen uns überhaupt nicht zu (lieber nicht zu genau hinsehen)!

Wir fahren weiter auf dieser Gravelroad und finden einmal mehr einen schönen Platz am Fluß. Morgens kommt Frühstücksbesuch.

Die letzten beiden Nächte wollen wir an bekannter Stelle an der Hunter Valley Road (dort sind wir vor einer Woche eingeschneit) verbringen. Was ist denn hier los? Haben wohl mehrere die Idee gehabt am Wochenende heraus zu fahren. Es gibt aber genug Platz für alle und so sitzen wir zwei lange Abende am eigenen Lagerfeuer.

Zurück in Calgary holen wir Jenni und Ralf vom Flughafen ab und vertreiben uns den Abend “Down Town”.

Unser Parkplatzaufenthalt mitten in Calgary ist auf 6:00 Uhr morgens begrenzt. Also stehen wir früh auf und frühstücken erst auf dem Weg zur Wohnmobilvermietstation in Airdrie bei Bass Pro. Wir haben sogar noch Zeit MANni zu waschen, so dreckig wollen wir nicht mit Jenni und Ralf reisen. Kurz nach Mittag ist Mietmobilübergabe. Alles wird auf deutsch erklärt und wir sehen zu viert nach evtl. Vorschäden, kaum welche vorhanden. Dann der unvermeidliche Einkaufsmarathon, im National Park gibt es nur noch wenig. Den wunderschönen Bass Pro Shop wollen wir den Beiden noch zeigen und dann schleunigst los Richtung Banff NP in den Rocky Mountains.

Kaum fahren wir auf den Campingplatz in Banff wird schon gewunken, die “Franzosen”, Anne Laure und Thibault mit den beiden Töchtern Paola und Bruna, wir haben sie im Yellowstone NP USA getroffen. Sie sind mit ihren zwei Mädchen ein halbes Jahr unterwegs. Die Welt ist doch klein! Jetzt aber schnell für uns vier Essen gekocht und Lagerfeuer an. Am nächsten Morgen “Campingfrühstück”, Neuland für unsere Beiden. Danach wandern wir bei bestem Wetter in die kleine Stadt Banff mit anschließendem “Stadtbummel”. Abends wieder Lagerfeuer und endlich auspacken der Wunderkiste aus Deutschland, Leckereien für uns, ein paar Ersatzteile für MANni. Vielen Dank an Jenni und Ralf.

Anmerkung von Lothar. Die Maggi Flasche ist für Simone und Olaf, sozusagen Maggi für Maggie!

Heute ist Wandertag, Sulphur Mountain, 2 Stunden und 700 Höhenmeter bergauf. Die Aussicht ist wie immer klasse. Runter sind wir faul und fahren kostenlos mit der Seilbahn. Im Mietmobil machen wir unsere Hamburger selbst und vertilgen sie mit großem Appetit. MANni ist auf dem Campground geblieben.

Lothar, Ralf und Jenni möchten entspannen und in die heißen Quellen, Upper Hot Springs. Ich werfe einen Blick auf den Pool, nichts für mich, heißes Wasser und zu viele Menschen. Ich gehe nicht mit, eine folgenschwere, falsche Entscheidung wie sich 1 ¼ Stunden später herausstellt. Lothar und Ralf leihen sich historische Badekleidung. Lustig sehen die Zwei aus, ich mache noch ein paar nette Fotos und gehe dann spazieren.

Bald müßten die Drei wiederkommen, ich habe den einzigen Autoschlüssel. Eine ca. 5-6 m hohe Anhöhe direkt oberhalb des Mietmobils scheint mir gut, ich habe Aussicht und kann einsehen wenn sie zurückkommen. Nach einiger Zeit ist die Sonne weg, ich verlasse meinen Aussichtspunkt. Plötzlich rutschen meine Füße in den ach so tollen Trekkingsandalen auf dem steinigen, losen Untergrund weg wie auf Eis, ich sitze in Sekundenschnelle auf dem Boden. Sofort weiß ich, hier stimmt was nicht, der rechte Arm schmerzt höllisch, Finger kann ich bewegen, sonst nichts. Ich ertaste meinen Ellenbogen, tatsächlich stimmt hier gar nichts mehr. Mühsam rutsche ich auf dem Hosenboden weiter, da kommt auch schon Lothar und ahnt Schlimmes. Ralf und Jenni treffen einige Minuten später ein, wir fahren sofort in das Hospital von Banff. Notaufnahme, die Schwester befühlt den Ellbogen und nickt bereits wissend, ausgekugelt oder wie es richtig heißt: Luxation. Es wird geröntgt, stimmt, die Knochen hängen nicht mehr da wo sie hingehören. Ich werde für ein ¼ Stunde schlafen geschickt, bekomme Schmerzmittel. Erneutes Röntgen zeigt alles ist wieder an Ort und Stelle, der Arzt kommt noch einmal, es gibt eine Schlinge und gute Tips. Die Schwester will mich anziehen, ich helfe mit, verdrehe den Arm, zack, den Schmerz kenne ich, ein Knochen ist wieder raus. Der Arzt, Herr Professor kommt zurück, übrigens wieder ein besonders Netter, fragt nach erneuter Narkose oder nicht. Nein, ich bin tapfer, es muß ohne gehen. So ist es, aber ungeduldige Patienten wie ich bekommen dann eben für ca. 14 Tage eine Gips-Schale. Wir verlassen um eine vierstellige Summer ärmer, aber gut versorgt das Krankenhaus. Kontrolle in 7 Tagen. Ich bin froh abends mit Allen wieder am Feuer zu sitzen und nicht wie befürchtet im Krankenhaus zu liegen.

Wir beschließen die Tour weiter zufahren. Leider kann ich ohne funktionstüchtigen rechten Arm nicht mehr in MANni’s Fahrerhaus einsteigen, zu hoch. Fluch eines Allrad-Wohnmobils.

Zum Glück komme ich durch den ca. 80cm x 80cm großen Durchgang von der Wohnkabine ins Fahrerhaus, langsam, aber es geht. Lothar muß nun immer unsere Treppe anbauen damit ich MANni aus der Kabine verlassen kann. Zum Glück haben wir die Treppe und keine Leiter für den Einstieg in die Kabine, sonst wäre ich für weit mehr als 14 Tage in MANni gefangen.

Im Konvoi geht es weiter nach Lake Louise. Es ist spät geworden und regnet, kein Lagerfeuer. Am nächsten Tag gehen wir zum eigentlichen Lake Louise. Wunderschön! Die Männer wandern 2 Stunden weiter, vorbei am Mirror Lake zum Lake Agnes. Auf dem Weg liegt noch teilweise Schnee, ich bin vernünftig und erkunde lieber mit Jenni das Luxushotel “The Fairmont Chateau Lake Louise”.

 

Der Wettergott meint es nicht wirklich gut mit uns. Im Regen fahren wir über den Kicking Horse Pass zum wunderschönen Emerald Lake im Yoho NP. Wir nutzen eine Regenpause für einen Spaziergang.

Abends ist es trocken, Lagerfeuer, Lothar spielt Gitarre, die “Franzosen” sind auch wieder da und kommen auf ein Glas Wein vorbei. Die beiden Töchter schlafen bereits.

The Icefields Parkway, eine der schönsten Straßen der Welt.

Wir stoppen am wunderschönen Peyto Lake.

Laufen kann ich ja, also wandern wir den kurzen Trail zum Bow Summit. Es lohnt sich, das wissen viele andere auch.

Wir übernachten in der Nähe des großen Gletschers und sind morgens am Columbia Icefield. Hier fahren große Allrad-Busse mit den Touristen auf das Icefield. Selbst im Reiseführer steht dieses als ein teures und eher zweifelhaftes Vergnügen beschrieben. Der Gletscher graust sich so vor den Touristenströmen, daß er sich immer mehr zurück zieht J .

Ich werde an Lothars Arm gut gesichert, weil Geröllweg. So erreichen wir vier den Gletscherrand. Es ist bitterkalt. Wir bleiben eine kurze Weile vor dieser unwirtlichen Eismenge.

Nächster Stop sind die Sunwapta Falls.

Weiterfahrt nach Jasper, ich muß zum “re-check” für meinen Ellenbogen. Es ist alles in Ordnung, noch ein paar Tage Gipsschiene und dann vorsichtig versuchen den Arm zu bewegen. Die vierstellige Summe ist auch hier fast erreicht, wieso auch immer! Trotzdem, Glück im Unglück gehabt und ich sollte gut versichert sein.

Auf zum Mount Robson, leider wieder Wolken und Regen, aber abends Lagerfeuer!

Im Wells Grey PP besichtigen wir zwei schöne Wasserfälle, die Spahat und Helmken Falls.

Abends Mückenplage auf dem Campground. Ralf und Jenni halten tapfer durch. Am nächsten Abend ein anderes Extrem, es gießt wie verrückt. Wir sollten langsam unsere gemeinsamen Vorräte aufessen und die Rippchen müssen weg, also Grillen im Wolkenbruch.

Der letzte Tag mit den Beiden versöhnt mit Sonnenschein und einem der schönsten Campgrounds und Übernachtungsplätze die wir bisher hatten: Chancellor Peak im Yoho NP. Natürlich Lagerfeuer ab 16:30 Uhr und wir sitzen bis lange nach Mitternacht. Am Morgen heißt es Abschied nehmen, die Beiden müssen ihr Mietmobil in Calgary abgeben und haben dann noch eine Woche in Vancouver. Zwei der schönen Kanada Stühle dürfen wir behalten!

Die Zwei haben sich als Wohnmobil-Neulinge wacker geschlagen und Ralf ist jetzt “Lagerfeuer-süchtig”. Die Wetterbedingungen waren nicht immer gut! Es war eine schöne Zeit, bis zum Wiedersehen in Deutschland.

In den National Parks haben wir u.a. insgesamt 8-10 erwachsene Schwarzbären, 4 junge Schwarzbären, einen Grizzly sowie einen Weißkopf-Seeadler gesehen. Merkwürdigerweise mehr Bären als in der gesamten Zeit zuvor in der Wildnis. Zur besonderen Beruhigung von Jenni und Ralf oft genau vor Campingplätzen. Doch Zivilisationfolger? Das wäre auf Dauer sehr gefährlich.

Hier eine kleine Bildauswahl:

Wir fahren auf dem Highway 11 nach Osten, zurück Richtung Forestry Trunk Road, endlich wieder eine MANni Aufgabe. Einige Kilometer hinter dem National Park Ausgang finden wir nach holpriger Strecke am Abrahams Lake einen Platz mit Weitsicht und er ist kostenlos. Die Sonne scheint, wir bleiben 2 Tage. Ich nehme den Gips ab und bin erschrocken wie schnell so ein Gelenk steif wird und die Muskeln abgebaut sind.

Am zweiten Nachmittag bekommen wir Besuch in der Ferne.

Morgens schlägt das Wetter um, Regenwolken ziehen auf, also verlassen wir diesen schönen Platz. An der Forestry Trunk Road finden wir eine Stelle mit Feuerholz und bekannt komfortablen Sanitär Anlagen.

Wir machen uns auf den langen Weg nach Whitehorse im Yukon. Hier sind wir Mitte Juli mit Hella und Edgar verabredet. Zuletzt haben wir uns am anderen Ende des Kontinents in Florida gesehen. Über 2000km liegen noch vor uns, aber wir haben 3 Wochen Zeit.

In Dawson Creek biegen wir auf den Alaska Highway ein. Hier ist die Meile 0. Die Straße wurde 1942 aus Angst vor einer japanischen Invasion Alaskas von der US Armee gebaut. Die Bauzeit für diese 2288 km betrug lediglich 8 Monate. Während dieser Zeit frieren Arbeiter an ihren Maschinen fest, verirren sich in den endlosen Wäldern oder ertrinken in reißenden Flüssen. Der Bau hat 138 Millionen Dollar gekostet und mindestens 50 Menschen starben.

Ein kurzer Abstecher über den “Old Alaska Highway” und die Kiskatinaw Bridge.

Dann zurück auf den neuen Highway, heute ist er gut ausgebaut. Ab hier sind es ohne einmal abzubiegen 1522km bis Whitehorse im Yukon.

Die Strecke bis Fort Nelson ist schön aber nicht aufregend. Lediglich diesen Bär haben wir beim Fressen etwas gestört.

Wir sind jetzt in Fort Nelson auf dem Alaska Highway angekommen. Dies ist die letzte nennenswerte Ortschaft vor dem 1000km entfernten Whitehorse. Internet wird es somit auch keines mehr geben. Deshalb verabschiede ich mich schon jetzt bis Ende August.

Fazit:

Offensichtlich bin ich bei Weitem nicht so geländegängig wie MANni, dafür mache ich aber ab jetzt alles mit links.

Reiseroute:

Mai 2011

Veröffentlicht in Mai 2011 am Juni 2, 2011 von crossamerika

Wir sind wieder in Kanada. Die Entfernungsangaben und die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind in km bzw. km/h angegeben. Und der Dieselpreis bezieht sich leider auf einen Liter und nicht mehr auf Gallonen. Er liegt jetzt bei ungefähr 1,25$ pro Liter. Für deutsche Verhältnisse superbillig, für uns mit USA Preisen im Kopf eher teuer.

In Richtung “Waterton Lake Nationalpark” überqueren wir die Rockies über den “Crowsnest Pass”. Auf der Ostseite findet man sich plötzlich in einer riesigen Prärielandschaft wieder, und das mit Blick auf die verschneiten Berge.

Das Dorf Waterton im gleichnamigen Nationalpark erwacht gerade aus dem Winterschlaf. Auch die Ranger sind noch nicht so ganz wach und wissen nicht recht, was in ihrem Park noch geschlossen oder schon offen ist. Sogar der bereits seit dem 3.Mai geöffnete Campingplatz im Dorf wurde ein Kilometer vorher an der Visitor Information für geschlossen erklärt.

Der See ist noch halb zugefroren, aber mit dem Sonnenschein ergeben sich phantastische Eindrücke.

Im Dorf selbst scheint es mehr Wildlife als Einwohner zu geben.

Für eine Nacht nisten wir uns auf dem Campingplatz ein (mit maximal noch 4 anderen) und haben den ganzen Abend und den nächsten Morgen ungeheuer viel Spaß an unseren quirligen Nachbarn, den “Columbian Ground Squirrels”, die hier schon fast eine Plage sind.

Eine kleine Schneewanderung führt uns nach sehr viel Anstrengung auf den Aussichtspunkt “Bear Hump”. Die Ausblicke auf den Waterton Lake der bis in den Glacier NP in den USA reicht sind unbeschreiblich. Dazu wimmelt es auf diesem Felsen vor neugierigen Streifenhörnchen, so daß wir stundenlang dort oben bleiben.

Auf dem Weg aus dem Park befahren wir eine ca. 13 km lange Sackgasse zum Red Canyon. Auch hier wandern wir ein bißchen, allerdings schwer gehandikapt durch Schneehöhen von bis zu einem Meter.

Auf dem Rückweg passieren wir eine mobile Straßensperre.

Wir machen uns nun auf in Richtung Calgary. Dort wollen wir am 07. Juni Freunde treffen, die 2 Wochen lang mit uns gemeinsam durch die kanadischen Rockies fahren wollen. Wir haben viel von der “Forestry Trunk Road” gelesen, einer ca. 1000km langen Gravelroad entlang der Ostflanke der Rockies, die zur Waldbrandbekämpfung angelegt wurde. Die südlichen 180km dieser Straße wollen wir für die nächsten Tage in Angriff nehmen.

Wir finden ein lauschiges Plätzchen an einem Gebirgsbach und feiern unsere Ankunft in Halifax genau heute vor einem Jahr.

Das Plätzchen gefällt uns so gut, daß wir gleich noch 2 Tage Urlaub machen. Völlig allein und fernab von jedem Trubel …. herrlich.

Weiter geht es, immer noch über die gleiche Straße, bis wir wieder Asphalt und damit die Zivilisation erreichen.

Wir sind im Großraum Calgary angekommen. Hier muß einiges erledigt werden. MANni will zu unserem Leidwesen neue Wohnraumbatterien, unsere Wasserpumpe im Wohnbereich braucht ein paar Teilchen und auch die Toilette bedarf der Wartung. Außerdem wollen wir unser Satellitentelefon wieder in Betrieb nehmen, (die einzige Chance, im Yukon oder in den “Northwest Territories” zu telefonieren), also benötigen wir eine neue Chipkarte.

Wir waren vor 12 Jahren schon einmal in Calgary. Damals hat uns die Stadt nicht begeistern können und daran hat sich nichts geändert. Die Innenstadt ist langweilig und durch viele Parkhäuser und eine Eisenbahnlinie mitten durch auch ziemlich häßlich. Aber es gibt den ultimativen Cowboy-Outfitter.

Eine ganze Wand voller Hüte und gegenüber an der Wand noch viel mehr Westernstiefel, leider auch für Ladies.

Nur unter Aufbietung aller Kräfte und einiger Tricks gelingt es mir, meine Kreditkarte zu verteidigen und mit Martina den Laden “stiefellos” zu verlassen. Aber bevor ich jetzt Hunderte von emails leidgeprüfter Männer bekomme: Diese Tricks funktionieren nur auf Langzeitreisen in einem kleinen Fahrzeug! Jungs…tut mir leid L !

Nach ein paar Tagen ist das Meiste erledigt (es gibt keine Ersatzteile für unsere Pumpe, obwohl “made in USA”) und wir dürfen endlich wieder in die Wildnis. Die Forestry Trunk Road geht nördlich von Calgary noch ein paar hundert Kilometer weiter und dort wollen wir hin. Nach den ersten 20km Asphalt wird es wieder “gravelig” und wir biegen auf einen abenteuerlichen Forstweg ein. Herrlich, es regnet, Matsch und Schlamm überall, MANni und ich fühlen uns wohl, außerdem ist wild campen erlaubt! Das tut der arg geschundenen Haushaltskasse gut.

Nach 3 Tagen Dauerregen ändert sich das Wetter Gott sei Dank wieder…..es wird kälter und schneit, am 25.Mai!

Das gefällt zwar MANni immer noch, uns aber um so weniger. Das Fahren auf Matsch unter einer geschlossenen Schneedecke ist, wie soll ich es sagen, immer für die ein oder andere eher unliebsame Überraschung gut.

Es ist außerdem an einigen Stellen schon zu kleineren Erdrutschen gekommen und wir beschließen, uns fürs erste wieder zivilisierteren Gegenden zuzuwenden. Edmonton, die Hauptstadt Albertas ist nicht mehr so weit entfernt (270km nach Norden). Dort gibt es das größte Einkaufszentrum der Welt, die West Edmonton Mall.

Über 800 Geschäfte, mehr als 100 Restaurants, mehrere Kinos, ein Wellenbad mit vielen Riesenrutschen, den größten Indoorvergnügungspark, eine Eislauffläche (echte Hockeyfeldgröße) und einen großen See, in dem ein 1/1 Nachbau von Columbus´ Santa Maria liegt. Dort findet auch mehrmals täglich eine Seelöwenshow statt.

Ich bin nicht gerade der Einkaufsbummelfan, aber dieses Shopping Mekka ist schon etwas besonderes. Besonders die Indoorachterbahn mit 3 Loopings…wow!

Leider gelingt es mir heute nicht, Martina erfolgreich vom Schuhkauf abzuhalten (nach dem fünften Shoe Shop läßt meine Aufmerksamkeit nur für Sekunden nach), aber ein Rabatt von mehr als 60% und Martinas Versprechen, mich zum Essen ins “Hooters” einzuladen, hellt meine Laune augenblicklich wieder auf. Nach einem Blick (oder mehreren) auf die Bedienung und mein frisch gezapftes Pint kommt mir die Idee, Martina könnte wirklich ab und zu ein Paar neuer Schuhe gebrauchen.

Nur übernachten ist auf den Parkplätzen der Mall nicht erlaubt. Dazu empfiehlt uns die Security den WalMart um die Ecke, echt nett J . Dort ist MANni am nächsten Morgen endlich einmal nicht das meist fotografierte Fahrzeug. Beim ersten verschlafenen Blick aus dem Fenster glauben wir unseren Augen kaum.

Und ich dachte, MANni hätte große Räder!

Spontan fällt mir ein, daß das doch die ultimative Basis für eine Absetzkabine wäre. Nur wie kommt man rein und raus? Eine Strickleiter? Oder ein Treppenlift aus dem Anzeigenteil der ADAC-Zeitung?

Wegen unserer Pumpe besuchen wir noch ein paar RV-Händler und haben Glück. Ersatzteile sind zwar auch hier nicht zu bekommen, aber der zweite Händler schenkt uns eine defekte, ausgebaute Pumpe. Noch fast neu, aber ein Frostschaden. Das ist mir völlig egal, ich brauche nur den Druckschalter. Außerdem scheint endlich wieder die Sonne und so machen wir uns rundherum zufrieden auf den Weg zurück in die Wildnis.

Am Abend, es ist der 31. Mai finden wir ein traumhaftes Plätzchen direkt an einem kleinen Fluß. Feuerholz gibt es in Mengen und so genießen wir unser “Langzeit-Campfire” von 17:00 Uhr bis Mitternacht. Eben “Canada at it’s best!”

Fazit:

Seien wir ehrlich: Ab und zu sollte man den Frauen ein paar neue Schuhe gönnen! J

Reiseroute:

 

 

 

 

 

 

 

 

6 Monate USA 2010/2011

Veröffentlicht in 6 Monate USA 2010/2011 am Mai 11, 2011 von crossamerika

Zusammenfassung 6 Monate USA

 

  • Einreise aus Kanada: unkompliziert, niemand will ins Auto schauen und uns werden problemlos 6 Monate gewährt. (10.Mai 2011 ist als letzter Ausreisetag im Paß gestempelt) Dauer allerdings inkl. Wartezeit ca. 2 Stunden.
  • Übernachtungen: 181 Nächte insgesamt, davon 49 auf Campingplätzen, 43 auf WalMart Parkplätzen, einige auf Truck Stops und ansonsten frei in der Natur.
  • gesamt gefahrene Strecke: 14000km, ergibt einen Tagesdurchschnitt von ca. 80 km.
  • Straßen: Sind durchweg alle in einem neuwertigen Zustand. In den Nationalparks und Forests gibt es viele “dirt roads” von bestem Gravel bis zur übelsten Waschbrettpiste.
  • Dieselpreis: an der Ostküste 3-3,50$/gal (1 Galone =3,8l), sonst 3,90-4,35$/gal. Diesel ist flächendeckend zu bekommen.
  • Dump Stationen an vielen Tankstellen und Truckstops (oft bei Betankung kostenlos), nicht immer gibt es Trinkwasser.
  • 2 Inspektionen und ein Ölwechsel an MANni (in Eigenarbeit), 3 Reifenpannen (einmal falsche Montage in Deutschland, einmal Gravel road, einmal weiß nicht), Spur einstellen und ein defekter Kupplungsnehmerzylinder.
  • Spritverbrauch/Ölverbrauch: 23l/100 km – 1l/1000km
  • Propangasverbrauch: ca. 16kg für 181 Tage (nur kochen und backen)
  • Propangas nachtanken: 2x problemlos an Flying J Truck Stops mit unseren fest eingebauten ALU-Gas Tankflaschen und US Adapter
  • Propangas Preis: 2,00 – 2,90$/gal
  • Defekte im Aufbau: keine
  • Preisniveau: viel niedriger als in Kanada, vergleichbar mit Deutschland (inkl. Alkohol!). Fleisch ist viel preiswerter, Arztbesuche und Medikamente aber um ein vielfaches teurer als in Deutschland.
  • Campingplätze: Variieren stark im Preis, in der Lage und der Ausstattung, unser Durchschnittspreis lag bei ca. 15$ pro Übernachtung. 4$ war der niedrigste, 90 $ der höchste Preis (Key West in Florida). Oft kostenlos oder für wenig Geld campen kann man im BLM Land (Büro of Landmanagement) und in den National Forests. Truck Stops wie “Flying J” oder “Love’s” sind gut für kostenlose Zwischenübernachtungen, aber laut. Das Übernachten auf Wal-Mart und Home Depot (der amerikanische Obi) Parkplätzen ist bis auf Florida meist möglich.
  • Internet: Offene WLAN (WIFI) Netze sind häufig vorhanden (z.b.: Starbucks, McDonalds, Staples, Home Depot). Die Geschwindigkeit ist allerdings oft dürftig.

 

Subjektive Eindrücke:

  • Besonders Florida hat uns überrascht, wir kannten vorher nur Bilder von Hotelburgen in Miami Beach und Co. Das andere Florida mit wunderschönen kleinen State Parks, feinen, einsamen Sandstränden sowie die im Landesinneren gelegenen Wälder haben uns sehr gefallen. Die Everglades mit ihren Tieren waren für uns ein absolutes Highlight.
  • Die von uns gesehenen US-Landschaften sind insgesamt unbeschreiblich schön und die Weiten für Europäer unfaßbar.
  • Die Menschen sind durchweg sehr freundlich und hilfsbereit. Die Kontakte bleiben aber oberflächlicher als in Kanada.
  • Große Städte haben wir außer New York City, Boston und New Orleans nicht besucht.
  • Wir sind keinen Tag krank gewesen.
  • Wir haben uns diesmal ein paar Tage Urlaub gegönnt…………………..J

 

Gesamtroute:

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